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  • Tallasin-Print-Vorbestellung: Nur noch zwei Tage!
    Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, gibt es ganz frisch einen prall gefüllten Setting-Band für Gassenhunde, der sich aber auch gut in andere Rollenspiele integrieren lässt (ich denke da an D&D, aber auch verschiedene OSR-Spiele). Eine Großstadt am Ende des Mittelalters mit verschiedenen Stadtteilen, dutzenden Fraktionen und jeder Menge Story Hooks und Schauplätzen. Von gemütlich-nobel"Tallasin-Print-Vorbestellung: Nur noch zwei Tage!" weiterlesen

Tallasin-Print-Vorbestellung: Nur noch zwei Tage!

13. Juni 2026 um 13:43
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, gibt es ganz frisch einen prall gefüllten Setting-Band für Gassenhunde, der sich aber auch gut in andere Rollenspiele integrieren lässt (ich denke da an D&D, aber auch verschiedene OSR-Spiele). Eine Großstadt am Ende des Mittelalters mit verschiedenen Stadtteilen, dutzenden Fraktionen und jeder Menge Story Hooks und Schauplätzen. Von gemütlich-nobel"Tallasin-Print-Vorbestellung: Nur noch zwei Tage!" weiterlesen
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  • Von Heuchlern und Heiligen [DSA- Hörbuch][ Borons kleiner Finger 6]
    Disclaimer: Dies ist keine Kindergeschichte! Yasma ist zurück in Vinsalt bei ihrem Meister, doch sie hat einen Plan, der allen Evrädnern helfen soll. Furro Galahan indes hat selbst einen Plan, und der führt Yasma erneut in die Welt der Reichen und Mächtigen – und genau zwischen die Throne zweier Königinnen. Dies ist Teil fünf der… Weiterlesen »Von Heuchlern und Heiligen [DSA- Hörbuch][ Borons kleiner Finger 6]

Von Heuchlern und Heiligen [DSA- Hörbuch][ Borons kleiner Finger 6]

13. Juni 2026 um 10:37
Disclaimer: Dies ist keine Kindergeschichte! Yasma ist zurück in Vinsalt bei ihrem Meister, doch sie hat einen Plan, der allen Evrädnern helfen soll. Furro Galahan indes hat selbst einen Plan, und der führt Yasma erneut in die Welt der Reichen und Mächtigen – und genau zwischen die Throne zweier Königinnen. Dies ist Teil fünf der… Weiterlesen »Von Heuchlern und Heiligen [DSA- Hörbuch][ Borons kleiner Finger 6]

Dungeons & Dragons Starterset: Helden der Grenzlande – Einstieg ins Rollenspiel leichtgemacht (Rezension)

11. Juni 2026 um 09:00

DnDSs - BannerAuspacken, Charaktere verteilen und loslegen: So einfach soll das neue Dungeons & Dragons Starterset für eine unterhaltsame Spielrunde sorgen. Die Einstiegsbox auf Basis der aktualisierten 2024-Regeln ist nun komplett in Deutsch erhältlich. Wie gut das offene Sandbox-Konzept funktioniert und was euch erwartet, erfahrt ihr hier.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

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  • Tallasin – das Making-Of (Teil 2)
    Der kürzlich hier erschienene Setting-Band zu Sebas Rollenspiel „Gassenhunde“ war mein erstes größeres Layout-Projekt. In Teil 1 des Making-Ofs habe ich beschrieben, wie ich bei der Konzeption und Vorbereitung des Layouts für das Heft vorgegangen bin. In diesem, zweiten und abschließenden Teil geht es darum, die eigentlichen Inhalte ins Layout zu bringen. Wer das Heft"Tallasin – das Making-Of (Teil 2)" weiterlesen

Tallasin – das Making-Of (Teil 2)

08. Juni 2026 um 17:30
Der kürzlich hier erschienene Setting-Band zu Sebas Rollenspiel „Gassenhunde“ war mein erstes größeres Layout-Projekt. In Teil 1 des Making-Ofs habe ich beschrieben, wie ich bei der Konzeption und Vorbereitung des Layouts für das Heft vorgegangen bin. In diesem, zweiten und abschließenden Teil geht es darum, die eigentlichen Inhalte ins Layout zu bringen. Wer das Heft"Tallasin – das Making-Of (Teil 2)" weiterlesen
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  • Die Gretchenfrage – Sag, wie hälts Du es mit der AI
    Ich denke, es wird langsam Zeit, mal Stellung zum Thema AI zu beziehen. Wie stehe ich dazu? Nutze ich AI? Wie nutze ich AI? Wohin wird die Reise gehen? Nutzt der Troll AI für den Blog? Ja. Als Werkzeug. Meine ganzen englischsprachigen Beiträge und Dateien lasse ich von DeepL übersetzen. Natürlich könnte ich das mit meinen Englischkenntnissen auch selbst versuchen, das würde aber, je nach Umfang des Materials, 2-3 Tage dauern. Die Zeit nutze ich lieber, mich schon ins nächste Thema e

Die Gretchenfrage – Sag, wie hälts Du es mit der AI

08. Juni 2026 um 05:00

Ich denke, es wird langsam Zeit, mal Stellung zum Thema AI zu beziehen. Wie stehe ich dazu? Nutze ich AI? Wie nutze ich AI? Wohin wird die Reise gehen?

Nutzt der Troll AI für den Blog?

Ja. Als Werkzeug.

Meine ganzen englischsprachigen Beiträge und Dateien lasse ich von DeepL übersetzen. Natürlich könnte ich das mit meinen Englischkenntnissen auch selbst versuchen, das würde aber, je nach Umfang des Materials, 2-3 Tage dauern. Die Zeit nutze ich lieber, mich schon ins nächste Thema einzuarbeiten. Auch könnte ich eine menschliche Übersetzerin bezahlen, doch ich will ja kein Geld mit meinem Zeug verdienen und möglichst auch nicht ein Vermögen (jenseits der Regelbücher und Abenteuer) ins Hobby stecken.

Seit etwa Januar jage ich jeden Beitrag, den ich hier veröffentliche, durch den Copiloten. Ich möchte wissen, welche Sprachlichen Mittel ich nutze, wo ich etwas unklar formuliert habe, ob ich meine Zielgruppe erreiche (und was meine Zielgruppe sein könnte), wo meine Stärken und Schwächen sind und ob der Troll-Touch, meine persönliche Note, durchscheint. Ich bin eigentlich ein getarnter Hauptschüler, zu meinem Abitur kam ich über den beruflichen Bildungsweg, was heißt, ich habe, vor allem in Deutsch, so meine Schwächen. Nomen hat man mir unter dem Begriff Hauptwörter beigebracht, der Dativ ist für mich der WEN-Fall, Sprachanalyse für mich ein Graus und von Gedichtinterpretation brachen wir gar nicht erst zu reden (richtig gut war ich immer im Argumentieren und Schachtelsätze schreiben, letzteres versuche ich, soweit es, unter den gegebenen Umständen, geht, seit meiner Zusatzqualifikation Sonderpädagogik, zu vermeiden). Wenn ich hier also AI einsetze, dann als Werkzeug, um nochmal von einer Metaebene auf meinen Blogbeitrag zu schauen. Nein, solche Sachen wie Metaphern im Text oder bestimmte Tonalitäten plane ich nicht beim Schreiben, das geschieht bei mir intuitiv. Ich könnte auch die Dinger nicht in meinen Texten benennen, abgesehen davon, dass ich da betriebsblind werde, wenn ich meine eigenen Texte durcharbeiten müsste. Hier ist die AI tatsächlich ein Werkzeug, dass mir bei meiner Weiterentwicklung hilft.  Was ich aber nicht in meine Texte einbaue sind die Vorschläge zur Textoptimierung, die mir die AI immer macht. Mein Text ist mein Text und der ist perfekt, so wie er ist. Ich möchte nur wissen, wie er ist.

Ich habe in einem Produkt auch AI-generiete Grafiken eingebaut. In 400 rühige Jahre in unserem Kloster sind Icons drin, die mit AI erstellt wurden. Die Icons waren eine Idee unseres Schulpfarrers, dem ich das Rollenspiel zugesendet habe und der meinte, mit denen könne man sich besser orientieren. Ich hätte die auch selber machen können (was Zeit gefressen hätte) oder jemanden beauftragen (was Geld gekostet hätte), aber das stand imho nicht im Verhältnis zu dem, was die Icons im spiel bieten sollen (zumal die nur an wenigen Stellen auftauchen). Auch plane ich manche Bilder, die ich so zeichne, mit AI vor. Das Titelbild zur Beutelschneider-Anthologie war beispielsweise ein Produkt eines dreiteiligen Entstehungsprozesses. Schritt 1 war tatsächlich ein AI-Bild, bei dem es mir vor allem erst mal um die grobe Komposition des Bildes ging. Schritt 2 war dann, dieses Bild nachzuzeichnen und zu kolorieren, in Schritt 3 habe ich dass Bild nochmals gezeichnet und den unteren Teil verändert. Statt einer mittelalterlichen Straße voll Tavernen sieht man jetzt eine Raumstation mit einem Schleim-Alien.

Wie ein gutes Werkzeug von Zeit zu Zeit überprüft werden muss, ob es noch funktioniert oder ob es mittlerweile besseres gibt, so nutze ich AI auch zum spielen und lass mir von Zeit zu Zeit mal Abenteuer oder Räume erstellen, nur um die dann mit meiner Arbeit zu vergleichen oder besser nachzubauen. Der Bereich ist tatsächlich das, was mich bisher am meisten an der AI enttäuscht hat. Sie mag zwar genial im analysieren von Texten sein und auch einigermaßen sinnvolle Texte erstellen, doch sobald es in die Tiefe geht oder Fantasie und Kreativität gefordert sind, beißt es aus. Die Ergebnisse solcher Tests veröffentliche ich hier auf meinen Blog, doch AI-Abenteuer werden nicht in meinem Downloadbereich auftauchen.

Wozu werde ich AI nicht nutzen?

Womit ich schon bei der Frage bin, was ich sicher nicht mit der AI machen werde. Ich werde keine Abenteuer per AI schreiben lassen. Alle Abenteuer, Artefakte oder Ideen entstammen meinem Hirn, meiner Inspiration, meiner Kreativität. Imho wird darin immer der Mensch die Maschine schlagen, vor allem wenn die Maschine ein Large Language Model nutzt. Die Arbeiten ja mit tausenden ausgewerteten Datensätzen und der Wahrscheinlichkeit, dass auf Wort A auch Wort B folgen wird. Sprich, per Definition wandelt so eine AI auf den ausgetretenen Pfaden der digitalen Fossilen vergangener menschlicher Kreativität. Neues, weardes, kreatives kann dabei nicht herauskommen.

Auch werdet ihr kein Rollenspiel-Produkt von mir bekommen, dass von AI gestreamlined wurde oder indem alle Rechtschreib- oder Grammatikfehler verschwunden sind.

Auch AI-Bilder wird es in meinen Publikationen nicht geben, zumindest keine frisch aus der Maschine. Wie oben beschrieben, mache ich da für Icons und Bilder, die von mir per Hand weiterbearbeitet wurden, eine Ausnahme. Menschliche Künstler sind mir aber wertvoller als AI jemals sein könnte. Ich nutze daher gemeinfreie Bilder oder Sachen, bei denen ich gefragt habe, ob ich sie verwenden kann oder, was man an der Qualität erkennen kann, meine eigenen Kritzeleien.

Was habe ich beim Einsatz der AI gelernt?

Wenn man mit Werkzeugen arbeitet, muss man auch lernen, welches Werkzeug für welches Problem geeignet ist. Will man eine Holzschraube in eine Latte bringen, kann man das mit dem Hammer machen, den Schraubendreher nutzen oder den Akkuschrauber einsetzten. Ans Ziel kommt man mit allen Methoden, mit dem Akkuschrauber geht es am leichtesten.

Für kreative, lustige, politische oder innovative Abenteuer ist das beste Werkzeug immer noch mein eigener Kopf (und die Sammlung an Rollenspielprodukten, Büchern und Filmen sowie Emotionen, die ich im Laufe meines Lebens konsumiert habe). Kein AI-Abenteuer konnte mich bisher überzeugen.

Was mir auch noch aufgefallen ist, ist, dass mein Copilot ein kleiner Jubelperser ist. Ok, für alle, die zu jung sind oder den Artikel später auf britisch English lesen (das richtige Englisch, nicht der komische Dialekt der glatthirnigen Bewohner einer ehemaligen Kolonie, die den schlechtesten Präsidenten der Welt ZWIMAL in Amt und… eigentlich Würden gewählt haben), sei der Begriff kurz erklärt, zumal er politisch wieder aktuell ist.

Am 2. Juni 1967 besuchte der Schah Reza Pahlevi zusammen mit seiner 3. Frau West-Berlin. Gegen diesen Beruf gab es einen riesigen Protest (nicht nur) von Studenten, da der Herrscher Persiens zunehmend autoritär regierte und Gegner foltern ließ. Es gab auch eine große Demo für den Schar, 150 Personen, die allesamt Geheimdienstmitarbeiter oder bezahlte Personen waren und dem Herrscher zujubelten. Jubelperser sind also bezahlte Claqueure, die einem Herrscher zujubeln.

Die Jubelperser sind dann im Anschluss gemeinsam mit der Polizei auf die Gegendemonstranten losgegangen, dabei starb Benno Ohnesorg durch die Kugel eines (von der Stasi als Informant geführten) Westberliner Polizisten, die Geburtsstunde der Deutschen Studentenbewegung der 68iger.

Nein, die AI ist noch nicht mit einem Totschläger auf mich losgegangen, sie jubelt mir aber fast schon unangenehm zu. Ich habe, im Rahmen eines Experiments, den Gleichen Text von einem mit anderen Texten trainierten Copiloten, von einem untrainierten ChatGPT und von Claude4.5 mit dem gleichen Prompt bewerten lassen. Lasst es mich so sagen… nicht gut fürs Ego. Was beim trainierten Copiloten 9,5 Punkte und der beste Blogbeitrag bisher war, bekam bei ChatGPT nur eine 7, bei Claude eine gute 8,5. Ich habe dann, weil mein Internet lagte, den gleichen Prompt in Claude mehrfach eingegeben und musste zuschauen, wie die Wertung langsam nach unten ging. 8,0, 7,5, 6,5… Jubelperser… die andere Seite der Geschichte.

Zudem ist mir aufgefallen, dass die AI fantasiert, sobald sie genügend Futter hat, von wo aus sie weiterschreiben kann. Das ist mir bei „In den Klauen des Dämons“ aufgefallen, den ich, weil die Datei so groß war, Absatz für Absatz in ChatGPT kopiert. Nun, einige Absätze habe ich nur zur Hälfte reinkopiert und erst nach der Übersetzung weitergemacht. Nach 4, 5 Absätzen, die ich so reinkopiert habe, erfand ChatGTP einfach die fehlenden Teile hinzu (in schlechterer Qualität, natürlich).

Was ist mein Fazit?

Ich verstehe die Sorgen von Kreativen, besonders von Künstlern und Schreibenden. AI hat da ganz viel ins Rutschen gebracht, vor allem im Bereich der Bilder. Jeder Honk kann nun ein Bild innerhalb von Minuten erstellen. AI-Fantasytexte schwemmen auf den Markt und selbst in unserer Nische des Rollenspiels gabs schon (wirklich üble) AI-Produkte.

Für mich persönlich ist AI ein Werkzeug, mit dem ich mich selbst hinterfragen kann und das ich hauptsächlich dazu nutze, meinen Content zu übersetzten, damit er einer breiteren Masse zugänglich ist. Den kreativen Teil meines Hobbys behalte ich mir und meiner Denkmurmel vor, da wird auch in Zukunft kein AI zum Einsatz kommen.

Für mich war wichtig, euch einen transparenten Blick hinter die Blogbeiträge und Produkte zu geben.

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  • Fünfmurmelkerker
    Ursprünglich eine Finger… übung anlässlich eines ausgeschriebenen Fünf-Raum-Dungeons (mir gibt das Format nichts) vorletztes Jahr. Fünf Räume. Murmeln. Verse. Download. Originalkarte verschollen in den Untiefen des Netzes. Es sind fünf Räume. Die Verbindungen zwischen ihnen sind aus dem Text ableitbar. Macht euch eine.

Fünfmurmelkerker

07. Juni 2026 um 17:20

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Ursprünglich eine Finger… übung anlässlich eines ausgeschriebenen Fünf-Raum-Dungeons (mir gibt das Format nichts) vorletztes Jahr.

Fünf Räume. Murmeln. Verse.

Download.

Originalkarte verschollen in den Untiefen des Netzes. Es sind fünf Räume. Die Verbindungen zwischen ihnen sind aus dem Text ableitbar. Macht euch eine.

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  • Happy Pride Month: Von Dinos und Dandys
    Seit meinem Beitrag über die Dinos juckt es in meinen Fingern. Ich muss die Abenteuerideen ausgestalten! Für die Idee rund um dien Iguanodon im Christal Palace, der dann doch ein Drache ist, habe ich mir schon die NSCs erstellt, darunter auch einer, der wunderbar in den Pride Month passt: Der Dandy: William George Staunton  William George Staunton ist der etwas angegraute, einige Jahre jüngere Cousin des renommierten, viel bekannteren Politikers und Orientalisten Sir George Thomas Stau

Happy Pride Month: Von Dinos und Dandys

02. Juni 2026 um 07:15

Seit meinem Beitrag über die Dinos juckt es in meinen Fingern. Ich muss die Abenteuerideen ausgestalten! Für die Idee rund um dien Iguanodon im Christal Palace, der dann doch ein Drache ist, habe ich mir schon die NSCs erstellt, darunter auch einer, der wunderbar in den Pride Month passt:


Der Dandy: William George Staunton 

William George Staunton ist der etwas angegraute, einige Jahre jüngere Cousin des renommierten, viel bekannteren Politikers und Orientalisten Sir George Thomas Staunton, wie dieser – nicht zuletzt aufgrund dessen Einflusses –  Mitglied in der Society of Dilettanti (Gesellschaft der Dilettanten, einer exklusiven Tischgesellschaft von Sammlern, Gelehrten und Adeligen, welche Festlichkeiten mit einem liebhaberischen Studium der griechischen und römischen Antike verbindet) und frisch aus Hongkong zurückgekehrt. William ist ein Dandy wie er im Buche steht. Stets gut gekleidet, immer mit einem leichten Anflug von Ironie, mit einem profunden Wissen (er spricht, neben Latein und Deutsch auch Mandarin und Kantonesisch und ist Experte in der Geschichte des Römischen Reiches) und mit einem Charme, der auch noch mit Anfang 60 die Herzen der Damen zu schmelzen bringt, obwohl er, wie man in China sagt, eine Vorliebe für abgeschnittene Ärmel besitzt. Seit kurzem widmet er sich der Archäologie und dank der Vermittlung der Society und dem Einfluss seines Cousins darf er nun an dieser Rekonstruktion teilhaben. 

Den Iguanosaurier will er nach dem Vorbild eines chinesischen Drachen rekonstruieren, er ist felsenfest davon überzeugt, dass die langen, spitzen Knochen an die Daumen gehören (womit er recht hat) und dass der Iguanosaurier auf allen vieren lief (womit er falsch liegt). Zudem vermutet er, dass schon Kaiser Augustus ein solches Saurierskelett in seinem Palast hatte (was ungewiss ist).  Auf Beleidigungen und Ehrverletzungen reagiert der sonst gelassene, spöttische Dandy aber empfindlich, Stockdegen und Pistole weiß er, für einen Salonlöwen, überraschend gut zu führen. 

Passende Zitate: 

„Sie nennen es ein Tier – ich nenne es ein Überbleibsel einer Welt, die wir längst vergessen haben. Und wenn Sie mich fragen, dann waren unsere Vorfahren klüger, als wir heute glauben.“ 

„Ich habe lange genug unter Menschen gelebt, die sich ihrer Unwissenheit rühmen. Gestatten Sie mir, nicht zu ihnen zu gehören.“ 

„Ich muss gestehen, Sir, Ihre Gesellschaft ist von einer ausgesprochen seltenen Qualität – man begegnet ihr nicht oft genug, um je der Gewohnheit anheimzufallen.“ 

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  • Medienschau: Von Dracula und magischen Schwertern
    Ich hab mir wieder mal zwei Sachen reingezogen, von denen ich glaube, dass da einiges fürs Rollenspiel drinsteckt. Lasst uns gleich mal mit dem Fürst der Vampire, dem Pfähler höchstselbst beginnen. Achja, Spoiler voraus!  Dracula  Auf diese Serie (Achtung! Affinity Link) hat mich youtube shorts gebracht, weil ich da immer wieder eine Szene reingespielt bekam, die im 3. Teil dieser BBC-Serie von 2020 vorkam. Wobei das Wort Serie imho maßlos untertrieben ist, im Grunde sind es 3 vollwertige

Medienschau: Von Dracula und magischen Schwertern

02. Juni 2026 um 05:00

Ich hab mir wieder mal zwei Sachen reingezogen, von denen ich glaube, dass da einiges fürs Rollenspiel drinsteckt. Lasst uns gleich mal mit dem Fürst der Vampire, dem Pfähler höchstselbst beginnen. Achja, Spoiler voraus! 

Dracula 

Auf diese Serie (Achtung! Affinity Link) hat mich youtube shorts gebracht, weil ich da immer wieder eine Szene reingespielt bekam, die im 3. Teil dieser BBC-Serie von 2020 vorkam. Wobei das Wort Serie imho maßlos untertrieben ist, im Grunde sind es 3 vollwertige Spielfilme mit jeweils anderer Stimmung und Ausrichtung. 

Folge 1, The Rules of the Beast, ist die Folge, die sich am meisten Zeit lässt, ihre Geschichte zu erzählen. Jonathan Harker, körperlich und seelisch gebrochen von seiner Zeit bei Dracula, sitzt in einer Zelle des Budapester Marienklosters und wird von Agatha van Helsing und einer verkleideten Mina befragt. Langsam entspinnt sich dabei die Geschichte seiner Gefangenschaft beim Grafen, den Experimenten, die der Graf an seinen Bräuten durchführt und die Flucht Jonathans, der, wie sich im Gespräch herausstellt, eigentlich schon Tod ist und als Untoter vor dem Graf floh. Dracula taucht zum Ende hin selbst vor den Pforten des Klosters auf und das ist auch die Szene, die ich fürs Rollenspiel verwertbar finde. Vor dem Tor des Klosters tauchen Wölfe auf, während Fledermäuse im Inneren Panik verbreiten. Agatha und die Schwerster Oberin haben hinter dem Tor ihre Mitschwestern versammelt, jede mit einem Holzpflock ausgestattet. Da das Gittertor verschlossen ist, können die Wölfe, besonders das größte und mächtigste Exemplar, nicht hinein. Agathe erkennt darin Dracula und gebietet ihm, sich zu zeigen. Was folgt ist eine wirklich coole Wolf-zu-Mensch-Frequenz, die ich so schon lange nicht mehr in Werwolf-Filmen gesehen habe. Dracula bricht richtig aus dem Wolf heraus, er streift sich ihn ab, steht dann nackt vor den  Nonnen, droht, bittet, verführt auf Teufel komm raus und muss dann sichtlich frustriert abziehen, weil keine der Nonnen ihn hereinbittet, und ohne dieses Hereinbitten er draußen vor dem Tor warten muss, während Agathe ihn rhetorisch ordentlich kontra gibt. Natürlich schafft es Dracula dann doch irgendwann ins Kloster und richtet dort ein Blutbad an, vor dem nur Mina fliehen kann. 

Folge 2, Blood Vessel, startet in einem alten Gemäuer, in dem sich Agathe und Dracula darüber unterhalten, was nach der Kostergeschichte passiert ist. Die Unterhaltung findet im Kopf Agathes statt, die zu dieser Zeit krank und von den anderen Passagieren abgeschottet, in einer Kabine der Demeter liegt, während der Vampir 10 kleine Opferlein spielt. Fürs Rollenspiel nehme ich da zwei Sachen mit. Zum einen Dr. Sharma, einen indischen Arzt, der mit der gehörlosen Yamini auf den Weg nach London ist. Der Doktor hat selber schon Erfahrung mit Untoten, in einem Rückblick sieht man, wie er in Indien zusammen mit 2 Helfern ein Grab geplündert hat und den Sarg nun untersucht, wobei sich da der Untote, halb verweste Leichnam erhebt und die beiden Helfer niedermacht. Im Grunde ist der Arzt der perfekte Spielendencharater für CoC oder Vaesen. 

Das zweite ist eine Szene zum Ende hin, in der sich die letzten Überlebenden ums Steuerrad der Demeter versammeln und die nun wieder erwachte, aber noch ziemlich schwache Agathe einen Schutzkreis zieht, indem sie Bibelseiten an Deck nagelt. Den Schutzkreis fand ich genial. Genial war auch, dass der Schutzkreis immer mehr geschwächt wurde, weil Wind und Regen an den Blättern zerrten und sie zerrissen. 

Am Schluss wird die Demeter in die Luft gejagt und Agahte, der Kapitän und Dracula versinken vor der Küste Englands. 

Folge 3, The Dark Compass, spielt genau 123 Jahre später, im modernen England. Die Jonathan-Harker-Stiftung, gegründet von der damals entkommenen Mina und mit Dr. Zoe Helsing, einer Verwandten von Agatha als leitende Wissenschaftlerin, bergen Dracula und bringen ihn, nach ein paar Zwischenfällen, in ein Hochsicherheitslabor. Zoe wird dabei auch von Dracula gebissen, was den 500 Jahre alten Kriegsherren (das er in dieser Folge mindesten 3-mal betont), fast tötet, da Zoes Blut, als Krebspatientin im Endstadium, für ihn tödlich ist. Die Anwaltskanzlei Rennfield uolt ihn da raus, nachdem Zoe Dracula Blut abgenommen hat (was sie später trinken wird und so eine Verbindung zu Agathe herstellt), danach versuchen Zoe Heising und Jack Seward, der Verlobte von Lucy, den Grafen zu vernichten. Das Ende ist für meinen geschmack dann doch etwas zu melodramatisch: Der Graf muss erkenne, dass all seine Einschänkungen (Sonnenlicht, um Einlass bitten, Kreuz und Religion) nur ein Fetsch sind, er sieht dann zum ersten mal seit 500 Jahren den Sonnenaufgang und begeht Selbstmord, indem er das Blut der sterbenden Zoe trinkt. 

Fürs Rollenspiel nehme ich da eine Szene ganz am Anfang mit. Dracula ist seinen Verfolgern entkommen und in das Haus einer unbeteiligten, eher ärmlichen Familie geflüchtet. Den Ehemann hat er schon verschnabuliert, nun ist die Frau dran. Da hört er oben ein Geräusch. Er stürmt hinauf und sieht, wie einer seiner Verfolger durch das Fenster in den Sonnenaufgang springt, Am Boden hat er ein Handy zurückgelassen, das gerade zu bimmeln beginnt. Drakula geht ran und wird von Dr. Helsing angewiesen, in eine Zinnkiste unten im Erdgeschoss zu steigen. Dracula macht sich noch über die Wissenschaftlerin lustig und fragt, wie sie ihn wohl dazu zwingen will, da reißt ein Bagger von außen die halbe Wand weg. Cudos an Claes Bang, der den Vampir spielt. Ich habe selten einen Schauspieler gesehen, der ein unsterbliches, übermächtiges Wesen so glaubhaft am Rande einer Existenzkriese gespielt hat. Damit hat Dracula nicht gerechnet, der war eher auf eine ungleiche, direkte Konfrontation aus. Fürs Rollenspiel heißt das, dass die Charaktere auch mal gerne die Sonne und einstürzende Bauten nutzen können, vor allem in modernen Szenarien! Ich hab bisher noch keinen Vampirfilm gesehen, der das so eingesetzt hat. Normalerweise dirngen da immer Söldner in ein Gebäude ein und stellen sich mit Maschinenpistolen der Bedrohung (und werden niedergemacht). Dass das Gebäude optional ist… das ist erfrischend neu. 

Undnatürlich ist da die Szene, die ich eingangs schon genannt habe und die man sich am Besten selber anschauen sollte: 

Ich finde die Szene ist eine der witzigsten in der ganzen Serie. Das Monster schläht die Monsterjäger mit den Waffen der Zivilisation, die sie eigentlich repräsentieren sollen. Fürs Rollenspiel, vor allem denn, wenn Vampire in modernen Settings auftauchen, heißt dass, dass die immer einen Anwalt im Schlepptau haben und im Zweifel auch uralte Urkunden, Steuerbefreiungen usw., die überraschenderweise auch heute noch gültig sind und ihnen eine unglaubliche Macht verleihen. Frei nach Böhmermann: Du hast Weißdornpflock, ich hab Polizei, 3 Staranwälte und die Genehmigung von Kaiser Willhelm II, dich hier in meinen Privaträumen auszusaugen. 

The Magic Sword (1962) 

Zu diesem Film kam ich über ein Musikvideo. Gnome –Old Soul. Hier der Clip: 

Im Text unter dem Video stand, dass die Szenen, in denen sie Musiker reingeschnitten wurden, vom Film The Magic Sword stammen und dieser unter Public Domain wäre, also das Urheberrecht abgelaufen ist. 

Nun, schon allein der Musikclip sieht aus wie ein OSR-Abenteuer, wie wird dann der Film sein?  

Gut… der Film ist nicht gut gealtert, die Effekte, vor allem der echt schrottige Drache, können mit Filmen aus den 80gern nicht mithalten, und die waren schon teilweise echt übel. Auch gibt es den einen oder anderen Dialog, bei dem die Schauspieler sich gegenseitig ins Wort fallen oder die Bon Tempi Brüder, die als Siamesische Zwillige, Diener der Sybill, jede der 5 Sätze, die sie im Film sagen dürfen soooo unglaublich monoton rüberbringen, dass die die Füße einschlafen. 

Trotzdem, grade für OSR-Spieler hat dieser Film einige Ideen zu bieten. Zwei will ich herausgreifen. Zum Ersten das magische Schwert Ascalon. Wenn man damit auf verschlossene Türen oder Geheimwege im Felsen schlägt, offen sie sich, schlägt man erneut darauf, schließen sie sich. Also, wenn das kein richtig geniales Schwert für Abenteurer im Dungeon ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Ich würde es aber noch hell aufleuchten lassen, wenn geheime Wege oder Schätze in der Nähe sind. Für Rakszazar würde ich es so machen: 

Ascalon 

Ascalon ist ein altes Breitschwert aus geschwärztem Stahl. In seine Klinge sind silberne Runen eingelassen. Befinden sich Geheimgänge oder geheime Schätze in der Nähe, so leuchten die Runen auf, je heller, desto näher ist man der Geheimtür oder dem geheimen Schatz. Die Helligkeit variiert dabei zwischen Kerzenlicht (im selben Raum) bis zur Helligkeit der Sonne (die Spitze des Schwertes berührt die Geheimtür), was in einem dunklen Dungeon für Aufsehen sorgen kann. 

3x am Tag kann mit dem Schwert eine verschossene Tür oder ein Geheimgang oder ein Tunnel zu einem Gang oder Raum hinter einer Wand (maximal 3 Schritt weg) geöffnet werden, wenn das Schwert dagegen geschlagen wird. 

3x am Tag kann mit dem Schwert eine offene Tür oder ein Geheimgang oder ein Tunnel zu einem Gang oder Raum hinter einer Wand (maximal 3 Schritt weg) verschlossen werden, wenn das Schwert dagegen geschlagen wird. 

TP 1W+3, Gewicht 90 Unzen, AT/PA Modifikationen 0/-2, BF 2, Wert 3000 TE 

Das zweite Artefakt aus dem Film, dass ich gerne fürs Rollenspiel übernehmen möchte, sind die 7 Ritter, die dort unten als Statuen warten und durch das Schwert zum Leben erweckt werden. Im Film sind das Sir Dennis aus Frankreich, Sir Pedro aus Spanien, Sir Patrick von Irland, Sir Anthony von Italien, Sir James aus Schottland und Sir Ulrich von Deutschland. Alle Ritter sind gleich gerüstet: Kettenhemd, Helm, Großschild, Schwert und gegen, zugegebenermaßen, schnell drauf. Trotzdem: Ich könnte mir ein Artefakt vorstellen, dass, wenn man die richtigen magischen Worte ausspricht, 7 Mietlinge erschafft. In OSR-Spielen, in der Tiefe eines Dungeons, gegen den Endboss sicher von unschätzbarem Wert. Ich würde das für Rakshazar wie folgt umsetzen: 

Statuetten der Gefolgschaft 

7 Statuetten von 1 Spann Größe, aus rotem, magnetischem Speckstein geschnitzt. Auf dem Boden der Statuen ist der Name der dargestellten Person geritzt sowie das Wort “Erwache” in Gmer. Die Statuen stellen Orks, Menschen und Steinechsen mit verschiedener Ausrüstung dar. Wird der Name und das Zauberwort “Erwache” genannt, verwandeln sich die Statue in die entsprechende Person, die dann loyal zu den Spielendencharakteren ist. Sollten er Name der Person und “Schlafe” gesprochen werden, so verwandeln sich die Gefolgsleute wieder in Statuen. 

Werte der Gefolgsleute: 

Mu: 3W6, KL: 2W6, GE: 3W6, CH: 1W6+7, ST: 2W6+7, LE: 30+1W6 

Rüstung (1W6): 1) Anugurainische Lederrüstung und Kriegsmaske (RS/ GS-Malus 4/1) , 2) Kettenhemd (RS/ GS-Malus 4/1), 3) Lendenschurz und Bronzestirnreif (RS/ GS-Malus 1/0) 4) Brustplatte und Helm (RS/ GS-Malus 5/1), 5) Schuppenrüstung und Helm (RS/ GS-Malus 6/2) 6) Lendenschurz (RS/ GS-Malus 0/0) 

AT/PA-Basiswert 11/9, Fernkapfbasiswert GE+4 

Bewaffnung (1W6): 1) Langbogen (1W6+4 TP) und Keule (1W6+2 TP, AT/PA -0/-3), 2) Breitschwert und verstärkter Schild (1W6+4 TP, AT/PA/PASchild 0/-1/10, +2 RS), 3) Drachenkamm (1W6+6, AT/PA -1/0), 4) Hackbart und verstärkter Schild (1W6+5 TP, AT/PA/PASchild 0/-1/10, +2 RS), 5) Gastrapherte (2W6+3) und Sichelschwert (1W6+4, AT/PA 0/0), 6) Streitkolben und Turmschild (1W6+4, AT/PA/PASchild 0/-3/ 12, +3 RS) 

Ausrüstung (1W6): 1) Brecheisen und Pickel, 2) 5 Fackeln, 3)10 Schritt Seil und eine 2 Schritt lange Stange, 4) 1Heiltrank (10 LE), 5) ein Sett Dietriche, 6) 1Kreide, ein Kohlestift und 3 Blätter Papier 

Talente (auf Talentwert 11, 1W6): 1) Schlösser und Fallen, 2) Orientierung, 3) Gefahren erkennen, 4) Wunden behandeln, 5) Reiten 6) Geheimfächer finden 

So, dass war es mit meiner Inspiration aus Medien, die ich in letzter Zeit konsumiert habe. Mal schaun, was mich als nächstes reizen wird… 

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  • Des Trolls Monsterhandbuch: Dinosaurier- Urige Monster seit 1824
    Sausier! George Wutz in so ziemlich jeder Folge mit ihm. Im Rollenspiel, vor allem in Pulp-Spielen oder auch im OSR, tauchen sie immer wieder auf: Dinosaurier. Urzeitliche Echsen, riesengroß, ein bisschen dümmlich, aber nichtsdestotrotz gefährlich. Egal ob Tyrannosaurus Rex, Triceratops oder Pterodaktylus, in fast allen Monsterhandbüchern seit den 70ern kann man sie finden. Zeit also, sie mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu zeigen, wie wir sie in Rakshazar nutzen. Dinosaur

Des Trolls Monsterhandbuch: Dinosaurier- Urige Monster seit 1824

01. Juni 2026 um 05:00

Sausier!

George Wutz in so ziemlich jeder Folge mit ihm.

Im Rollenspiel, vor allem in Pulp-Spielen oder auch im OSR, tauchen sie immer wieder auf: Dinosaurier. Urzeitliche Echsen, riesengroß, ein bisschen dümmlich, aber nichtsdestotrotz gefährlich. Egal ob Tyrannosaurus Rex, Triceratops oder Pterodaktylus, in fast allen Monsterhandbüchern seit den 70ern kann man sie finden. Zeit also, sie mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu zeigen, wie wir sie in Rakshazar nutzen.

Dinosaurier gibt es erst seit 202 Jahren

Bevor wir loslegen, möchte ich den Rahmen festlegen, mit dem wir auf die Echsen schauen und kurz definieren, was außerhalb unseres Rahmens liegt.

Wir werden uns nicht über Drachen unterhalten, auch wenn die Idee von Drachen auf frühe paläontologische Funde, in Europa zumindest seit der Antike belegt (Kaiser Augustus hatte in seinem Palast eine große Sammlung an Knochen von Monstern und Helden, darunter sehr wahrscheinlich auch der eine oder andere Dinoknochen). Drachen haben zudem einen ganz anderen mythologischen Rucksack, den sie, in Europa zumindest, als Verkörperung des Bösen mit sich tragen.

Ich werde auch nicht über die einzelnen Arten von Dinosauriern, deren Verwandtschaftsverhältnisse oder Evolution reden. Auch über die Zeitalter, Trias, Jura und Kreide, werde ich nicht reden. Dazu kauft euch ein möglichst aktuelles, wissenschaftliches Dinobuch. Nur so viel: Zwischen Stegosaurus und Tyrannosaurus Rex liegt so viel Zeit, wie zwischen dem Ende der Dinos und heute vergangen ist +10 Millionen Jahre.

Ich werde im Artikel auch munter Flugechsen (wie den oben erwähnten Pterodaktylus) mit Dinosauriern und Meeresechsen in einen Topf werfen, was bei echten Dino-Fans ein mittleres Magengeschwür auslösen dürfte.

Was die Überlegungen des Artikels angeht, gibt es Dinosaurier erst seit 1824, dem Jahr, als der Iguanodon zum ersten Mal beschrieben und so zu einem der bekannten Dinosaurier (etwa zeitgleich mit dem Megalosaurus) wurde. Diese Beschreibung, 35 Jahre vor Darwins „Entstehung der Arten“, hat eine (kulturelle) Schockwelle ausgelöst, deren Auswirkungen wir bis heute spüren.

Dinosaurier: Zwischen Realität und Fiktion

Ich hatte ja schon in meinem Monsterhandbuch Wesen, bei denen die Realität die Fiktion beeinflusst hat. Beim Not-Deer und Wolpertinger waren es Krankheiten, die sich die (Sonntags-)Jäger nicht gleich erklären konnten. Ich hatte auch schon Monster, die aus theologischen Überlegungen heraus entstanden und dann immer mehr Lore bekamen, wie etwa der Basilisk. Ich hatte auch schon Sirenen auf meinem Blog, die ihre Gestalt im Laufe der Kulturgeschichte von Vogelfrauen zu Meerjungfrauen wandelten.

Aber Dinos sind hier besonders. Das Auseinandertriften von Realität, also dem realen Wesen, das vor 147 oder 77 oder 112 Millionen Jahren lebte, und der Fiktion, der kulturellen Bedeutung, die wir ihm geben, ist nicht davon getrieben, dass sich letzterer Bereich schneller weiterentwickelt als das Wissen, das wir über die Dinos haben, sondern weil die Paläontologie immer neue Hinweise auf Aussehen und Lebensweise der Viecher findet, ganz davon abgesehen, dass Schätzungen zufolge seit 2000 jedes Jahr 45 neue Arten entdeckt werden. Fast alle Monster entstehen aus unserer Fantasie.  Dinosaurier nicht.  Bei ihnen kommt die Fantasie einfach nicht hinterher.

Nehmen wir doch mal, um das zu veranschaulichen, unseren guten Freund, den Iguanodon.

Reconstruction of Iguanodon by Samuel Griswold Goodrich from Illustrated Natural History of the Animal Kingdom (New York: Derby & Jackson, 1859).

Das Bild hier zeigt einen Iguanodon, wie man ihn sich 35 Jahre nach dessen Entdeckung vorstellte. Wir haben es hier mit einem riesigen Leguan zu tun, die charakteristischen Daumen wurden da noch als Hörner angesehen, die Teil der Schnauze waren. Heute lachen wir drüber, aber das war die Initialzündung der Art und Weise, wie wir uns Dinosaurier vorstellen. Die ersten Fantasy-Sci-Fi-Autoren, z. B. Jules Verne in seinem 1864 erschienenen „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, hatten diesen Iguanodon und die ersten Rekonstruktionen von Flugechsen und Meeresechsen vor Augen, als sie davon schrieben. Mit Glück sind sie sogar in einer Rekonstruktion drin gesessen, wie dieses Bild hier zeigt:

Dîner du Nouvel An qui a lieu le 31 décembre 1853 et qui est immortalisé dans un article de l’Illustrated London News, le 7 janvier 1854, p. 22. Organisé par Benjamin Waterhouse Hawkins qui convie 21 personnes pour un repas dans le ventre d’un iguanodon préhistorique afin de lancer l’exposition des dinosaures de Crystal Palace

Je mehr Iguanodons man fand, desto klarer wurde es, dass das Biest so nie ausgesehen hat. Die Wissenschaft hat schnell adaptiert, in der Bevölkerung hielt sich noch das Bild von diesen Riesenleguanen. Deutlich erkennen kann man das zum Beispiel im ältesten Dinofilm überhaupt: Gertie, the Dinosaur.

Es geht in dem 1914 veröffentlichten Film zwar um eine andere Spezies, aber die Ideen von 1859 sind noch ganz klar sichtbar.

Dass man wusste, dass der Iguanodon in Wirklichkeit ganz anders aussah, beweist dieses Bild aus Meyers Konversations-Lexikon: eine Enzyklopädie des allgemeinen Wissens. Bd. 8 von 1890.

Das da ist die sogenannte Känguru-Haltung, unter der ich in den 1980ern und 1990ern den Iguanodon noch kennengelernt habe. Man glaubte, das Vieh, von dem man mittlerweile wusste, dass es Pflanzenfresser war, würde sich auf den Hinterbeinen fortbewegen und der Schwanz, welcher sehr beweglich sei, würde als Stütze dienen, während der Dino Bäume abweidete.

Moderne Rekonstruktionen stellen Iguanodon so dar:

Restoration of Iguanodon bernissartensis, 2013 von Nobu Tamura, CC-Attribution-Share Allike

Vogelbecken-Dino, auf allen Vieren laufend, die riesigen Daumenkrallen doch nicht so prominent, wie man einst glaubte, Urwampe und … seit 2000 belegt, einen steifen, nach hinten gerichteten Schwanz. Auf den Hinterbeinen alleine liefen sie wahrscheinlich nur, um von Raubsauriern zu flüchten (nicht dem T-Rex, der taucht erst 35 Millionen Jahre nach den letzten Iguanodons auf). Wahrscheinlich fraßen sie eher Gras und Farne als Blätter und Nadeln von den Bäumen.

Wenn du mir aber eine Pistole auf die Brust setzt und sagst, ich solle einen Iguanodon zeichnen, dann würdest du von mir nen 80er-Känguru-Iguanodon bekommen.

Das, was ich hier mit dem Iguanodon gezeigt habe, das gilt für alle Dinos. Ich wurde 1981 geboren, mein Bild von Dinos wurde von Filmen aus den 70ern, einem Dino-Magazin mit T-Rex-Modellbausatz und Jurassic Park geprägt. Für mich sind Dinos grau, grün oder braun, geschuppt. Mittlerweile weiß man, dass die meisten Raptoren ein Federkleid hatten (für T-Rex wurde das auch mal diskutiert, was den Schreckensechsen den Schrecken nimmt, wenn man sie sich als überdimensionales Hähnchen vorstellt), man hat Dino-Mumien gefunden, weiß, wie deren Haut aussah, und konnte da sogar Pigmente nachweisen. Mein Bild von den Dinos hat sich aber noch nicht upgedatet. Mit Folgen fürs Rollenspiel, wie wir gleich noch sehen werden.

Dinos in Rakshazar

1993 kam Die Schlacht der Dinosaurier auf den Markt.

Ein dumpfes Donnergrollen, begleitet von einer Vibration des Erdbodens, zog über die Ebene von Rastargo. Nein, es war nicht der Vulkan Astana – gelegen im Lande hinter dem Ehernen Schwert –, der seinen bevorstehenden Ausbruch ankündigte. Ein riesiger Plateosaurus, einer der größten aller Saurier, tauchte am Rande der Ebene auf. Die Erde stöhnte unter seinem Gewicht. Nun war auch Kampfgeschrei zu hören, und weitere Dinosaurier der unterschiedlichsten Art waren am Horizont auszumachen. Jedes Tier trug einen oder mehrere Reiter, die gerüstet waren mit Schwertern, Lanzen und Wurfgeschossen.

Während sich die Dinosaurier-Armee noch formierte, zog vom Osten aus der gefürchtete General Tschadrak von Harangas zum Angriff. Die schweren Leiber setzten sich in Bewegung und stampften aufeinander zu. Schon bald stürzten die ersten Kolosse leblos zu Boden und nahmen ihre Reiter mit sich. Magier schleuderten Lavabrocken in den Vulkan, um dadurch neue Kräfte für ihr Heer zu sammeln.
Als die Abendsonne ihre letzten Strahlen über die Ebene von Rastargo schickte, war die Dinosaurier-Armee von General Tschadrak von Harangas nicht mehr gesehen, und seine Schreckensherrschaft für immer beendet

— Klappentext von Die Schlacht der Dinosaurier;

Hier hatten wir also ein Brettspiel, bei dem bis zu 4 Armeen gleichzeitig kämpfen konnten und das In Rakshazar spielte.

Naja, eigentlich ist die Geschichte hinter dem Spiel diese, dass Schmidt-Spiele ein Dino-Spiel hatten und das einfach unter der Marke DSA rausbrachte, das Spiel selber aber nichts mit DSA am Hut hatte, geschweige denn mit den damaligen Köpfen hinter DSA irgendwie abgesprochen war. Trotzdem… das Spiel war nicht schlecht, hat echt spaß gemacht und wir vom Team Rakshazar haben es in unsere Spielwelt eingebaut. Damit hatten wir schon mal Den Tyrannosaurus Rex, Triceratops, Stegosaurus, Plateosaurus, Velociraptoren (wie immer seit Jurassic Park zu groß dargestellt, müssten eigentlich Utharaptoren sein) und Pteranodon. Wie immer in der Fantasy eine Mischung aus Oberjura (Plateosaurus, vor 217,4 bis 201,3 Millionen Jahre und Stegosaurus, vor 157,3 bis 147,7 Millionen Jahre) und Kreidezeit (T-Rex und Velociraptor, vor 85,2 bis 76,4 Millionen Jahre und auch Trceratops, ganz am Ende der Dinozeit) sowie Flugechsen (Pteranodon, auch aus der Oberkreide, vor 86,3 bis 72 Millionen Jahren).

Wir hätten die Dinos 1:1 übernehmen können, doch dann war da Hannes Radke, einer unserer damaligen Mitstreiter. Der war gerade dabei, Seine Abschlussarbeit im Designbereich zu machen und wollte als Produkt ein Rollenspielprodukt herausbringen. So entstand 2010 Rakshazar: Erste Schritte auf dem verfluchten Kontinent. Hannes hatte damals schon einen ganz eigenen, grimm and gritty, Stil und so entstanden diese beiden Bilder hier:

Das erste Bild zeigt einen Knochenwüter, unsere Version des Ankylosaurus, zweiteres ein Dreihorn, hinter dem sich ein Triceratops versteckt.

Nach diesem Vorgeplänkel nun mal Butter bei die Fische. Ich werde jetzt mal alle Dinos auflisten, die wir so in Rakshazar haben, teilweise mit Werten. Die Bilder, die ich hier reinposte, die spiegeln teilweise das wieder, was ich in Dinos: Zwischen Realität und Fiktion gesagt habe. Unsere Idee von Dinos stammt aus den 80gern und 90gern (die oben angesprochenen Folgen fürs Rollenspiel), Hannes Ideen, vor allem grafische Ideen, sind dagegen weit weg davon, was ich persönlich viel spannender finde. kein Pulp – aber eben auch kein Paläo-Fantasy-Realismus. An Dinos haben wir in Rakshazar (Werte, soweit schon vorhanden, für DSA4.1, Savage Rakshazar (ein Savage World Hack) und DSA1):


Blutzahn (Tyrannosaurus Rex)

Spielwerte DSA1: MU 12 LE 75 AU 40 AT 12/10/6 (Klauen, Maul, Schwanz) TP 1W+5 / 2W+4 / 1W+4) GS 12 RS 3 PA 5 MK 100 Beute: Zähne (40 TE). Im Magen liegen 2 Schätze.


Dreihorn (Triceratops)

Treirak in der Sprache der Brokthar.

Ein riesiges Vieh ist diese drei Schritt hohe Echse, deren Schädel mit drei langen Hörnern und einem mächtigen Nackenschild aus Horn bewehrt ist. Aggressiv sind sie nur während der Paarungszeit, sonst begnügen sich die friedlichen Pflanzenfresser damit, Feinden die Hörner entgegenzustrecken. Die meisten Raubtiere schreckt bereits diese Demonstration der Waffen ausreichend ab. Als Nutztiere bedeutend sind diese Echsen vor allem für die Brokthar, die das zarte Fleisch der Tiere sehr schätzen.

Spielwerte DSA1: MU 5 AT 12 RS 4 LE 80 PA 0 AU 30 TP 3W6 MK 20 Beute: 100 Rationen Fleisch, Hörner (40 TE)


Knochenwüter (Ankylosaurus)

Knochenplatten, Stacheln und eine knöcherne Schwanzkeule, die selbst die Schienbeine von Riesen zu zertrümmern vermag… wahrlich, ein Knochenwüter ist eine beeindruckende Erscheinung. Wenn man zudem noch Zeuge wird, mit welcher Verbissenheit diese Echse gegen ihre Feinde kämpft, weiß man, dass sie ihren Namen zurecht trägt. Umso erstaunlicher scheint es, dass einige Reiternomaden in den Weiten der südlichen Steppen, sowie die Xhul in der Wüste Lath „zahme“ Knochenwüter ihr eigen nennen. Sie setzen die genügsamen Echsen als Lastenträger ein, denn auf dem Rücken der Knochenwüter sind wertvolle Waren vor nahezu allen humanoiden Räubern sicher.

Spielwerte DSA1: MU 15 LE 150 PA 5 RS 4 AT 14 TP 2W+4 (Knochenkeule) MK 30 Beute: 30 Portionen Fleisch


Langhals-Echsen oder Donner-Echsen (Plateosaurus)

Im Riesland sind Donnerechsen zu einem seltenen Anblick geworden. Uralte Legenden der Xhul und Orks berichten von Zeiten in denen die Wüste Lath eine Oase der Fruchtbarkeit war und vorüberziehende Donnerechsenherden die Erde erbeben ließen. Heute durchstreifen die Donnerechsen auf beständiger Suche nach Nahrung die Steppen und Savannen südlich und östlich der Lath. In Kurotan und nördlich der Lath sind sie dabei seltener anzutreffen, ist die Vegetation hier doch sehr karg. Der mächtige Rumpf, der Echsen ruht auf vier säulenartigen Beinen, wobei die Vorderläufe etwas schmächtiger als die Hinterbeine, dafür allerdings mit beweglicheren Zehen versehen sind. Der lange Hals und der muskulöse Schwanz, lassen die größten Exemplare länger als zwei dutzend Schritt werden und neben ihren massigen Körpern würde selbst ein Troll winzig wirken. Ihre schuppige Haut ist dick und ledrig, meist in sandigen, grauen Grundtönen mit grünlicher oder rotbrauner Musterung gefärbt. Oberkiefer und Schädel bestehen aus einem einzigen, kantigen Knochen, der nur mit einer verhältnismäßig dünnen Hautschicht überzogen ist. Auf der Schnauze sitzt eine flache, hornartige Wölbung. Eine weitere Wölbung befindet sich an der Schädeloberseite hinter den tief unter Knochenwülsten verborgenen Augen. Hier sind die Atemlöcher der Donnerechsen, die auch zur Erzeugung dumpf dröhnender Rufe verwendet werden. Die meiste Zeit des Tages verbringen die Riesen mit Fressen; dabei stehen Gräser und Farne, aber auch Baumlaub, Beeren und andere Früchte auf dem Speiseplan. Gerüchten zufolge wurden die gemächlichen Echsen aber auch schon beobachtet wie sie sich an Kadavern, auch denen ihrer eigenen Artgenossen, zu schaffen machten. Mit der Gemächlichkeit ist es allerdings schnell vorbei, wenn die Herde aufgeschreckt wird. Dann rollt das Donnern der fliehenden Kolosse über die Ebenen und es zeigt sich das die Donnerechsen trotz ihrer Größe ein beachtliches Tempo vorlegen können. Kann das Tier nicht entkommen, richtet es sich als Drohgebärde auf seinen Hinterbeinen auf und lässt sich wieder nach vorne fallen, um dabei seinen knöchernen Schädel dem Angreifern entgegen zu schwenken.

Spielwerte DSA1:

MU 8 AT 11 RS 3 PA 3 TP 2W+2 (Trampeln) GS 7 AU 40 Beute: 30 Rationen Fleisch


Schlangenhals (Elasmosaurus)


Flugechsen (diverse)

Im südlichen und zentralen Rakshazar, sowie auch in den warmen Gebieten des Vaestfogg, sind eine Vielzahl von Flugechsen Arten, unterschiedlichster Größen und Formen heimisch. Die Kleinsten unter ihnen sind nur wenige Finger lang, während die Größeren Spannweiten von drei bis vier Schritt erreichen. Nur die zwei größten Flugechsenarten des Rieslands, der Kurih und der Ugedun, sind mit Spannweiten von 12 bzw. 9 Schritt noch einmal deutlich größer. Alle Flugechsen haben einen prinzipiell ähnlichen Körperbau: der Rumpf ist schmächtig, die Hinterbeine kurz und die Vordergliedmaßen besitzen extrem verlängerte Fingerknochen an denen sich die ledrigen Flügel aufspannen. Zum Laufen stützen sie sich auf ihre Arme. Die Meisten sind gute Kletterer. Einige haben voll ausgebildete Schwänze, andere nur noch verkümmerte Fortsätze. Schnabelform und Halslänge variieren stark zwischen den verschiedenen Arten und hängen von der jeweiligen Nahrung ab. Die kleinsten Flugechsen ernähren sich von Blütennektar, Baumharzen oder Insekten, etwas größere von Beeren und Früchten, oder von Parasiten und Aas. Die noch Größeren fressen Fische, Echsen, Frösche, Vögel und andere Flugechsen. Die Vielfalt ist schier grenzenlos und bisher hat es noch keiner der wenigen, riesländischen Gelehrten auf sich genommen all die unterschiedlichen Flugechsen zu kategorisieren, geschweige denn sie alle zu benennen. Sie leben überall da, wo es warm genug ist, und sind für den Riesländer allgegenwärtige Begleiter. Sogar in den Metropolen haben sie sich breit gemacht, wo sie Resteverwerter und Ruhestörer zugleich sind und manchmal auch selber von den Zweibeinern verwertet werden.

Einige bekanntere Arten:

Die Chrame (auf Sanskit)/ die Krakh (auf Amhasa)

Die Chrame ist eine kleinere Flugechse, die wahrscheinlich schon in ferner Vergangenheit die Metropolen und Städte bevölkerte. Sie hat einen kurzen, bezahnten Schnabel und vertilgt damit alles, was in den Städten so abfällt oder unbeaufsichtigt liegen bleibt. Die Männchen haben auffällige, türkis schillernde Kehlsäcke, ähnlich wie ein Frosch, womit sie in der Abenddämmerung ungeheuerlich nervtötenden Lärm verursachen.

Der Risto

Eine größere, äußerst territoriale Flugechse. Sein Revier liegt in Sümpfen und feuchten Niederungen. Er reagiert äußerst aggressiv auf Eindringlinge jederart und wird zunächst versuchen größere Gegner mit Scheinangriffen zu verscheuchen. Anstatt mit seinem Schnabel, attackiert der Risto mit Tritten seiner klauenbewehrten Hinterbeine. Jagen sieht man die Risto allerdings selten, ernähren sie sich doch vorwiegend von Kadavern, die sie mit ihrem großen Schnabel und kräftigem Hals Stück für Stück zerlegen.

Der Klippsegler

An den Küsten Rakshazars sind die Klippsegler ein gewohnter Anblick. Diese einen Schritt große Flugechsenart beschränkt sich jedoch bei weitem nicht darauf, ihre Kolonien ausschließlich an felsigen Klippen zu gründen, sie bevölkern ebenso gerne die Fassaden großer Gebäude in Hafenstädten, sowie Bäume in Küsten- und Mangroven-wäldern. Sie sind begnadete Fischer und können sogar kurze Strecken unter Wasser zurücklegen.

Der Pim Pim

Wer in den warmen Gebieten Rakshazars, wie der Wüste Lath oder der Mareth-Senke, auf eine Karawane trifft, wird oftmals von den dort umherschwirrenden Pim Pim belästigt. Diese nur wenige Finger großen Flugechsen haben einen langen Schwanz, der etwa die Hälfte ihrer geringen Körperlänge ausmacht und sind friedfertige, wenn auch sehr neugierige Wesen. Die Pim Pim leben in Symbiose mit und auf den riesenhaften Kreaturen Rakshazars, die auf Grund all ihrer Parasiten und sonstigen blinden Passagiere den Pim Pim üppige Nahrungsquellen bereitstellen. Seine Neugierde und Klugheit haben dem Pim Pim einen guten Ruf unter den Zweibeinern Rakshazars eingebracht. Vielerorts sind sie gern gesehene Begleiter, die schnell eine enge Bindung zu ihrem Herren aufbauen.

Spielwerte DSA1: LE 10 RS 1 Beute: 1 Ration Fleisch MR 7 LE 80 MK 40

Der Handjscha/Schwarm

Von Shahana bis Ribukan ist der Handjscha gefürchtet und verhasst. Eine Strafe der Götter für die einen, ein Fluch fremder Mächte für andere. Für Einige ist der Handjscha gar selbst eine göttliche Entität, der es zu folgen gilt und dessen Zeichen korrekt zu deuten Aufschluß über die Zukunft gibt. Die riesigen Schwärme dieser Echsen, die neben Handjscha noch viele weitere Namen tragen, ziehen unentwegt durchs südliche Riesland, immer auf der Suche nach Nahrung. Zu zehntausenden überfallen sie Haine, Gärten und Weinberge, plündern Fischerdörfer oder städtische Märkte. Die zwei Spann messenden Flugechsen, mit grazilem Schwanz, fressen alles was irgendwie tauglich erscheint. Wenn alles vertilgt ist, macht sich der Schwarm unter ungeheuerlichem Getöse auf zu seinem nächsten Opfer. Einzig wenn der Handjscha auf einen vergleichbar großen „Heuschreckenschwarm“ trifft, können die riesländischen Bauern dem Schauspiel etwas Positives abgewinnen.


Rammschädel (Pachycephalosaurus)

Titel: Rammschädel.pngDie wilden Rammschädel durchstreifen in Gruppen von rund zwei Dutzend Tieren die Steppen und Savannen der Mareth-Senke und der angrenzenden Gebiete. Hin und wieder kann man die kleinen Herden auch in den südlicher gelegenen Dschungelwäldern und Gebirgstälern antreffen. Sie sind anspruchslose Pflanzenfresser und ausdauernde Wanderer, die auch wochenlang mit karger Kost durchhalten. Die zweibeinigen Echsen sind, wenn es darauf ankommt, schnelle Läufer. Zum Grasen oder zum Ausgraben von Wurzeln nutzen sie ihre befingerten Vordergliedmaßen. Ihr auffälligstes und zugleich namensgebendes Körpermerkmal ist jedoch der knöcherne Dom auf ihrem Schädel. Diese mehrere Finger dicke Knochenplatte wird umringt von zahlreichen großen und kleineren Hörnern und wird sowohl zur Verteidigung gegen Angreifer, als auch bei Rivalenkämpfen zur Paarungszeit eingesetzt. Aber auch mit ihrem schnabelartigen Maul und Tritten ihrer kräftigen Laufbeine sind die Rammschädel in der Lage, sich gegen Feinde effizient zur Wehr zusetzen. Die Reiternomaden des Sanskitaren Volkes züchten und zähmen bereits seit vielen Generationen Rammschädel und nutzen sie neben Wildpferden und Kamelen als Reittiere. Durch ihre Größe und ihr martialisches Aussehen gelten Rammschädel als besonders wertvoll und jeder Stammeskrieger, der etwas auf sich hält, will eines Tages einen Rammschädel sein Eigen nennen. Auch in den Metropolen der Sanskitaren, kann man hin und wieder auf gezähmte Rammschädel treffen. Diese sind gerade in der wohlhabenden Oberschicht beliebte Reittiere, allerdings begeben sich die Potentaten auf Grund ihrer Körperfülle oft gar nicht selber in den schwankenden Sattel. Im Dreistromland hingegen werden die Tiere gelegentlich wegen ihres Fleisches und des zähen, witterungsbeständigen Leders gezüchtet.

Spielwerte DSA1: MU 15 LE 60 AT 14 PA 2 RS 4 MK 30 TP 1W+2 (Rammstoß. GE-Probe um die TP erschwert, bei Fehlschlag fliegt der*die Held*in TP Schri durch die Lu.) Beute: 30 Portionen Fleisch


Axaluun (Stegosaurus)

Der Axaluun ist eine gewaltige Großechse, beheimatet in den schwülen Dschungeln und Sumpfländern der ribukanischen Halbinsel. Ausgewachsen erreichen die Echsen eine Schulterhöhe von gut drei Schritt und eine Länge von neun Schritt vom kleinen Kopf bis zum stachelbewehrten Schwanz gemessen. Ihr runder Rücken ist besetzt mit mächtigen, rautenförmigen, senkrecht abstehenden Knochenplatten, die dem Geschöpf ein abenteuerliches Aussehen verleihen. Insbesondere zur Brunftzeit oder in Gefahrsituationen färbt verstärkte Durchblutung die Knochenplatten dunkel rot. Der mächtige Rumpf des Tieres lastet auf vier Beinen, wobei die Vorderläufe im Vergleich zu den kräftigen Hinterbeinen, die es dem Axaluun ermöglichen sich aufzurichten, um an schmackhafteres Blattwerk großer Bäume zu gelangen, geradezu schmächtig wirken. Der Kopf der Echse wirkt im Vergleich zum Körper überraschend klein. Die Nagahstämme der Sumpfländer sehen den Axaluun als Inbegriff von Einfältigkeit und Genügsamkeit, wissen sie doch, dass das Gehirn des riesigen Tieres kleiner als eine Faust ist. Tatsächlich ist die Großechse nicht gerade besonders schlau, wenn es darum geht Gefahren aus dem Weg zugehen oder diese Frühzeitig zu erkennen. Doch da der Axaluun kaum natürliche Feinde hat, scheint ihm seine Tumbheit nicht im Wege zu stehen. Und wenn er doch einmal in die Situation kommt sich verteidigen zu müssen, so verlässt sich die Echse in diesem Fall auf ihre tödlichen Waffen: Die vier, jeweils ein Schritt langen Dornen, je zwei zur Rechten und zwei zur Linken, die aus seinem Schwanz wachsen, sind gut geeignet sich sogar einen unvorsichtigen Blutzahn vom Leib zu halten. Die Großechsen leben meist als Einzelgänger, tief in sumpfigen Dschungelwäldern und fressen Tag für Tag Unmengen an Blättern, Farnen und Wassergewächsen. Zur Paarungszeit kommen die Axaluun an weitläufigeren, sumpfigen Niederungen zusammen. Nach der Paarung legt das Weibchen 10 bis 20 Eier in eine meist sandige Grube und verlässt das Gelege. Der Nachwuchs ist von da an auf sich allein gestellt und nur die wenigsten Jungtiere werden älter als ein Jahr. Haben sie jedoch erstmal eine gewisse Körpergröße erreicht, gibt es kaum mehr etwas, was ihnen gefährlich werden kann. Viele Ipexcostämme und auch die Sirdak verehren den Axaluun als friedliebenden und mächtigen Hüter der tiefen Wälder.


Schreckensklaue (Utha-Raptor)

Die Schreckensklaue (Sanskit.: Velachi) ist eine auf den Hinterbeinen laufende Raubechse mit einer Schulterhöhe von rund 9 Spann. Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze misst sie etwa 4 Schritt, ist von schlankem sehnigen Wuchs und besitzt ein langezogenes Maul voller messerscharfer Reißzähne. Der Körper ist von dunkelgrauen bis grau-grünen Schuppen bedeckt. Am Hinterkopf, tragen die Männchen einen kurzen, smaragdgrünen Hautkamm. Ihren wenig schmeichelhaften Namen verdankt die Schreckensklaue der fast spannlangen, sichelförmigen Klaue an den innersten Zehen ihrer zwei Laufbeine. Diese Klauen gelten überall in Rakshazar als begehrte Trophäen und eignen sich auch als Werkzeuge oder Waffen. Doch die Jagd auf Schreckensklauen ist alles andere als ungefährlich und der ein oder andere Jäger wird schließlich selbst zum Gejagten. Die Echsen sind schnell, haben enorme Sprungkraft und gute Augen. Sie leben in Gruppen von 4 bis 8 Tieren und sind in Steppen, Halbwüsten und Savannen, gelegentlich auch in Gebirgen, des gesamten südlichen und zentralen Rakshazars, anzutreffen.

Spielwerte DSA1: MU 15 LE 35 AT 15 PA 4 TP 1W+5 (Sichelkralle) Beute: Sichelkralle 10 TE

Ein paar Ideen zum Schluss

Bei der Recherche zu diesem Artikel kam mir eine Idee, wie man Dinosaurier auch in einem Rollenspielsystem einsetzen kann, das man nicht sofort mit den Schreckensechsen verbindet: Vaesen. Dazu muss ich aber den selbst gestecken Rahmen ein klein bisschen erweitern und die Drachen doch ins Bild holen.

Vaesen (incl. Die Britannienerweiterung) spielt ja in einer Fantasy-Version des 19. Jhdts. Und das ist genau die Zeit, in der die Dinosaurier entdeckt wurden. Für die damalige Gesellschaft Muss das ein riesiger Schock gewesen sein: Eine Tierwelt vor unserer Tierwelt! Ein rütteln an den Grundfesten des Glaubens. Für gläubige Personen mag sogar die Frage im Raum gestanden haben, ob die Dinoknochen nicht überreste von Drachen sind. Drachen (genauer, Lindwürmer) tauchen in Vaesen im Grundregelwerk und dem tollen Abenteuer Feuerherz aus dem Band Jahr der Mythen auf. In dem Abenteuer geht es um eine Mine, ein Sägewerk, 2 Brüder und Gier, die den Drachen erwachen lässt bzw. einen Bruder in den Drachen verwandelt (ein Motiv, dass wir von Fáfnir aus der Völsunga kennen).

Lass uns doch 2 Gentleman darüber streiten, wer nun den (vermeidlichen) Dinosaurier aufbauen darf. Der Streit weckt dann den Geist des Drachen in den Knochen und, wenn die Donnerstagskinder Pech haben und keine Lösung finden, verwandelt einen der Gentleman in einen Drachen, der den Cristal Pallace in Schut und Asche legt.

Noch eine Idee, die aber jetzt wieder eher Pulp ist und von Darkwing Duck (Staffel 1, Episode 24)… geliehen wurde: Eine Strahlenwaffe, die Vögel in Raptoren zurückverwandelt. Ein genialer Fiesling, der die Weltherrschaft an sich reißen möchte, die Hochzeit eines großen Staatsmannes, bei dem 1200 Tauben freigelassen werden und die Charaktere, die dies verhindern wollen… Nebenbei: Erst wollte ich schreiben, dass der Zwischenfall mit dem Taube-zu-Raptor-Stahl bei Olympia 2028 stattfinden soll, aber seit einem Zwischenfall in Seoul werden keine Tauben mehr bei Olympia verwendet.

Fazit

Schon alleine wegen Ihrer Größe, Artenvielfalt und der ewig langen Zeit, die sie die Erde beherrschten, sind Dinos interessante Monster fürs Rollenspiel. Sie verkörpern die rohe, urtümliche Gefahr, von etwas gefressen oder gar verschluckt zu werden, dass viel größer und stärker ist als man selbst. In Rakshazar haben wir auch Dinos drin, die als Reittiere genutzt werden, auch das ein Traum jedes Kindes mit so 5-8 Jahren (meiner wars auf jeden Fall). Bei der Darstellung und Beschreibung von Dinos hinken wir aber der Wissenschaft hinterher. Im Fernsehen laufen immer noch die alten Schinken aus den 70gern und noch zu selten werden Raptoren mit Federn dargestellt. Vielleicht sollten wir uns von dieser Idee der Dinos ganz lösen und mehr wie Hannes denken. Vielleicht sollten wir eigene Dinos erfinden, fern von jeder Vorlage, die es in der Natur je gab. Vielleicht sollten wir aufhören, Dinosaurier zu spielen, wie wir sie kennengelernt haben.

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Mina the Hollower ist da

Von: D
29. Mai 2026 um 16:02

Ich bin morgen auf der Con Matters 2026 und habe leider keine Zeit Mina the Hollower zu zocken, aber das hole ich dann am Sonntag nach (nachdem wir alles wieder abgebaut haben und das Wohnzimmer besenrein hinterlassen haben). Ich verfolge das Spiel und Yacht Club Games schon ein paar Jahre, war aber leider zu spät für den Kickstarter. Das macht aber nichts, da man ab heute einfach loszocken kann. Schaut mal rein, wenn euch alte Game-Boy-Color-Titel wie The Legend of Zelda: Link’s Awakening und Bloodborne gefallen.

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  • Battlepod: Die Geheimdienste von Rasalhague und Steiner
    In dieser Folge sprechen wir über aktuelle Neuigkeiten aus dem BattleTech-Universum, darunter das neue DLC Chaos Reign für MechWarrior 5: Mercenaries sowie neue BattleTech-Boxen und ein überarbeitetes Regelwerk mit Änderungen an mehreren Regeln. Dabei gehen wir auch auf neue Einheiten, Box-Inhalte und die vorgestellten Produkte ein.Außerdem setzen wir unsere Reihe zu den Geheimdiensten der Inneren Sphäre fort und behandeln zuerst Mimir aus der Freien Republik Rasalhaq mit seiner Struktur aus mil

Battlepod: Die Geheimdienste von Rasalhague und Steiner

27. Mai 2026 um 22:59

In dieser Folge sprechen wir über aktuelle Neuigkeiten aus dem BattleTech-Universum, darunter das neue DLC Chaos Reign für MechWarrior 5: Mercenaries sowie neue BattleTech-Boxen und ein überarbeitetes Regelwerk mit Änderungen an mehreren Regeln. Dabei gehen wir auch auf neue Einheiten, Box-Inhalte und die vorgestellten Produkte ein.
Außerdem setzen wir unsere Reihe zu den Geheimdiensten der Inneren Sphäre fort und behandeln zuerst Mimir aus der Freien Republik Rasalhaq mit seiner Struktur aus militärischen und zivilen Teilen sowie seinen Aufgaben in Aufklärung und Gegenaufklärung. Danach sprechen wir über den LIC des Lyran Commonwealth, seine Entstehung, seine Abteilungen und seine Rolle in verschiedenen Konflikten.

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Von: admin
27. Mai 2026 um 13:51
Besitzer der Caera Kampagnenbox, die schon immer mal gerne die Kampagnenkarte auch in digitaler Form gehabt hätten, haben jetzt die Gelegenheit dazu. Ob für bequemes Tablet-Zoomen am Spieltisch, dem Abenteuerentwurf oder der Kampagnenplanung – mit der digitalen Karte von Caera könnt ihr die Länder rund um die Innersee nun auch am heimischen PC erkunden.
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  • Victoriana – Der Fall des Magister Edward Shadwicke (Spieltest)
    Victoriana – eine Welt aus Fantasy und Steampunk. Mitten in der Industrialisierung treffen Magie und Technik, profane Verbrecher*innen und übernatürliche Monster im Schmelztiegel London zusammen. In all dem befinden sich die Charaktere, die es sich als Irregulars zur Aufgabe gemacht haben, den Bürger*innen wenigstens etwas mehr Sicherheit zu bringen. Dieser Beitrag wurde von Ayleen Schmidt geschrieben

Victoriana – Der Fall des Magister Edward Shadwicke (Spieltest)

26. Mai 2026 um 09:00

Artikelbild VictorianaVictoriana – eine Welt aus Fantasy und Steampunk. Mitten in der Industrialisierung treffen Magie und Technik, profane Verbrecher*innen und übernatürliche Monster im Schmelztiegel London zusammen. In all dem befinden sich die Charaktere, die es sich als Irregulars zur Aufgabe gemacht haben, den Bürger*innen wenigstens etwas mehr Sicherheit zu bringen.

Dieser Beitrag wurde von Ayleen Schmidt geschrieben

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  • (2/3) Hexenjagd Teil 1: Der Wald Ep. 2 [DSA-Hörbuch]
    https://site.ulisses-ebooks.de/product/566178/Hexenjagd–Teil-1-Der-Wald?src=newest_community&filters=45921 Wollt ihr wissen, wie ein Mädchen den Pfad der Hexe betritt?Nicht durch Zufall, so viel schon einmal vorab! Manchmal ist es das Flüstern Sumus, das Rufen der Mada, das laute fragen eines stummen Begleiters oder manchmal… der Griff dunkler Begierde, die nach einer Seele verlangen. Seid ihr bereit herauszufinden, welche Gefahren einem tobrischen Mädchen… Weiterlesen »(2/3) Hexenjagd Teil

(2/3) Hexenjagd Teil 1: Der Wald Ep. 2 [DSA-Hörbuch]

24. Mai 2026 um 13:29
https://site.ulisses-ebooks.de/product/566178/Hexenjagd–Teil-1-Der-Wald?src=newest_community&filters=45921 Wollt ihr wissen, wie ein Mädchen den Pfad der Hexe betritt?Nicht durch Zufall, so viel schon einmal vorab! Manchmal ist es das Flüstern Sumus, das Rufen der Mada, das laute fragen eines stummen Begleiters oder manchmal… der Griff dunkler Begierde, die nach einer Seele verlangen. Seid ihr bereit herauszufinden, welche Gefahren einem tobrischen Mädchen… Weiterlesen »(2/3) Hexenjagd Teil 1: Der Wald Ep. 2 [DSA-Hörbuch]
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  • Gin Tectonic
    Gin Tectonic Dieses Mischgetränk ist verbreitet unter Kolonialbeamten und -offizieren im Dienst auf der Elementarebene der Erde, um ihre Konstitution gegen die örtlichen Bedingungen zu stärken. (+1 auf Rettungswürfe gegen Erdelementarwesen, -zauber und -effekte)

Gin Tectonic

23. Mai 2026 um 22:23

Gin Tectonic
Gin Tectonic
Dieses Mischgetränk ist verbreitet unter Kolonialbeamten und -offizieren im Dienst auf der Elementarebene der Erde, um ihre Konstitution gegen die örtlichen Bedingungen zu stärken.

(+1 auf Rettungswürfe gegen Erdelementarwesen, -zauber und -effekte)

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  • Grim Hollow Campaign Guide – Einblicke ins düstere Etharis (Rezension)
    Ohne Götter bleibt fast nur Finsternis: Der Campaign Guide des Dark-Fantasy-Rollenspiels Grim Hollow liefert einige Charakter-Optionen und Hintergrundinfos, um das Leben auf dem Kontinent Etharis richtig in Szene setzen zu können. Was Spielleitungen in der Welt von Ghostfire Gaming alles finden können, erfahrt ihr hier. Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

Grim Hollow Campaign Guide – Einblicke ins düstere Etharis (Rezension)

22. Mai 2026 um 09:00

Grim-Hollow-CampaignOhne Götter bleibt fast nur Finsternis: Der Campaign Guide des Dark-Fantasy-Rollenspiels Grim Hollow liefert einige Charakter-Optionen und Hintergrundinfos, um das Leben auf dem Kontinent Etharis richtig in Szene setzen zu können. Was Spielleitungen in der Welt von Ghostfire Gaming alles finden können, erfahrt ihr hier.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

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  • Friday Five: Eberron-Konzepte
    Wie kürzlich geschrieben wechselt unsere Shadowrun-Runde demnächst wieder zurück auf D&D5e, allerdings geht es nicht wieder zurück nach Ravenloft um einen Vampir zu jagen. Wir fangen mit ganz neuen Charakteren auf Eberron an. Der Plan ist eine Kampagne zu leiten mit Charakteren die für die Morgrave-Universität in Sharn arbeiten und für diese ruhmreiche Hochschule historische Artefakte… ääääh… erwerben. Indiana Jones, The Mummy, Tomb Raider, und D&D halt. Und da unsere Mitspielenden a.) w

Friday Five: Eberron-Konzepte

22. Mai 2026 um 08:22
Wie kürzlich geschrieben wechselt unsere Shadowrun-Runde demnächst wieder zurück auf D&D5e, allerdings geht es nicht wieder zurück nach Ravenloft um einen Vampir zu jagen. Wir fangen mit ganz neuen Charakteren auf Eberron an. Der Plan ist eine Kampagne zu leiten mit Charakteren die für die Morgrave-Universität in Sharn arbeiten und für diese ruhmreiche Hochschule historische Artefakte… ääääh… erwerben. Indiana Jones, The Mummy, Tomb Raider, und D&D halt. Und da unsere Mitspielenden a.) wenig Erfahrung mit Rollenspielen haben, und b.) noch gar keinen Kontakt mit Eberron hatten, und c.) Eberron als Setting nicht so ganz die typische Fantasywelt ist hatte Caninus die Idee [...]
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  • VF48: Lore – Rückblick auf die 2014er D&D Edition
    Die 2024er Edition von DnD ist schon seit einiger Zeit komplett erhältlich. Dann kann die 2014er Edition doch in den Müll, oder? Aber halt, bevor wir uns ganz von den alten Regeln und Abenteuern verabschieden, werfen Antje, Martin und Carsten einen Rückblick auf die Inhalte und Geschichten der vergangenen 2014er D&D Edition. Wie gut war DnD 2014 eigentlich verglichen mit den vorherigen Editionen? Wir besprechen die zahlreichen Abenteuer-Bücher und schauen uns an, wie sie mit der umfangreiche

VF48: Lore – Rückblick auf die 2014er D&D Edition

Die 2024er Edition von DnD ist schon seit einiger Zeit komplett erhältlich. Dann kann die 2014er Edition doch in den Müll, oder? Aber halt, bevor wir uns ganz von den alten Regeln und Abenteuern verabschieden, werfen Antje, Martin und Carsten einen Rückblick auf die Inhalte und Geschichten der vergangenen 2014er D&D Edition. Wie gut war DnD 2014 eigentlich verglichen mit den vorherigen Editionen? Wir besprechen die zahlreichen Abenteuer-Bücher und schauen uns an, wie sie mit der umfangreichen DnD Lore umgegangen sind. Zudem unterhalten wir uns über neue technische Möglichkeiten wie DnD Beyond, die DMs Guild oder Actual Play Videos und welche Wirkung sie auf das Rollenspiel haben.

Spoilerwarnung: In diesem Podcast gibt es (sehr) milde Spoiler zu den DnD Abenteuern Sturmkönigs Donner und Grabmal der Vernichtung.

Sprungmarken zu den Themen:

00:00:00 Intro

00:00:50 Vorstellung der Loremaster

00:04:00 Welches DnD Buch nimmst Du mit auf eine einsame Insel?

00:07:50 Das Format der 2014er Abenteuer-Bücher: Hintergrund plus Abenteuer

00:12:40 Vergleich der Editionen: Against the Giants versus Sturmkönigs Donner

00:14:40 Komisches Zeug aus AD&D 2, das keiner mehr braucht: Chronomancer und Psyonics

00:17:25 Strixhaven, Ravnica und Mythic Odysseys of Theros: Die Magic Crossover-Settings

00:23:50 Keys from the Golden Vault (Die Schlüssel des goldenen Tresors)

00:25:25 Spelljammer, Planescape und Dragonlance

00:34:00 DnD Beyond

00:37:05 DnD in anderen Medien: Actual Plays, Streaming und Baldurs Gate 3

00:47:50 DnD Bücher von anderen Verlagen

00:53:25 Vecna: Eve of Ruin (Vecna: Vorabend der Verdammnis)

00:55:25 Waterdeep: Dragon Heist

01:02:20 Quests from the Infinite Staircase

01:04:05 Icewind Dale: Rime of the Frostmaiden

01:05:50 Out of the Abyss (Aus dem Abyss)

01:07:10 Nicht so doll: Princes of the Apocalypse (Fürsten der Apokalypse) und Tyranny of Dragons

01:09:50 Curse of Strahd (Fluch des Strahd)

01:11:05 Ghosts of Saltmarsh

01:12:55 Candlekeep Mysteries

01:16:35 Eberron: Forge of the Artificer (DnD 5.5 Exkurs)

01:19:15 Ein friedlicher Abschluss: Kein Kataklysmus am Ende der 2014er Edition

01:20:55 Danke und Tschüss

Notizen und Links:

Die Vorsicht Feuerball Website und Ihre Inhalte (auch dieser Podcast) sind inoffizielle Fan-Inhalte im Rahmen der Richtlinie für D&D Fan-Inhalte. Sie sind nicht von Wizards gefördert/gesponsert. Bestandteile des enthaltenen Materials sind Eigentum von Wizards of the Coast. ©Wizards of the Coast LLC.

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  • Klangwerk is back!
    Vielleicht erinnern sich einige noch an die CDs mit dem Dungeonslayers-Soundtrack Klangwerk – eine musikalische Reise durch Caera mit 21 Tracks zur Untermalung Eurer Dungeonslayers Rollenspielrunden. Die Tage dieser optischen Datenspeicher sind schon länger vorbei, deshalb ist Klangwerk jetzt bei Burning Books in digitaler Form zurückgekehrt:

Klangwerk is back!

Von: admin
18. Mai 2026 um 18:45
Vielleicht erinnern sich einige noch an die CDs mit dem Dungeonslayers-Soundtrack Klangwerk – eine musikalische Reise durch Caera mit 21 Tracks zur Untermalung Eurer Dungeonslayers Rollenspielrunden. Die Tage dieser optischen Datenspeicher sind schon länger vorbei, deshalb ist Klangwerk jetzt bei Burning Books in digitaler Form zurückgekehrt:
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  • Rezension: The Dee Sanktions – Paranormale Investigatoren im Auftrag des Hofmagiers
    Bevor ich über The Dee Sanktions, dem neuesten Zugang meiner Rollenspielsammlung, schreibe, muss ich meinen Senf über 2 andere Spiele loswerden: Call of Cthulhu und Vaesen. Die 3 Rollenspiele (The Dee Sanktions, CoC und Vaesen) teilen nämlich ähnliche Ideen hinter dem Spiel, wobei jedes Spiel eine eigene Sicht auf diese Ideen hat.  Was ist also der Kern dieser, ich nenne sie mal Paranomale-Investigatoren-Rollenspiele. Wo unterscheiden Sie sich und wie gut ist The Dee Sanktions?  Auf de

Rezension: The Dee Sanktions – Paranormale Investigatoren im Auftrag des Hofmagiers

18. Mai 2026 um 06:00

Bevor ich über The Dee Sanktions, dem neuesten Zugang meiner Rollenspielsammlung, schreibe, muss ich meinen Senf über 2 andere Spiele loswerden: Call of Cthulhu und Vaesen. Die 3 Rollenspiele (The Dee Sanktions, CoC und Vaesen) teilen nämlich ähnliche Ideen hinter dem Spiel, wobei jedes Spiel eine eigene Sicht auf diese Ideen hat. 

Was ist also der Kern dieser, ich nenne sie mal Paranomale-Investigatoren-Rollenspiele. Wo unterscheiden Sie sich und wie gut ist The Dee Sanktions? 

Auf der Suche mach dem Paranormalen – Der Kern der Paranormale-Investigatoren-Rollenspiele 

Egal welches der 3 Rollenspiele, der Kern ist immer der Gleiche. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von Investigatoren, die etwas paranormales, mystisches, monströses gestoßen sind, dass unbedingt eingehegt werden muss, sonst sind die Folgen katastrophal! Das Setting ist irgendein Abschnitt der (realen) Geschichte dieser unserer Erde. 

Gut, könnte man sagen, das machen die GazerPress-Spiele ja auch. Die Charaktere entdecken in der Zeit des 30-jährigen Krieges etwas paranormales, mystisches, monströses und müssen damit umgehen. Die Spiele aber (Der Heilige von Bruckstadt, Hyänenkind usw.) sind OSR-Spiele. Monster haben einen Werteblock und können grundsätzlich besiegt werden, auch wenns schwer wird und die eine oder andere Spielfigur dabei draufgeht.  

Bei The Dee Sanktions, CoC und Vaesen geht es aber um was Anderes. Um das Rausfinden, welche Dinge hier schieflaufen, welcher Geist / Dämon / außerirdischer Schrecken hier für Probleme sorgt und wie man damit umgehen muss. Und das bedeutet ganz oft, dass man die Beine in die Hand nehmen muss oder der Wahnsinn gewinnt oder, wie in den Dee Sanktions, das Königreich untergeht, wenn man zu spät dran ist. 

Was machen The Dee Sanktions aus und wie funktionieren sie? 

The Dee Sanktions unterscheiden sich von den anderen Beiden zunächst mal durch die Epoche, in der sie spielen. CoC spielt entweder in den 1860gern bis 1900 oder in den 1920gern und 1930gern. Vaesen nimmt sich ein fiktiven 19. Jhdt, besser gesagt den Zeitpunkt der beginnenden Industrialisierung, also auch um die 1870ger rum an. The Dee Sanktions springen aber zurück in die Jahre 1564 –1580, an den Hof Königin Elisabeth I. Das Wann ist aber imho gar nicht so wichtig, sondern das Was. Was steckt hinter den Abenteuern? Bei CoC, über dessen Gründungsvater Lovecraft, dessen Ekel vor allem nicht anglosächsischem, weißen, protestantischem sich die Jungs von Zock-Bock-Radio ausführlich ausgelassen haben, ist es meist ein vererbtes, verbotenes Buch, dass in die Hände eines Kultes fällt, die dann korrumpiert werden und die alte Tentakelfresse aus seinem Schlaf wecken wollen. Bei Vaesen sind die Menschen schuld, die in Bereiche vordringen, die den Feen vorbehalten waren oder Traditionen brechen, die vor dem Troll schützen oder ihr grad frisch geborenes Kind in den Sumpf werfen. Bei den Dee Sanktions werden die Charaktere, eigentlich wegen Zauberei oder Ketzerei zum Tode verurteilte, vom Hofmagier der Königin, Dee, aus dem Kerker geholte Normalos, gerufen, wenn eine magische Intrige gegen die Königin vorangetrieben wird. Sie sollen die Hintergründe aufdecken und die Gefahr ausschalten. Hier wird also mehr auf Intrigenspiel gesetzt (auch wenn das bei einigen Abenteuern aus dem Band auf den ersten Blick nicht so rüberkommt). 

Wie sind nun die Regeln? Überraschend einfach. Du hast 3 Eigenschaften (Intellektuell, Physisch und Übernatürlich) auf die du 6 Würfelstufen verteilst. Die Würfelstufen sind ne Würfelkette von 1W4, 1W6, 1W8, 1W10 und zuletzt 1W12. Machst Du also einen richtig starken Charakter (1W10 in Physisch, Würfelstufe 4) bleiben für die anderen beiden nur jeweils 1W4 übrig, keines darf ohne Würfelstufe sein. Proben werden dann mit dem entsprechenden Würfeln abgelegt und misslingen bei 1 oder 2, wobei das in den Regeln als “Straucheln” bezeichnet wird und ein Failing Forward sein soll. Würfel können abgewertet werden (also Proben mit Malus) oder aufgewertet werden. So wird aus einem 1W10 mal ein 1W8 bzw. 1W12 

Dazu bekommt jeder Charakter einen Beruf, der ihm bestimmte Fähigkeiten und Kompetenzen freischaltet sowie die Gunst der Engel, eine niedrige magische Begabung (die den Charakter in den Kerker gebracht hat). In den Dee Sanctions wird keiner Feuerbälle durch die Gegend schmeißen, aber so eine Gunst wie Start, die die Unterscheidungen begeistern, aufrütteln, aufregen, fallen lassen, von denen man eine wählt, hat, erinnert schon stark an Bardic Inspiration. 

Die ganzen Berufe, die Gunst, Die Kontakte und den Fousgegenstand bestimmt  man entweder über Würfel oder über das Ziehen von Spielkarten (natürlich wieder einmal das französische Blatt. Würd mich freuen, wenn mal das deutsche Blatt, also die Spielkarten, mit denen wir hier in Bayern Watten oder Schafkopfen, verwendet würde…). 

Oben rechts am Charakterbogen befindet sich ein Kasten, darin wird die Spionagekunst notiert. 6 kleine Icons stellen die Spionagekünste System, Rüstzeug, Wachsamkeit, Magie, Zugang und Verschwörung dar. Wozu die gebraucht werden und warum ich enttäuscht bin, dazu später. 

Um gleich zu verstehen, wie Kämpfe funktionieren, müssen wir uns erst einmal die Monster bzw. Gegner auschauen. 

Schnappen wir uns als einfaches Beispiel einen Soldaten: 

Der Soldat hat 3 Trefferpunkte, wenn er von den Charakteren angegriffen wird, würfeln die mit 1 Würfel in der Würfelreihe weniger, er selbst nutzt 1W8 zur Verteidigung und Tritt in Trupps mit 1W8 . Sie haben die Möglichkeit, einen Wurf zu wiederholen, ähnlich den Charakteren, die dafür Fortüne (also Glück) ausgeben müssen. Nun, dass wirklich interessante ist die Tabelle! Zu der kommen wir gleich. 

Der Kampf läuft folgendermaßen ab: erst wird festgelegt, wer Initiative hat, dann wird beschrieben, was so gemacht wird, dann wird die Attacke der Charaktere ausgewürfelt (alles besser als ne 2 trifft und macht, unabhängig von der Waffe, 1 Punkt schaden, solange der Soldat mit seiner Verteidigung ne 1 oder 2 würfelt), dann wird geprüft, ob der, in diesem Fall, Soldat trifft und ob die Charaktere sich verteidigen können. Würfeln diese hier ne 1 oder 2, kommt es auf einen 1W8 Wurf des Soldaten an (oder die Karte, die man zieht, will man das ganze würfelarm spielen). Bei einer 1 oder 2 passiert nicht viel, ab einer 5 verlieren die Charaktere 1 Trefferpunkt, hat der Soldat gar eine 8 gewürfelt und die Charaktere können parieren, kann er diesen Paradewurf mit seiner Fähigkeit annullieren und neu auswürfeln lassen und verursacht dann, sollten die Charaktere Stolpern, 1 Punkt Schaden. Das ist ein schönes Kampfsystem, dass den Zufall in den Kampf holt, aber da steckt auch die aktive Parade aus DSA drin, was kämpfe unter Umständen lange machen kann. 

So, und jetzt zu meiner Kritik an der Spionagekunst. Im Regelwerk wird beschrieben, dass manche Monster Male an sich haben. Endgültig vernichte werden können sie nur, wenn die Male beseitigt werden. Als Beispiel wird ein Werwolf genannt, der die Male Verschwörung, Rüstzeug und Magie hat. Um den Werwolf endgültig auszuschalten und zu verhindern, dass er weiter mordet, müssen die Charaktere die Identität des Monsters kennen (Verschwörung), ein silbernes Wolfsfell besitzen (Rüstzeug) und eine bestimmte magische Waffe ihr Eigen nennen (Magie). Haben die das nicht, können sie den Werwolf nur kurzfristig unschädlich machen, der kommt aber an einer unpassenden Stelle wieder und macht dann da Ärger. Die Male sind, imho, eine echt tolle Idee, vor allem wenn man eine längere Kampagne spielt. Dumm nur, dass im Bestiarium nur 2 Monster, eben der Werwolf und den Feuerdrachen (der eigentlich ein Meteor ist), mit diesen Malen ausgestattet ist und auch in den Beispielabenteuern, die ja eine kleine Kampagne sind, diese Male kein einziges Mal auftauchen! Verdammt noch Mal, da hat man potential mal so richtig verschenkt! 

Zuletzt zu der Kampagne, die im Buch präsentiert wird. Insgesamt finden sich 8 Abenteuer in dem Band, jedes ein bisschen anders. Verfälschter Sinn, Abenteuer Nr. 1, sticht heraus, weil es nicht in England spielt, sondern 1585, während der Auslandsjahre Dees, in Polen. Und weil hier Diplomatie mehr bewirkt als rohe Gewalt. Im Grunde wäre dieses Abenteuer 1:1 in Vaesen umsetzbar. Abenteuer 2, Fenster der Seele, handelt von vergiftetem Bier und besessenen Pöbel. Das Abenteuer auch wegen der Karte interessant, zeigt sie doch einen Teil der City of London im 16. Jhdt.  Highlights sind Das Kind der Dungsammlerin und Ex Libris. In beiden Abenteuern steht viel auf dem Spiel, sogar das Königreich und die Königin sind in Gefahr bzw. Dees Lebenswerk steht auf der Kippe. Und beide Abenteuer kommen ziemlich nahe an einen OSR-Dungeon-Crawler ran, was imho die Essenz der Dee Sanctions ausmacht. Fruchtbarer Boden und Die Mönchskutte sind wieder Abenteuer, die ich auch in Vaesen umsetzen könnte. Vor allem Fruchtbarer Boden ist ein so richtig gutes Abenteuer, das eine interessante moralische Frage aufwirft und einen NSC, den Pfaffen des Dorfes, die die Hebamme / Hexe eingekerkert hat, wie dürre Äste brechen dürfte (den Spoiler versteht man, wenn man das Abenteuer gelesen hat). Das Beste Abenteuer meiner Meinung nach ist aber Höllenfahrt durch Harlow Hall. Ein Spukhaus, das ein wenig an Resident Evil erinnert, ganz viel Body Horror bietet und ein Licht darauf wirft, was mit Charakteren passieren kann, wenn einer ihrer Aufträge scheitern sollte. Ganz großes Kino!  

Fazit 

In der Dreifaltigkeit der Horror-Spiele (Cee Sanktions, CoC und Vaesen), wie würde ich die Dee Sankions bewerten? CoC ist die Wahl, wenn es um Wahnsinn, kosmischen Horror und die Erkenntnis gehen soll, dass es mit der Menschheit den Bach runtergeht. Vaesen ist das deutlich… freundlichere? Rollenspiel, bei dem es darum geht, alte Schuld und deren Konsequenzen aufzudecken. Die Dee Sanktions sind einerseits nah genug an der OSR dran, um Dungeon Crawler zu spielen, andererseits, wegen der Idee mit den Malen, die mal gut ausgearbeitet gehört, sehr interessant für Kampagnen um ein Monster und für Intrigenspiel, natürlich. Durch die Dee Sanktionen hat sich also das Feld der Paranomale-Investigatoren-Rollenspiele nochmal deutlich diversifizier.  

Aja… Das Büchlein hab ich von meinem eigenen Geld gekauft, ich bekomme für die Review keine Vorteile, Geschenke oder Geld. 

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  • Actual Play – Mein Bruder erzählt von Daggerheart
    Der Troll: jetzt erzähl einmal. Bruderherz: Die Session Zero war in dem Fall interessant, denn es war meine erste und im Endeffekt zum großer Teil an Tisch-AGB. Der GM hat diese schon auf seinen Discord gepostet, ist aber diese nochmal Punkt für Punkt im Detail durchgegangen. Ein paar die mir im Kopf geblieben sind waren: Es gilt PG-13 was Gewalt und Sexuelle Inhalte angeht. Romanzen unter den Spielern und PvP alller Art sind aufgrund von schlechten Erfahrungen in vorherigen Gruppen ist un

Actual Play – Mein Bruder erzählt von Daggerheart

18. Mai 2026 um 05:00

Der Troll: jetzt erzähl einmal.

Bruderherz: Die Session Zero war in dem Fall interessant, denn es war meine erste und im Endeffekt zum großer Teil an Tisch-AGB. Der GM hat diese schon auf seinen Discord gepostet, ist aber diese nochmal Punkt für Punkt im Detail durchgegangen. Ein paar die mir im Kopf geblieben sind waren:

Es gilt PG-13 was Gewalt und Sexuelle Inhalte angeht. Romanzen unter den Spielern und PvP alller Art sind aufgrund von schlechten Erfahrungen in vorherigen Gruppen ist unerwünscht. Rassismus und alles weitere was unter „Big R“ fällt bedeuten einen sofortigen Rauswurf. Es gibt nur eine Warnung und diese war jetzt.

Das ganze hat ungefähr zwei Stunden gedauert.

Der Troll: Die Do’s und Don’ts.

Bruderherz: Genau, die Do’s und Don’ts. Es behinhaltete auch pointer für die Welt in der wir spielen, die Art der Abenteuer, was er uns als Meister bieten möchten. Auch wie Wir uns verhalten sollten wenn wir irgendwo Probleme haben die uns den Spielspaß nehmen. Kommunikation etc.

Sehr intressant, weil ich das in dem Zusammenhang eigentlich noch nicht erlebt habe. Wenn  ich früher irgendwo in eine Gruppe hineinkam, ist eigentlich gleich gespielt worden und solche Themen sind im Spiel behandelt worden (wenn überhaupt). Es war das war das erste Mal dass ich es in einem solchen Umfang erlebt habe und ich werde mir einiges daraus für meine eigenen Session 0 klauen.

Der Troll: Ja, das gehört zum modernen Rollenspiel dazu, dass man jetzt eben diese Session 0 klar definiert. Zu unserer Zeit, zu den 90ern und frühen 2000ern, war das noch überhaupt nicht angedacht. Jetzt erzähl mal, mit wem spielst du da eigentlich?

Bruderherz: Also, wir haben jetzt insgesamt sieben Leute. Sechs Spieler und einen vollzeit Spielleiter Der Spielleiter hat im Daggerheart Fan-Discord ein lfp (looking for players – free) gepostet und es hat sich alles innerhalb ein, zwei Tagen ergeben. Ausgeschrieben waren eigentlich 4-5 Plätze aber am ende sind wir 6 Spieler geworden (Anmerkung: Inzwischen ist ein Spieler aufgrund von Zeitproblemen ausgeschieden). Mir persönlich währen 6 Spieler zu viel aber er hat erzählt dass er Erfahrungen mit großen Gruppen hat.

Der Troll: Woher kommen die?

Bruderherz: Ich habe jetzt nicht wirklich nachgefragt. Aufgrund was ich aus dem was ich als Uhrzeit rausgehört habe dürften die meisten aus Amerkia (Zeitzonen mäßig) sein. Ein, zwei Spieler haben einen osteuropäischen Accent der mir bekannt vorkommt.

Der Troll:  Welche Klasse spielst du, oder wen spielst du?

Bruderherz: Da wir in einer vorbespielten Welt spielen konnten wir auf eine Weltkarte und Lore Auszügen für die einzelnen Gebiete zurückgreifen. Ich habe mich für einen Wanderborne Katari School of War Wizard der aus der demokratisch Regierten Wüstenregion stammt. Für meinen Hintergrund habe ich meiner Familie ein Familienunternehmen gegeben das sich auf Schutz- und Geleitaufträge für Händler und Karavanen gegeben. Eine priese orentialischen Flair was den Namen und die Definition und Wichtigkeit der Familie angeht. Ich spiele quasi an Hands-on, magisch begabten Wächter..

Der Troll: Welche anderen Klassen oder Spiele sind noch dabei?

Bruderherz: In unserer 6er Gruppe sind ich als Magier, Ein vampirischer Ribbit Bloodhunter…

Der Troll: Aus dem Daggerheart Void?

Bruderherz: Ja. Der GM hat das Regelwerk und den Void content über Demisphere erworben und hatte keine Einwände wenn jemand daraus was Spielen wollte. Es hat sich auch ein zweiter Spieler für einen Voidklasse entschieden. Er spielt eine Fungril Hexe. Dann haben wir noch einen Giant Stalward Guardian der als Frontline Tank agiert, einen Elfischen Beastbound Ranger mit seinen Drachengeier companion und zu guter letzt einen Draconic Divine Wealder Seraph. Alles in allem eine sehr robuste Gruppe die viel Umpf packt. Kämpfe sind zwar jetzt nicht der Hauptfokus der Kampagne, dieser liegt auf Rollenspiel aber der GM hat taktische Kämpfe versprochen und ich bin gespannt was diese beinhalten.

Der Troll: Ich wollte gerade sagen, jede Hand, die ein Schwert führen kann, ist einmal eine Hand, die ein Schwert führen kann.

Bruderherz: Grundsätzlich gibt es in Daggerheart keine Nicht-Kampf-Klassen, weil jeder meist eine Waffe führt, die mit seinem Talent geht. Ergo kann jeder damit attackieren und treffen. Der Zauberstab des Magiers im Daggerheart fungiert im Endeffekt als magische Fernkampf-Waffe.

Der Troll: Was wisst ihr schon über die Kampagne? Was ist denn geplant?

Bruderherz: Wir wissen den groben Storyhook aber ich persönlich habe’s jetzt locker angehen lassen. Einfach einen Charakter gemacht und mal schaun was kommt.

Der Hook war, dass es eine Art Wettrennen zwischen einer bösen Kultistengruppe und uns um besondere die Bannsteine ist, die einen alten Gott/Dämon versiegelt haben.

Der Troll: Du hast ja gesagt, ich sollte dir das Zauberbüchlein Codex Canonis von DSA mitbringen. Was wolltest du damit?

Bruderherz: Ich habe mir überlegt ob ich als extra „Flavor“ meine Zauberformeln an die deutschen Zauberreihme oder den pseudo-lateinischen Namen von Gildenmagie aus DSA anlehne. Ich beherrsche einen kleinen Rüstungszauber und auf ich finde es witzig wenn ich diesen einfach Armatrutz rufe.

Der Troll: Würde gut passen, ja. Wann werdet ihr euch online wieder das nächste Mal treffen?

Bruderherz: Die Online-Runde ist jetzt wöchentlich geplant. Jeden Mittwoch um 18 Uhr. Die Sessions werden so um die vier Stunden dauern und es wird eine kurze 5min Pause in der Mitte geben. Da wir alle sehr proaktiv waren und unsere Charaktere schon quasi bis auf wenige Fragen fertig hatten können wir das nächste mal schon mit dem Abenteuern beginnen. Dem GM war deswegen sehr erfreut da dies scheinbar eher selten ist.

Der Troll: Was ja für ein DM tatsächlich auch nicht schlecht ist, weil dann schon mehr Zeit für das Zwischenmenschliche verwendet werden und für das Gruppenkonsens finden und für eben eine gute Runde Null. Was für Software nutzt ihr?

Bruderherz: Für unsere Charaktere benutzen wir Demiplane. Gespielt wird auf Talespire, eine 3d VVT Software. Es erlaubt dir die Miniaturenwelten zu bauen in der wir uns in realtime bewegen. Für beides musste sich keiner der Spieler eine eigene Version kaufen. Demiplane ist grs kostenlos, benötigt aber für manchen Content eine digitale Regelbuchlizens die aber pro Lizenz auf 10+ weitere Leute geteilt werden kann. Talespire hingegen arbeitet mit einem „Seat“-System das aber der GM ebenfalls komplett zur Verfügung stellte. Für den Gruppenchat benutzen wir Discord.

Der Troll: Cool, cool. Ja, dann bleibt mir nichts anderes zu wünschen als eine tolle Kampagne. Ich werde nochmal auf dich Zurückkommen wenn du so ein, zwei Wochen im Spiel drin bist. Vielen Dank, Bruderherz!

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  • Terraformierung wird jede Welt versauen
    Was für ein enddummes – Verzeihung, saudummes Thema: Blogparade: Drei Dinge, die mir jede Rollenspielrunde versauen. Aber gut, dann nehmen wir das „Sau“ und das „Jede“ halbwegs wörtlich: Die drei Universellen Schweine des Ruins können in jedem Setting auftauchen. Sie bereisen das Multiversum, um die Orte, die sie aufsuchen, in Teile der Goldenen Suhle zu verwandeln – dimensionsreisende Schweinegötter-Terraformierer, die nichts als endlose Schlammlandschaften hinter sich zurücklassen. Grunzer, G

Terraformierung wird jede Welt versauen

17. Mai 2026 um 17:31

Die (Goldene) Suhle
Was für ein enddummes – Verzeihung, saudummes Thema:

Blogparade: Drei Dinge, die mir jede Rollenspielrunde versauen.

Aber gut, dann nehmen wir das „Sau“ und das „Jede“ halbwegs wörtlich:

Die drei Universellen Schweine des Ruins können in jedem Setting auftauchen. Sie bereisen das Multiversum, um die Orte, die sie aufsuchen, in Teile der Goldenen Suhle zu verwandeln – dimensionsreisende Schweinegötter-Terraformierer, die nichts als endlose Schlammlandschaften hinter sich zurücklassen.

Grunzer, Gräber und Greiner – in manchen Dimensionen auch bekannt als Warzer, Wühler und Wasser – erscheinen als große anthropomorphe Schweine in schwarzbraunen Schutzanzügen (jedoch ohne Helme). Ihre Schweineköpfe durchlaufen – asynchron zueinander – eine fließende Veränderung, bei der sie sich von einer Art echter Schweine zu einer anderen und von Bache zu Eber und wieder zurück verwandeln. Einzig ihr Alter bleibt konstant, stets sind sie als voll ausgewachsene Schweine zu erkennen.

Innerhalb ihrer Trifecta hat jedes Mitglied sowohl eine metaphysisch-technische als auch eine mundande Missionsaufgabe.

Grunzer-Warzer agiert als Katalysator und vollendet die durch die Kräfte von Gräber-Wühler und Greiner-Wasser vorbereitete Terraformierung einer Region oder Welt in einen Aspekt der Goldenen Suhle, als cholerischer Krieger-Beschützer ist Grunzer-Warzer zudem hauptverantwortlich für etwaige Auseinandersetzungen mit feindseligen Einheimischen.

Gräber-Wühler ist Missions-Geomant und pflügt Erdschichten um und ebnet Landschaften ein, als phlegmatischer Navigator ist Gräber-Wühler für die Reisen der Trifecta von einem Einsatzort zum nächsten verantwortlich.

Greiner-Wasser ist Hydrokinet und ergreift die Kontrolle über Wasservorkommen, um sie in und über Gräber-Wühlers angepasste Oberflächenstrukturen zu leiten, als melancholisch-sentimentaler Diplomat fällt Greiner-Wasser außerdem die Aufgabe zu Einheimische von der Notwendigkeit der Mission zu überzeugen oder sie zumindest darüber aufzuklären.

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  • Kreative AI-Videokunst als Ideengeber fürs Rollenspiel: DDR Mondbasis und Gloomsomper
    Heute will ich mal nicht über AI meckern und mich über deren Unzulänglichkeiten lustig machen, heute möchte ich mit euch coolen AI-Video-Content teilen, weil ich glaube, dass man da einige Ideen fürs Rollenspiel rausziehen kann.   DDR Mondbasis – Volle Kraft in den Sozialismus!  Fangen wir mit der DDR Mondbasis an. Hinter den Shorts auf Youtube und TikTok, die das Leben auf der fiktiven DDR Mondbasis feiern, steckt Philipp Ladage aus… Hannover. Der Typ hat eine Satire auf Propagandavideos

Kreative AI-Videokunst als Ideengeber fürs Rollenspiel: DDR Mondbasis und Gloomsomper

16. Mai 2026 um 05:00

Heute will ich mal nicht über AI meckern und mich über deren Unzulänglichkeiten lustig machen, heute möchte ich mit euch coolen AI-Video-Content teilen, weil ich glaube, dass man da einige Ideen fürs Rollenspiel rausziehen kann.  

DDR Mondbasis – Volle Kraft in den Sozialismus! 

Fangen wir mit der DDR Mondbasis an. Hinter den Shorts auf Youtube und TikTok, die das Leben auf der fiktiven DDR Mondbasis feiern, steckt Philipp Ladage aus… Hannover. Der Typ hat eine Satire auf Propagandavideos geschaffen und lässt uns an einem Gedankenspiel teilhaben. Was wäre, wenn die DDR 1989 überlebt hätte, und zwar auf einer Mondbasis? Was wäre, wenn dort der Sozialismus noch lebt, der VEB Sachsenring seine Trabis baut und die Spielkonsole Videospiel 2 die Freizeit versüßt? 

Sogar ein eigenes Wiki gibts zu dieser fiktiven Welt auf unserem Trabanten. 

Natürlich kann man hier zurecht kritisieren, dass hier ein verniedlichendes Bild der DDR gezeichnet wird, die auf ihre Bürger schießen ließ, wenn die in den Westen wollten oder in den Knast warfen, wenn die mal einen Honecker-Witz machten oder die auf Umweltschutz und Arbeitsschutz schiss. Zumal der Untergang dieses Unrechtsstaates grade mal 35 Jahre und ein paar zerquetschte her ist und noch heute Menschen Leben, die von diesem Staat verfolgt wurden (oder diesem Staat mehr oder weniger offen nachtrauern). Man kann aber auch dieses Video hier im Ethikunterricht verwenden, wenn es um Wirtschaftsethik geht. 

An diesem Video lässt sich z.B. wunderbar der Unterschied zwischen Propaganda (der gesprochene Text) und Realität (die Bilder im Film) herausarbeiten. 

Oder man kann die DDR Mondbasis in ihrer Absurdität genießen… 

… und als Schauplatz einer Kampagne sehen. 

Ich könnte mir eine friedliche Revolution auch auf dem Mond vorstellen, zumal die Versorgungslage da oben mit speziellen Produkten und Technologien schlecht zu sein scheint. Oder man spielt den normalen Bürger, der in diesem System nach einem Stückchen Individualität und Freiheit sucht. Als System kommt mir da als aller erstes Slav Borg in den Sinn. Vor allem das mit den Rennen in der Mondbasis schreit geradezu nach diesem Rollenspiel.  Ich könnte mir aber auch ein Rollenspiel auf Basis von A Quiet Year vorstellen. Die Bevorstehende Artemis III (die frühestens im Herbst 2027 starten soll und dann auch auf dem Mond landen wird) wäre dann der Endpunkt und statt Wochen spielt man dort die Jahre von 1989 bis eben 2027, eingeteilt in 4 Jahrzehnte. Dabei würde sich das Spiel um die Themen Gemeinschaft und Individuum, Aufbau und Verwaltung sowie Überfluss und Mangel drehen.  

Gloomstomper – Pilze und verrückte Fantasy-Optik 

Seit ein paar Wochen folge ich nun diesen Kanal, der es mir mit seiner verrückten Optik und kruden Humor angetan hat. Wenn man die AI-Filmchen so betrachtete, dann kamen die Inhalte von einem Prompter, der selbst zu oft am Pilzchen genascht hatte. Gestern Abend kam mir dann die Idee für diesen Blogbeitrag. Als ich dann heute Morgen ein paar Links raussuchen wollte, um sie mit euch zu teilen… war der Kanal gelöscht. Angeblich hat der gegen die Youtube-Richtlinien verstoßen… Nichtsdestotrotz gibt es einen Nachfolgekanal, auf den es ein paar der Videos geschafft haben. Hier eine kleine Auswahl: 

Was man hier fürs Rollenspiel mitnehmen kann (wenn man wahnsinnig genug ist, sich viele der Filmchen reinzuziehen): 

  • Pilze haben unterschiedliche Wirkungen. Gelbe Pilze sprießen in dir und machen dich zum lebendigen Nährboden für die nächste Generation, grüne Pilze lähmen, blaue Pilze beschwören Dämonen herauf, die nur Du sehen kannst (und die nur dich verletzen können), rote Pilze sorgen für farbenfrohe oder beängstdigende Halluzinationen. 
  • Man kann von Heil- oder Manatränken abhängig werden. Der Heiltrank heilt zwar dann deine Wunden (vielleicht sogar immer schlechter, desto öfter du einen benutzt), bläst aber dabei dein Lichtlein im Oberstübchen aus. 
  • Neben dem Feuerball ist eine Feuerwaffe immer eine Option. 
  • Wir sollten viel mehr mit Flüchen arbeiten! 

Andere AI-Kanäle 

Solche KI-Kanäle gibt es mittlerweile einige. Meist beschäftigen sie sich mit cthulhuidem Horror, erwachten Monden, gigantischen Monstern im Meer usw. Hier sind ein paar Beispiele: 

Was kann man von diesen Kanälen fürs Rollenspiel mitnehmen? Zunächst einmal, wie man ein Monster in Szene setzt. Langsam quälend, gigantisch, unvorstellbar und doch real (im Kontext der jeweiligen Welt). Monster sind Naturgewalten. Sie sind schon immer da, man identifiziert sie als z. B. der Hügel dort drüben beim Dorf. Wie sehr muss es verstören, wenn der Hügel, auf den man grade gespielt hat, sich erhebt und fortgeht? Oder der Mond, unter dessen Licht man vor 5 Min noch seine Liebste geküsst hat, plötzlich erwacht und als Monster die Erde fressen will? 

Soweit meine kleine Medienschau, ich hoffe, da waren AI-Sachen dabei, die euch ins grübeln bringen. 

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  • Epic Roleplay: Eye of Terror – Chaos Weapons
    Taditionelle W1000-Tabelle für Waffeneigenschaften als pdf. Chaoswaffen haben üblicherweise W3 Eigenschaften. Eine Beispielwaffe: Eigenschaften: 3 442, Knowledge Thief – die Waffe kann eine Fertigkeit eines besiegten Gegners lernen 957, Weapon Breaker – die Waffe kann andere Nahkampfwaffen zerstören 288, Glutton – die Waffe verleiht nach und nach zusätzliche Würfel, wenn mit ihr Feinde besiegt wurden Darüberhinaus handelt es sich um eine gewöhnliche Nahkampfwaffe (+0.2 Fractional CAF).

Epic Roleplay: Eye of Terror – Chaos Weapons

14. Mai 2026 um 19:36

Epic Eye - Chaos Weapons
Taditionelle W1000-Tabelle für Waffeneigenschaften als pdf.

Chaoswaffen haben üblicherweise W3 Eigenschaften.

Eine Beispielwaffe:

Eigenschaften: 3

442, Knowledge Thief – die Waffe kann eine Fertigkeit eines besiegten Gegners lernen
957, Weapon Breaker – die Waffe kann andere Nahkampfwaffen zerstören
288, Glutton – die Waffe verleiht nach und nach zusätzliche Würfel, wenn mit ihr Feinde besiegt wurden

Darüberhinaus handelt es sich um eine gewöhnliche Nahkampfwaffe (+0.2 Fractional CAF).

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  • Unter Haien [DSA Hörbuch] [Borons kleiner Finger 5]
    Disclaimer: Dies ist keine Kindergeschichte! Yasma ist in Gefangenschaft der Helden und weiß nun endgültig nicht mehr weiter. Die aber wollen nicht ihren Tod, sondern ihre Hilfe. Aber auch die Meister rund Merago haben Pläne mit der jungen Meuchlerin, und bald muss sich Yasma erneut entscheiden, welchen Pfad im Leben sie gehen will Dies ist… Weiterlesen »Unter Haien [DSA Hörbuch] [Borons kleiner Finger 5]

Unter Haien [DSA Hörbuch] [Borons kleiner Finger 5]

14. Mai 2026 um 19:31
Disclaimer: Dies ist keine Kindergeschichte! Yasma ist in Gefangenschaft der Helden und weiß nun endgültig nicht mehr weiter. Die aber wollen nicht ihren Tod, sondern ihre Hilfe. Aber auch die Meister rund Merago haben Pläne mit der jungen Meuchlerin, und bald muss sich Yasma erneut entscheiden, welchen Pfad im Leben sie gehen will Dies ist… Weiterlesen »Unter Haien [DSA Hörbuch] [Borons kleiner Finger 5]
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  • Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo als Inspirationsquelle für Kinder-Rollenspiele
    Meine Mittlere schleppte aus der Bücherei den Comic „Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo“ von Drew Weing (im Original The Creepy Case Files of Margo Maloo) an. Auf den ersten Blick sah es aus wie eine klassische Monster-Detektivgeschichte, erwies sich beim Lesen aber schnell als überraschend vielschichtig wie ich hier in Band 1, Band 2 […] Der Beitrag Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo als Inspirationsquelle für Kinder-Rollenspiele erschien zuerst auf Kinderrollenspiel.de.

Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo als Inspirationsquelle für Kinder-Rollenspiele

Von: Dominik
13. Mai 2026 um 11:47

Meine Mittlere schleppte aus der Bücherei den Comic „Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo“ von Drew Weing (im Original The Creepy Case Files of Margo Maloo) an. Auf den ersten Blick sah es aus wie eine klassische Monster-Detektivgeschichte, erwies sich beim Lesen aber schnell als überraschend vielschichtig wie ich hier in Band 1, Band 2 […]

Der Beitrag Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo als Inspirationsquelle für Kinder-Rollenspiele erschien zuerst auf Kinderrollenspiel.de.

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  • Linktipps VI
    Neue Links, frisch aus dem Sumpf. Schrecken von Dunmoor The Terror of Dunmoor ist ein Sandbox-Abenteuer für das Shadowdark RPG. Schauplatz ist ein Moor, in dem eine Bestie umgeht. 100 sumpfige Sachen In dieser Zufallstabelle hat Johnathan G. Nelson von AAW Games 100 Sachen gesammelt, die man im Sumpf finden kann. Sumpf der Skorpione Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Spielbuch »Der Sumpf der Skorpione« von 1984.1 Bei The Good Old Days gibt es eine ausführliche Besprechu

Linktipps VI

13. Mai 2026 um 10:55

Neue Links, frisch aus dem Sumpf.

Schrecken von Dunmoor

The Terror of Dunmoor ist ein Sandbox-Abenteuer für das Shadowdark RPG. Schauplatz ist ein Moor, in dem eine Bestie umgeht.

100 sumpfige Sachen

In dieser Zufallstabelle hat Johnathan G. Nelson von AAW Games 100 Sachen gesammelt, die man im Sumpf finden kann.

Sumpf der Skorpione

Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Spielbuch »Der Sumpf der Skorpione« von 1984.1 Bei The Good Old Days gibt es eine ausführliche Besprechung des Klassikers.

Sumpfige Level

Bei The Gamer hat der Autor Quinton O’Connor die sechs besten Sumpf-Level in RPGs zusammengestellt. Bislang war mir gar nicht bewusst, dass Sumpf-Level überhaupt ein Konzept sind.

  1. Und habt euch schon immer gefragt, was Trockenheit und Wärme liebende Skorpione in einem Sumpf zu suchen haben. ↩
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  • Des Trolls Monsterhandbuch: Trolle – Ich in meiner ganzen natürlichen Schönheit!
    Vor kurzem habe ich den Copiloten mein Monsterhandbuch analysieren lassen. Und die AI meckerte und merkte an, dass ich ein ganz wichtiges Monster nicht berücksichtigt habe. Es würden die Trolle fehlen! Nun, ein Umstand, dem man Abhilfe schaffen kann!  Trolle in der Mythologie und Medien  Trolle sind Wesen der skandinavischen Mythologie. Sie sind Iötunn, also in einer Kategorie mit Riesen. Es scheint auch in den ältesten Texten keinen großen Unterschied zwischen Riese und Troll gegeben

Des Trolls Monsterhandbuch: Trolle – Ich in meiner ganzen natürlichen Schönheit!

13. Mai 2026 um 05:00

Vor kurzem habe ich den Copiloten mein Monsterhandbuch analysieren lassen. Und die AI meckerte und merkte an, dass ich ein ganz wichtiges Monster nicht berücksichtigt habe. Es würden die Trolle fehlen! Nun, ein Umstand, dem man Abhilfe schaffen kann! 

Trolle in der Mythologie und Medien 

Trolle sind Wesen der skandinavischen Mythologie. Sie sind Iötunn, also in einer Kategorie mit Riesen. Es scheint auch in den ältesten Texten keinen großen Unterschied zwischen Riese und Troll gegeben zu haben, Iötuun war damals wohl ein Oberbegriff für alles, was groß ist und Menschen fressen will. Das Konzept kommt mir aus dem Shinto überraschend bekannt vor: Dort ist Yokai der Überbegriff für alle nicht göttlichen, mächtigen, übernatürlichen Wesen, egal ob Kappa oder Yūrei. 

In den alten nordischen Myten leben die Trolle in den Bergen und in Höhlen, teilen sich zusammen mit den Riesen in Utgard und Jötunheim. Sie werden fast immer als böse, bösartig, hinterlistig und gemein dargestellt, selten als helfend. 

Wobei man hier, wie bei allem, was mit Wikinger oder Germanen und deren Mythen zu tun hat, vorsichtig sein muss. Etliches, was wir über die Glaubenswelt der Wikinger z.B. wissen, wurde nicht von denen niedergeschrieben, sondern von Christen wie etwa Snorri Sturluson, dem Typen, den wir die Edda verdanken und der 179 Jahre nachdem die Isländer christlich wurden, geboren wurde. 

Im 19 Jahrhundert tauchten dann in Skandinavien Trolle als beliebtes Märchenmotiv auf, und diese Märchentrolle sind auch die, die wir so kennen. Da damals alle Christen waren… 

Über diese christliche Schiene haben wir auch ein paar interessante Eigenschaften von Trollen überliefert. Neben der tatsache, dass sie im Sonnenlicht versteinern auch die Idee, dass das Geläut von Kirchenglocken sie vertreiben kann (so was ähnliches haben wir in Niederbayern auch, und zwar in der Sage um den Natternberg, den einzigen Hügel auf der rechten Donauseite. In der Sage wollte der Teufel einen Felsbrocken auf das Kloster Metten werfen, weil ihn die Mönche dort störten. Das Leuten der Glocken vertrieb den Teufel dann, dabei ließ er den Brocken fallen, aus dem dann der Natternberg wurde. Streiche Teufel, ersetze durch Troll und du hast die prototypische Troll-Sage). 

Die einzigen Trolle, die ich so aus dem skandinavischen Bereich kenne, die nicht groß und bösartig sind, sind die Mumins der Schriftstellerin, Illustratorin und Malerin Tove Jansson. Die Mumin-Trolle sind freundlich, hilfsbereit, neugierig und auch bereit, sich auf fremde Wesen einzulassen. Bessere Menschen halt. Über die Trolle der 90ger, die Vorlage für mehrere Animationsfilme waren, legen wir mal den Mantel des Schweigens. 

Ein Wort zu den Trollen im Internet, zu denen ich mich ja auch zähle: Die Provokateure, die absichtlich Aussagen verzerren, mit Beleidigungen um sich werfen oder durch rhetorische Manipulationen ganze Threads zum Entgleisen bringen, haben ihren Namen von den mythologischen Wesen, weil jene wie die Trolle aus dem entstehenden Chaos eine boshafte Freude ziehen.  

Was auch in den Sagen rund um Trolle auffällt: Oft sind die der Zauberei mächtig oder haben magische Artefakte. Das kennt man auch von den Zwergen, die immerhin so große Handwerker und Zauberer waren, dass die die Ketten Fenris aus dem Geräusch eines Katzentritts oder den Barthaaren einer Frau machten. 

Für mich erfüllen Trolle in Mythen, Sagen und Märchen 2 Funktionen. Die Ältere ist, dass sie als Naturgeist für die boshafte, feindliche Natur stehen. Damit sind sie in einer Tradition mit dem Wilden Mann, dem Yeti, ihren Vettern, den Riesen aber auch dem Not-Deer und dem Wendigo. Für unsere Vorfahren, speziell hier jetzt Germanen und Wikinger, war die Natur noch gefährlich, das Verlassen des eigenen Schutzraumes Dorfes noch keine Alltäglichkeit und alles, was da im Wald oder in den Bergen lebt, potenziell tödlich. Vom Bären bis zum Felssturz – es konnte dein Leben kosten. 

Nicht umsonst sagte Reinhold Messner mal 

„Ich kann Ausdrücke wie »Ich habe den Berg bezwungen« oder »Ich habe den Berg erobert« nicht mehr hören. Das ist Nazisprache. […] in Wirklichkeit sind wir da oben nur geduldete Kreucher und Fleucher.“ 
 

 

Reinhold Messner in Stuttgarter Zeitung Nr. 182/2008 vom 6. August 2008, S.8 

oder hier, Reinhold Messmer im Interview zum Tod Laura Dallmeiers: 

Die Frage nach dem Warum ist für Laien nicht verständlich. Es ist im Grunde ein einziger Widerspruch. Wir gehen dorthin, wo wir sterben könnten, um nicht zu sterben. Wir wissen aber sehr wohl, dass es passieren kann. Die Kunst ist nicht dabei umzukommen. Und es ist nur eine Kunst, wenn man wirklich umkommen könnte. Das ist ein Widerspruch. Aber der erklärt genau das, was da oben mit uns geschieht. 

Das geht nur, wenn jemand begeistert ist, mit Haut und Haaren das betreibt, wie Laura Biathlon und auch das Bergsteigen betrieben hat. Ganz, zu 100 Prozent, hat sie gesagt. Und sie hat auch erkannt, dass ein Unglück passieren könnte und vorgebeugt, indem sie sagt: ‚Bitte, wenn mir etwas passiert, soll niemand anderes sein Leben riskieren, um mich runterzuholen oder zu retten.‘ Eine Großherzigkeit ohnegleichen, die zur traditionellen Bergsteigerei gehört. Mehrere Bergsteiger haben diesen Ausspruch vor der Reise getan. Aber viele sind eben am richtigen Ort, an der richtigen Stelle gewesen. Laura war in diesem kurzen Moment an der falschen Stelle, zur falschen Zeit 

Quelle:  Messner im WDR-Interview zu Tod von Laura Dahlmeier – Nachrichten 

Die Natur, vertreten durch den Troll, ist nicht böse, sie wird von uns nur als Böse empfunden, weil sie gnadenlos ist und Fehler bestraft oder weil man ihrer Gewalt schutzlos ausgeliefert ist. Das gilt auch für uns Internettrolle. Die Natur ist hier das Netz, die Beziehungen zwischen den Menschen und die Bias hinter den Akteuren, die Kommunikation ist der Shitstorm, der in den Bergen aus Daten aufzieht. 

Die zweite Funktion teilen sie mit Teufeln, Faunen und anderen Naturgeistern (auch hier wieder Zwerge, die durch Glockengeläut vertrieben werden): die Gegenspieler zum christlichen Helden, die alten Heiden, die Relikte alter Ordnung und Religion. Sie gilt es, in Gottes Namen, zu überwinden, damit das Land urbar gemacht werden kann und alles seiner christlichen Ordnung nachgeht. Dass Trolle als menschenverschlingende, im Film Trollhunter gar als christenverschlingende Monster dargestellt werden, die durch Kirchenglocken vertrieben und durch Sonnenlicht versteinert werden können, spielt in diese Kategorie hinein. 

Trolle in verschiedenen Rollenspielen 

Schauen wir mal, wie Trolle so in Rollenspielen umgesetzt werden. Das wird keine abschließende Troll-Umschau werden, schon allein deshalb, weil Trolle, als Teil der bekannten nordischen Mythologie in fast jedem europäischen oder amerikanischen Rollenspiel in der einen oder anderen Form auftauchen. Ich beschränke mich in diesem Kapitel mal auf 5 verschiedene Systeme, weil die jeweils einen eigenen Twist, eine eigene Idee zu Trollen haben. Allen Rollenspielen liegt aber ein paar Sachen zu Grunde: Trolle sind groß, stark und Gegner, die du nicht unbedingt oder unvorbereitet bekämpfen willst. 

Beginnen wir mit DnD. Dungeons und Dragons hat wohl den größten Einfluss auf unser Hobby und Ideen des Spiels bestehen, dank der OSR, bis heute fort. Hier ist der Eintrag aus dem Monster Manual der 1. AD&D-Version. 

Ich werde jetzt nicht über TP und Schaden referieren, dass Trolle gefährlich sind, haben wir ja schon gesagt. Interessanter sind da ganz andere Sachen, in diesen Fall die Regeneration von 3 TP je Runde, die Tatsache, dass abgetrennte Körperteile weiterkämpfen (Hände, die kriechend Gegner attackieren, Köpfe, die zubeißen können…) und das Monster nur besiegt werden kann, wenn man die Körper mit Säure behandelt oder Feuer verbrennt. Alle Spiele, die von D&D abstammen, haben diese Fießlichkeiten drin 

Der Prachtbursche hier stammt aus der deutschen Übersetzung des Vaesen Grundregelbuches. Bei Vaesen gilt für alle Monster, dass man sich ihnen besser nicht im Kampf stellen sollte, weil die so gut wie unbesiegbar sind. Mit Vaesen verhandelt man, sucht den zu Grunde liegenden Konflikt und löst ihn (mehr oder weniger zufriedenstellend und mit mehr oder weniger Kollateralschäden). Hier wird Tolkins Motiv des Versteinerns aufgegriffen, zusammen mit dem Motiv, dass Trolle als heidnische Figuren Feinde der Christenheit sind. Zwei Hebel also, wie man die Naturgewalt Troll besiegen kann, ohne im Kampf getötet zu werden. 

Tunnels und Trolle Classic S. 49 

Genauso alt wie DnD ist Tunnels and Trolls (1976). Schon relativ bald kam in diesem Rollenspiel der Wunsch auf, auch monströse Spezies spielen zu können, etwas, womit Gygax immer wieder mal fremdelte. Im Schwerter und Dämonen Classic, der deutschen Übersetzung von Ulisses, sind daher folgerichtig auch Tabellen drin, mit deren Hilfe man Trolle als Spielercharaktere erstellen kann. Man würfelt ganz normal die Attribute Stärke, Intelligenz, Glück, Konstitution, Geschicklichkeit und Charisma aus und multipliziert die Werte mit dem Faktor in der Tabelle.  

Last uns das gleich mal Testen und den Troll Mork Muffelfell erschaffen. 

Ich hab folgende Werte gewürfelt: 

11, 10, 14, 8, 14, 9 und damit hätte mein Troll  Stärke 33, Intelligenz 10, Glück 14, Konstitution 24, Gewandtheit  14 und Charisma 36 (ja der Hohe Charisma-Wert ist kein Fehler, anscheinend sehen Trolle umwerfend aus…) 

Das hier ist aus DSA3, dem Bestiarium, einem der wichtigsten Zusatzbüchlein. DSA ging schon früh einen anderen Weg mit ihren Trollen. Die waren da, laut Lore, Kinder der Riesen und wurden, wie Riesen auch, Raksazar genannt. Im Zeitalter der Tolle (DSA kennt 13 Zeitalter, wobei man sich in der aktuellen Lore im 12 Zeitalter befindet) beherrschten diese Aventurien, schlossen sich den Namenlosen an, erkundeten andere Kontinente (unter anderem Rakshazar und Myranor) und brachten sogar einen Rondra-Heiligen hervor. Nach dem Zusammenbruch der Troll-Zivilisation verwilderten die Burschen und leben heute nur noch in wenigen Gebirgen (Trollzacken) und unter Brücken. Vom Aussehen her gleichen sie Menschen, hat nur 4 Meter groß. Sie sind unempfindlich gegenüber Sonnenlicht, haben eine eigene, krude schamanische Magie und müssen auch nicht mit Feuer oder Säure vernichtet werden. 

In der Lore dieser Trolle finde ich lustig, dass sie so scharf auf Süßes sind. Mit Honig und Bonbons kann man einen Brückentroll davon überzeugen, passieren zu dürfen. Auch eine Sammelleidenschaft haben sie. 

Meine krasseste Begegnung mit einem Brückentroll hatte ich in einer Gruppe aus mir, einem Halbelf, einem Praiosgeweihten und einem Rondrageweihten (nach Hausregeln, versteht sich). Der Rondrarier stellte sich dem Ungetüm im Kampf und wurde einmal quer über die Brücke hin nach Alveran geprügelt (der Troll hate Würfelglück. Bei einer Chance von 50% gelangen alle seine Angriffe, während der Rondrageweihte einige Paraden nicht schaffte). Auch der Praiosgeweihte wurde vom Troll ordentlich zusammengefaltet. Seither gehen die Spieler und ich Trollen lieber aus dem Weg. 

Spell of the Black Mage ist ja ein ganz besonderes Rollenspiel. Geschrieben in der wilden Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist dieses Rollenspiel meilenweit weg von D&D und dessen Regelideen. Ich nutze hier eine englische Fanübersetzung, die ich im Artikel zum Rollenspiel verlinkt habe. 

Auch diese Trolle spielen mit der Idee, dass sie bei Sonnenlicht versteinern, hier ist das allerdings ein Mythos, der explizit falsch ist. Eine Fehlinformation, die die Charaktere überraschen kann. 

Trolle in Rakshazar 

In Rakshazar gibt es natürlich auch Trolle, sogar zwei verschiedene Kulturen. Wilde Trollstämme sind dabei nahe an den aventurischen Trollen dran, die Trolle es Westens dagegen sind fiese Sklavenhalter, die sich selbst als Krone der Schöpfung sehen und auch Rüstungen und Zweihänder haben. Hier mal die Kultur: 


Trolle des Westens 

Für den eiligen Leser: 

Technologiestand: Späte Eisenzeit inkl. Stahlverarbeitung. 

Herrschaftsform: Unter den Gamkaltor-Trollen Monarchie. Ansonsten Stammes- und Sippenverbände. 

Geschätze Bevölkerung: Im Tal der Klagen mehrere tausend. 

Speziesverteilung: Trolle 

Wichtige Städte: Gamkaltor 

Vorherrschender Glaube: Erdenmutter, Namenloser 

Magie: Wenige Zauberkundige, v. a. Magiedilletanten und Pfadmagier 

Helden & Heilige: Straumpff vom Stamm der Tarpatsch 

Lebensraum: Den Trollen des Westens kann man in großen Teilen des Nordwestens Rakshazars begegnen, vor allem in den ihre Hauptstadt Gamkaltor umgebenden Gebieten: Ödland, Ödlandtwall, Tal der Klagen, Schwefelklippen und Geistersteppe, in kleinerer Zahl aber auch in weiter entfernt gelege­nen Gebieten wie den Götter- und Drachenbergen, dem westlichen Lavameer, der westlichen Aschewüste oder dem südli­chen Cromor, wo sie aufgrund der Vorherrschaft der verfeindeten Cromor-Brokthar jedoch sehr selten sind. Auch im Marhamal-Gebirge finden sich Trolle, und hier sind die kulturellen Unterschiede vielleicht am größten, schließlich war dies die letzte Station auf der langen Wande­rung der Trolle, bevor sie ihre alte Hauptstadt wieder in Besitz nahmen. Hier leben die Nachfahren jener Trolle, die einst die lange Wanderung gen Westen nicht mitgemacht haben, Trolle des Westens, die von Westen kommend hierher zurückgekehrt sind, aber auch Trolle des Ostens aus den Zentralregionen des Kontinents. 

Lebensweise: Trolle kennen keine Tugend des Mitleids, denn sie haben im Laufe der Zeitalter so viele Spezies, Völker und Kulturen kommen und gehen sehen, dass sie nicht mehr besonders an Einzelschicksalen interes­siert sind. Weit mehr als ihre aventurischen Vettern neigen rakshazarische Trolle zu Hartherzigkeit und Grausamkeit, doch mögen manche im Laufe der Jahre ein gewisses Mit- oder Verantwortungsgefühl entwickeln. Oft haben Trolle einen derben Sinn für Humor, ihre Wankelmütigkeit ist indes gefürchtet. Manchmal reicht eine einzige falsche Bemerkung, um die Stimmung eines Trolls zu verdunklen, und ein schlecht­gelaunter Troll kann in entsetzliche Wut geraten. Im Zorn zerstört er dann oft irgendetwas, ohne dabei eine böse Absicht zu verfolgen, allein, um seinen Zorn zu kühlen. Es kommt selten vor, dass sich ein Troll im Nachhinein für einen derartigen Ausbruch entschuldigt, doch ist es den klügeren Exemplaren unter ihnen hinterher zumindest unangenehm. 

Ein Troll, der durch ein Missgeschick beschämt wurde, kann zunächst einen erheiternden Anblick bieten, doch kann diese Scham beim geringsten Anlass in zerstörerischen Jähzorn oder gar in die „kalte Trollwut“ um­schlagen – die heftigste Form trollischen Zorns, in der sich ein Troll bewaffnet und einen regel­rechten Schlachtplan zurechtlegt, den er dann Stück für Stück in die Tat umsetzt. Es gilt gemeinhin als sicherer Weg, mit dem Leben abzuschließen, einen Bergschrat in einen solchen Zustand hasserfüllter Rachsucht zu versetzen. 

Trolle gehen oft mit großer Begeisterung einer Sammelleidenschaft nach. Sie lieben Süßes, egal ob wilde Trollbienen, Torten, Baumrinde oder purer Zucker, ebenso Musik, auch wenn sie selbst in aller Regel keine Instrumente spielen, sondern sich auf kehligen Gesang beschränken. In technologischer Hinsicht sind sie im Vergleich zu anderen riesländischen Völkern sehr weit fortgeschritten. Stahlverarbeitung, Statik, Mathematik und Philo­sophie sind bei ihnen übliche und verbreitete Fertigkeiten. Oft sind Trolle so bemerkenswert gut darin, dass selbst grobe, schnell zusammengebaute Dinge fast unzerstörtbar sind und sogar Naturkatastrophen stand­halten. Trolle kennen eine Art Währung in Form von seltenen Edelsteinen, einfaches Gold und Silber indes verschmähen sie als Tauschobjekt, da es in ihren Minen in großen Mengen abgebaut wird und deshalb kein Mangel daran herrscht. Je nach deren Gütegrad betrachten sie Sklaven als begehrte Handelsware. 

Die Trolle des Westens haben ganz unterschiedliche Lebensräume erschlossen. Gamkaltor-Trolle leben in der Hauptstadt oder in deren unmittelbarer Nachbarschaft und haben sich mehr als alle anderen Trolle an das Zusammenleben in einer pragmatischen Zweckgemeinschaft gewöhnt, die von einem Königshof regiert wird. Sklavenhaltertrolle besitzen meist mehrere Sklavenlager, die wiederum Minen, Landwirtschaft und andere Wirt­schaftsunternehmen für sie betreiben. Sie reisen oft rastlos zwischen den Lagern hin und her, um dort nach dem Rechten zu sehen und die Früchte der Arbeit ihrer Sklaven einzusammeln. Bergtrolle führen ein vergleichsweise einfaches Leben im Gebirge, wo sie ihr Dasein als Jäger und Sammler fristen. Sie schließen sich oft zu Zweckbünden zusammen. Die Familie ist oftmals ein solcher Bund, doch würde kein Troll zögern, sie zu verlassen, wenn sie für ihn zur Belastung wird. Die Trolle der Ebenen bewohnen das Ödland, die Geistersteppe, das Lavameer und oder die Aschewüste und neigen mehr als die anderen Trolle zum Einzelgängertum. Im Tal der Klagen wiederum ist ein buntes Sammelsurium der verschiedenen Troll­unterarten zu finden. Die Gamkaltortrolle betrachten sich als Herrscher des Tals, die Sklavenhaltertrolle verwalten ihren Besitz, Bergtrolle kommen aus den nahegelegenen Gebirgen hierher, und Trolle der Ebenen durchstreifen das Tal auf der Suche nach Beute. 

Rakshazarische Trolle sprechen in aller Regel Kawash, die raue, harte Kehlsprache der Trolle, beherrschen jedoch auch ein rudimentäres Gmer. Kawash ist sehr lautmalerisch, was schnell zu Verballhornungen in an­deren Sprachen führen kann (etwa „Rabauke“, „Tollpatsch“ oder „Troll“ als Bezeichnung für jemanden, der sich nicht konstruktiv in Diskussionen einbringt). Die Sprache der Trolle ist überrascht komplex und verfügt über einen großen Wortschatz. Selbst einzelne Wörter des Trollischen können auf diese Weise sehr spezi­elle Sachverhalte bezeichnen. 

Die trollische Raumbilderschrift nebst Steinkonfigurationen „verschriftlicht“ die trollische Sprache. Sie kommt im Tal der Klagen vor allem auf den Trollgräbern zum Einsatz, wo sie oft die Geschichte des Verstor­benen oder gar ganzer Sippen erzählt. Vor allem trollische Zauberwirker sind auch Schriftkundige. 

Weltsicht und Glaube 

Die Trolle sehen sich als die Kinder Raschtuls und Geschwister der Riesen und haben das Selbstverständnis eines Volkes, das fast von Anbeginn da war, das wiederholt von jüngeren, unreifen Spezies verdrängt wurde, dem es aber immer wieder gelang, erneut an Stärke zu gewinnen und wiederholt die Geschicke des Konti­nents zu dominieren. Sie bewahren Erinnerungen und Artefakte aus Zeiten, die für die jüngeren Spezies eine unbestimmte Vorzeit bilden. Anders als bei den jüngeren Spezies konnte auch der Kataklysmus ihr Wissen über die Vergangenheit nicht vollständig auslöschen. 

Tatsächlich reicht das kollektive Gedächtnis der Trolle in der Geschichte sehr weit zurück. Sie erinnern sich sehr gut daran, dass die Unsterblichen sie wiederholt für ihre Zwecke manipuliert, ihnen ihre Unterstützung ver­wei­gert, sie bekämpft und sie verraten haben. Sie erinnern sich an das Schicksal Kerbholds, des Hohe­priesters des Namenlosen. Manche Trolle betrachten es als Mahnung, den Göttern keinen Anlass zu wei­teren Richtersprüchen zu geben, doch die Mehrheit denkt voller Zorn daran zurück. Götter unterscheiden die Trolle in Sumugeborene und Himmelsgötter. Letztere gelten ihnen als strafende und rächende Mächte, die im Zorn ihren Stammvater Raschtul und die rebellische Marhyna niederwarfen. Sumu und ihren Kindern indes sind sie eher zugeneigt, und so gibt es eine ganze Reihe von Trollen, die sich als „Begleiter der Erdenmutter“ be­trachten und glauben, dass die große, langsame Göttin gerade auf dem Weg zu ihrem Geliebten ist, der sehnsuchtsvoll auf sie wartet. Dies beinhaltet die Annahme, dass die Trolle wieder eins mit der Erdenmutter werden, wenn sie sterben, und dann wieder Teil des göttlichen Ganzen sind. Solange sie jedoch auf ihr wandeln, komme ihnen die Aufgabe zu, sie vor allem zu schützen, was sie entstellen könnte. 

Doch auch der Glaube an die Erdenmutter wurde im Zehnten Zeitalter erschüttert, als die Trolle sich mehr­heitlich dem Zweiten Reich von Marhynia anschlossen und sich dem Namenlosen verschrieben. Der Kata­klysmus tötete viele Trolle und raubte ihnen das Wissen über die Trollpfade. Manche Trolle sehen dies als gerechte Strafe für ihren Frevel, andere betrachten es als feige Schandtat, die sie erst recht in die Arme des Widersachers getrieben hat. Tatsächlich hat die Verehrung des Namenlosen unter den rakshazarischen Trollen niemals eine öffentliche Ächtung erfahren und gilt daher nicht als besser oder schlechter als jede andere Form der Götterverehrung. Gemeinsam ist den Trollen das Bedürfnis, das Wissen über die Trollpfa­de zurückzuerlangen. Für die einen ist es mit dem Wunsch nach Sühne und Buße verbunden, für die ande­ren mit dem Willen, das zurückzuerlangen, was die Erdmutter ihnen zu Unrecht genommen hat. Da sich der Namenlose auch Trollen unter falscher Identität offenbart, kommt es bisweilen vor, dass Trolle einer Gott­heit Respekt zollen, hinter der sich in Wahrheit der Widersacher verbirgt, ohne Kenntnis von seiner wahren Identität zu haben. 

Trolle und Brokthar verbindet ein nahezu unversöhnlicher Hass. Die Trolle haben sehr genau realisiert, dass Rondra, die strafende Himmelsgöttin, die Brokthar erschaffen hat, um gegen sie und andere riesländische Völker zu kämpfen und ihren Platz einzunehmen. Auch gelten ihnen die Brokthar als schwacher Abglanz ihrer selbst. Kaum eine Begegnung zwischen Troll und Brokthar endet nicht in Gewalt, ganz gleich, ob es sich um Cromor-Brokthar, Amhasim oder Ronthar handelt. Entsprechend gelten die Trolle den Brokthar als Feinde ihres Glaubens und werden, wo immer man ihrer habhaft wird, gejagt und getötet. 

Der Sage nach werden tote Trolle bisweilen zu Stein, doch vermutlich wurden hier Rituale der trollischen Pfadmagier missverstanden. Tatsächlich gibt es steinerne Begräbnishügel, Trollgräber aus Stein, in denen Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet werden. Im Tal der Klagen gibt es unzählige Trollgräber, die dank der Inschriften, mit denen sie versehen werden, einen beeindruckenden Blick in die trollische Historie erlauben. 

Sitten und Bräuche 

Viele Trolle sind Sklavenhalter, wobei die Besonderheiten gelten, die im Buch der Helden ab S. 184 für die Trollsklaven unter den Legiten geschildert sind. 

Ihren Artgenossen gegenüber sind die Trolle meist sehr freundlich und friedlich gestimmt, und zwar selbst dann, wenn diese andere Überzeugungen vertreten oder einem anderen Glauben anhängen. Fremden Autoritäten beugen sie sich nur ungern, doch ist etwa unter den Gamkaltor-Trollen das Amt des Königs allgemein anerkannt. Die Trolle sind sich der Notwendigkeit, dass ein Gemeinwesen von der Größe Gamkal­tors, das außerhalb der Stadt nirgendwo sonst im Riesland vorkommt, eines ordnenden Faktors bedarf, da sonst die widerstrebenden Interessen der stark individualistisch geprägten Trolle ein zu großes Gegenein­an­der erzeugen. 

Trolle neigen dazu, ihren Tagesablauf zu strukturieren und dabei festen Ritualen zu folgen. Viele von ihnen beginnen den Tag mit dem Verfassen einer Chronik des Vortages, wobei sie mittels ihrer Raumbilderschrift ihre bevorzugte Umgebung zu einer Art Tagebuch ausformen. Mittags opfern sie der Erdenmutter oder dem Namenlosen. Mit Hilfe dieser Opfer hoffen die Trolle, das Gleichgewicht der Elemente bewahren oder wiederherstellen zu können, weshalb sie in der Regel abwechselnd von jedem der sechs Elemente opfern. Als Opfer ist alles geeignet, was sich dem jeweiligen Element zuordnen lässt: Lebewesen, Edelsteine, Edel­metalle, ein großes Feuer oder ein großes Stück Eis. In der Regel hat ein Troll einen festen Platz für die Opfer, doch begnügt er sich auf Reisen auch oft mit einem improvisierten dunklen Altar. Abends räumen Trolle ihre Umgebung auf, sie ordnen das Chaos, das der Tag mit sich brachte, wie sie selber es ausdrücken. 

Handwerkskunst 

Die Trolle bewahren das Geheimnis des Stahls und hüten es eifersüchtig. Selbst ihre Sklaven dürften bei der Verhüttung und Verarbeitung von Eisenerz nicht zusehen. Innerhalb der Trollgesellschaft handelt es sich jedoch um ein offenes Geheimnis, das ohne größere Schwierigkeiten erworben werden kann. 

Trolle sind an nahezu sämtlichen Rohstoffen interessiert und konkurrieren teilweise stark darum. Metalle werden zur Fertigung von Bauwerken, Rüstungen, Waffen, Werkzeugen und Kunstwerken benötigt, Steine und Lehm für Bauten und Gräber. Pflanzen und Tierhaut werden zu Stoffen, Tuchen und Leder verar­beitet. Edelsteine kommen nahezu überall als wertvolles und farbenprächtiges Zierwerk zur Anwendung. 

Tracht und Bewaffnung 

Anders als aventurische Trolle, die sich meist in Felle und Pelze kleiden und weder geschneiderte Kleidung noch Rüstungen besitzen, verfügen rakshazarische Trolle über ein weit größeres Repertoire. Vor allem wilde Bergtrolle oder Trolle der Ebenen in den Ödländern sind bisweilen nackt und tragen nur eine große Steinaxt als Bewaffnung. Die Gamkaltor-Trolle indes sind meist schwer gepanzert, schützen ihre wichtigsten Körper­partien mit Stahlplatten, tragen Stahläxte oder sogar eine Klinge, die einem Schwert ähnelt. Seine Rüstung verbrigt ein Troll unter für seine Verhältnisse fein gegerbten Fellen größerer Tiere, die auf einen Menschen dennoch grobschlächtig wirken. Solche Gewänder werden auch als Alltagskleidung getragen. Seltener sind Knochengewänder oder fein gearbeitete Ganzkörperrüstungen. Beide sind in der Regel Zierwerk oder wer­den nur zu offiziellen Anlässen getragen. Als Festgewänder kommen jedoch auch glatte Stoffgewänder zum Einsatz, welche so fein sind, dass trollische Hände sie nicht formen können – dies ist eine Arbeit für die fingerfertigsten unter den Trollsklaven. Festtagsgewänder werden meist reichhaltig mit Edelsteinen besetzt, was nicht nur den Reichtum eines Trolls symbolisiert, sondern auch seine Verbundenheit mit dem Erz zum Ausdruck bringt. Die „Gnarra-Knock“, die trollischen Pfadmagier, verzichten in der Regel auf das Tragen von Kleidung, doch tragen manche von ihnen die Schrumpfköpfe besiegter Zauberkundiger als Kette um den Hals. Erscheint ein Gnarra-Knock auf einem Fest, beschwört er dazu je einen Elementar jedes der sechs Elemente und hüllt sich darin ein. Ein aufwändiges und gefährliches Unterfangen, das dem Pfadmagier indes die volle Aufmerksamkeit der anderen Trolle sichert. 

Magie 

Die „Mondmacht“ gilt den Trollen als Gabe der frevlerischen Marhyna. Wer sie erhält, dem sind Macht und Einfluss gewiss, doch trägt er auch große Verantwortung. Dies umso mehr, als sie seit dem Kataklysmus äußerst gefährlich geworden ist. In früheren Zeitaltern haben Trolle überdurchschnittlich viele Zauberkun­dige hervorgebracht, doch in der Gegenwart sind trollische Magiebegabte selten geworden. Oft findet ein solcher Troll nicht einmal einen Lehrmeister, der mit ihm sein Wissen teilt, und dann verbreitet er allerlei Chaos in seiner Umgebung. Dazu zählt nicht nur der unkontrollierte Ausbruch magischer Kräfte, wie man ihn auch von anderen nicht ausgebildeten Magiebegabten kennt, sondern zusätzlich auch dessen Folgen in Form von Kritische Essenz-Effekten. Die Seltenheit trollischer Zauberer hatte aber immerhin den positiven Nebeneffekt, dass die Trolle den Kataklysmus einigermaßen unbeschadet überstanden haben. 

Trollmagie basiert häufig auf dem Spiegelprinzip („Was wir im Außen erleben, spiegelt unser Inneres“), was wohl auch erklärt, warum trollische Zauberer, auch „Gnarra-Knock“ genannt, eine immense Begabung für Illusionsmagie zu haben scheinen und sich ebenso auf das Formen von Unbelebtem oder von Lebewesen verstehen. An magischen Knotenpunkten errichten Trollmagier bisweilen Stelen, Menhire und sogenannte Trolltische. Das Tal der Klagen ist im Umfeld Gamkaltors übersät davon, die Steinkreise in der Nähe der Nebelauen scheinen indes nicht trollischen Ursprungs zu sein. 

Eine Schlüsselrolle in der Magie der Trolle nehmen Graurm (magische Artefakte) ein. Die Trolle sind – oftmals seit Jahrtausenden – ihre Hüter und Wächter und versuchen sie vor dem Missbrauch Unwür­diger zu schützen. Dies umso mehr, als der Einsatz der meisten Artefakte wegen der unberechenbaren Aus­wirkungen der Kritischen Essenz als entsetzlicher Frevel gilt, der um jeden Preis verhindert werden muss. 

Trollische Pfadmagier gelten als Mittler zu den Mysterien der Geisterwelt, den Ahnen und den Elementen, vor allem zum Erz. Wenn ein Pfadmagier eines der seltenen magiebegabten Trollkinder als Schüler annimmt, ist dies für beide Seiten eine Verpflichtung, die bis an beider Lebensende gilt. Sofern der Schüler nicht ohnehin das leibliche Kind des Pfadmagiers ist, wird es rituell adoptiert und nimmt den Namen seines Lehrers an. Für die Trolle ist dies eine Versinnbildlichung unsterblichen Wissens ebenso wie unsterblicher Verantwortung, welche die gesamte Ahnenreihe umfasst. Ein Pfadmagier nimmt im Laufe seines Lebens selten mehr als einen Schüler an. Der Schüler ist dabei der wichtigere Teil, mit dem die Zukunft stirbt. Der Meister indes ist dem Wohl des Schülers mit seinem eigenen Leben verpflichtet, kann doch im Notfall selbst der Geist eines toten Lehrers weiterhin um Ausbildung gebeten werden. 

Weibliche Trolle verfügen meist über etwas schwächere Magie, sind dafür aber größer an der Zahl. Sie schließen sich bisweilen zu Schwesternschaften zusammen, um gemeinsam große und langwierige magi­sche Gewerke zu spinnen. 

Darstellung 

Ein Troll ist eine urgewaltige Macht, wie die Riesen oft eher Teil der Landschaft als einer ihrer Bewohner. Obwohl Trolle über gewaltige Kräfte und eine daraus resultierende Zerstörungskraft verfügen, setzten sie diese recht dosiert ein, sofern sie nicht in Trollwut geraten. Sie verlassen sich lieber auf die schiere Wirkung ihrer beeindruckenden Gestalt oder bedienen sich der Instrumente der Überredungskunst oder der Mani­pulation. 

Für die Vertreter kleinerer Völker ist es schwierig, einen Troll als Gefährten zu gewinnen. Trolle behandeln einen „Winzling“, der vorgibt, ein freies Individuum zu sein, meist mit schier unerträglicher Arroganz, und zwar selbst dann, wenn sie in hoher Unterzahl sind. Wenn ein Troll nicht gleich versucht, ihn zum Sklaven zu nehmen, lässt er doch in aller Regel keinen Zweifel aufkom­men, dass er den Kleinling als sein Eigentum be­trach­tet, dem er nach seinem Gutdünken Befehle erteilen kann und von dem er niemals eine Weisung entgegennehmen würde. Mit Brokthar aller Art verbindet den Troll ein unversöhnlicher Hass, doch ver­schafft ihm ein Broktharsklave hohes Ansehen, weshalb er womöglich überredet werden kann, den verhass­ten Gegner nicht sogleich zu töten. Freundschaften zwischen den beiden Spezies sind extrem selten, man kann sie im gesamten Riesland an den Fingern einer Hand abzählen. 

Hat die Gruppe sich einmal der tatkräftigen Unterstützung eines Trolls versichert, so wird diese rasch unent­behrlich, und das ist etwas, das ein Troll ganz genau weiß. Insbesondere trollische Pfadmagier können für kleinere Rakshazaris zur tödlichen Bedrohung werden. 

Was denken Trolle über… 

Riesen: „Kaum ein Riese gleicht dem anderen. Das macht den Umgang mit ihnen schwierig. Einige sind wah­re Freunde unseres Volkes, andere eine tödliche Bedrohung. Dass sie uns den Zugang zu ihrer Stadt Sumu­tul verweigern, sorgt unter den Trollen für einigen Unmut, doch lohnt es sich, im Dialog mit ihnen zu blei­ben. Im Tal der Klagen haben wir uns zum Glück recht gut mit ihnen arrangiert.“ 

Yetis: „Allen Riesenartigen wohnt der Humus inne. Zyklopen, Monaden und Vulkanschrate teilen sich das Feuer. Das Erz ist uns mit den Ogern gemein. Die Yetis indes sind die einzigen, die das Eis in sich tragen. Das verleiht ihnen zu große Macht und bringt das Gleichgewicht der Elemente in Gefahr.“ 

Menschen (ohne Nedermannen): „Erstaunliche Wesen. Sie sind nicht aus Stein geformt und sie tragen kein Fell und sind dennoch von überraschender Anmut und Schönheit. Doch fehlt es ihnen an Langlebigkeit, Zähigkeit, körperlicher Kraft und Durch­haltevermögen, weshalb sie als Sklaven nur bedingt geeignet sind. Es ist notwendig, stän­di­gen Nachschub sicherzustellen. Zum Glück sind sie recht vermehrungsfreudig.“ 

Nedermannen: „Hässlich, schwach und dumm – und von bitterem Geschmack. Nicht einmal als Sklaven zu ge­brau­chen.“ 

Gunnarmannen: „Gunnar-was? Das sind doch stinknormale Menschen, oder? Lohnt im Augenblick nicht, sie zu versklaven, das nächste Lager ist 600 Meilen entfernt.“ 

Orks im Allgemeinen: „Gute und zähe Arbeiter, aber mit einem rebellischen Geist verflucht. Doch wir wissen schon, wie wir sie unter Kontrolle halten.“ 

Weißpelzorks: „Primitive Wilde, eine Schande für das stolze Volk der Orks. Wären sie nicht so viele, würden die anderen ihnen kaum gestatten, sich zu den ihren zu zählen.“ 

Faulzwerge: „Körperlich zu kaum einer Arbeit zu gebrauchen. Aber unzweifelhaft mit Geist und Erfindungs­reichtum ausgestattet, und vom Bergbau verstehen sie auch etwas. Es schadet daher nicht, den einen oder anderen von ihnen unter seinen Sklaven zu haben, vorausgesetzt, man wendet ihnen nie den Rücken zu. Einige von ihnen verstehen sich auf Handel und Diplomatie, und diesen wenigen gestatten wir, nach Gam­kaltor zu kommen und Handel mit uns zu treiben.“ 

Donari: „Hässliche Kreaturen, die uns die Trollpfade gestohlen haben. Doch werden ihre Festungen sie auch nicht davor bewahren, dass wir zurückerobern, was uns gehört.“ 

Grolme: „Oh, so ein niedliches kleines Männchen. Ups, jetzt bin ich versehentlich draufgetreten. Tschuldi­gung.“ 

Tharai: „Ein wahres Vielzwecklebewesen. Ein zäher und ausdauernder Arbeiter, Kanonenfutter für die Schlacht, oder ein Abendessen für eine vierköpfige Familie.“ 

Brokthar: „Schwacher Abklatsch meines Volkes, kriechender Diener der strafenden Himmelslöwin, was bist du? Opfer oder Sklave?“ 

Trollstämme „Pack. Haben alles vergessen, was das Trollsein ausmacht, und führen sinnlose Ausein­an­dersetzungen mit den Orks, die für uns Sklaven sind, keine Gegner. Sollen sie bleiben, wo sie sind, unsere Aufgabe ist hier, und wir werden sie ohne ihre Hilfe erfüllen.“ 

Südländer: „Alle verrückt, egal ob Echse oder Humanoid. Haben mehr Kulte da unten als wir hier Steine.“ 


Unsere Trolle bewohnen sogar eine Stadt, Gamkaltor. Sie liegt an der Grenze zwischen der Geistersteppe und dem Tal der Klagen. In den Fantasy-Settings, die ich oben besprochen habe, gibt es so eine Trollsatd nicht, da haben wir tatsächlich was einmaliges in Rakshazar. Hier ein Auszug aus dem Spielleiterbuch zum Tal der Klagen: 


Gamkaltor 

 Obwohl knapp außerhalb des Tals gelegen, übt Gamkaltor, die große Feste der Trolle, großen Einfluss auf das Tal der Klagen aus. Nach dem Selbstverständnis der Trolle gehört nahezu das gesamte Tal zu ihrem Reich, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass sie weder zahlreich noch ihre staatlichen Strukturen gefestigt genug sind, um diesen Anspruch durchzusetzen. Etwas, das den Trollen nicht auffällt, gibt es im Tal doch kaum jemanden, der es wagt, einem oder gar mehreren von ihnen offenen Wider stand zu leisten. Gamkaltor befindet sich am Rande des Tals, dort, wo der Ödlandtwall in die Schwefelklippen übergeht und wo sich die Wasser der Quellen des Krawell sammeln, um dann als mächtiger Strom durch enge Schluchten gen Süden zu fließen. Als wehrhafte Trutzburg erhebt sich dieses uralte Bollwerk am Berghang über dem Fluss und trotzt schon seit Jahrtausenden seinen Feinden: den Brokthar von Amhas, den Feuern der Drachen, aber auch all dem anderen Gezücht, das hier oben kreucht und fleucht. Östlich der Feste führt eine Handelsstraße über die alte Kagash Brücke, vorbei am großen Wassergraben, über den Krawell. Archaisch erheben sich dahinter die dicken, hohen Mauern von Gamkaltor, auf getürmt aus titanischen Stein- und Felsbrocken und in der Höhe von rundlichen Zinnen gekrönt, die mit trollischen Schutzrunen und Besondere Orte magischen Symbolen versehen sind. Staunend fesselt den Besucher der Anblick des riesigen Tores, zu dem eine steinerne Brücke hinauf führt und dessen Rahmen mit allerlei mystischen Gravuren verziert ist. Das Innere von Gamkaltor kann als Inbegriff typischer Trollarchitektur und-lebensweise gel ten. Vollständig aus Stein erbaut, finden sich hier unzählige verwinkelte, eng aneinander und auch aufeinander gebaute Häuser, Gebäude und Komplexe. Fast scheint es, als seien sie alle irgendwie miteinander verwachsen. Massive Türen, mächtige Tore, breite Treppen, nebeneinander und zum Teil auch übereinander angeordnet, dazu Brücken und Steinpfade verbinden die einzelnen Teile dieses übergroßen Gesamtbauwerks miteinander und schaffen dadurch eine Vielzahl von Gassen und unübersichtlichen Winkeln. Überall findet man wundersame Wandmalereien, magische Runen, Trophäen oder andere Verzierungen. An allen Ecken und Enden gibt es Steine und Felsen unterschiedlicher Farben, die zu seltsamen Haufen aufgetürmt wurden. Sie erzählen dem Kundigen die uralten Geschichten und Legen den dieses Ortes. Für fremde Händler lohnt sich der gefährliche Weg in die Stadt der Trolle. In den verwinkelten Gassen werden Sklaven aus den Lagern des Ödlandtwalls und des Tals der Klagen gegen süßen Schnaps verhökert, Edelsteingemmen gegen Perlen und Mammuthon und Schwefel gegen Süßkram getauscht. Selbst edelsten Stahl, kalt geschmiedet durch Trollhand und Speichel, kann man hier erstehen. Es heißt, Trollstahl könne selbst härtesten Stein zerschneiden. Die Lebensweise der Trolle in Gamkaltor ist typisch für diese Wesen. Der gemeine Troll scheint sich nicht nach Privatsphäre zu sehnen. Die Räume und Säle werden allesamt gemein schaftlich genutzt, ohne dass ihnen eine feste Funktion zugewiesen wäre. Sie werden ledig lich grob nach Sippen, Stand und Beruf der jeweils aktuellen Nutzer aufgeteilt. Jedem Troll stehen ein Bettlager und eine Raumecke oder ein Winkel zu, in dem er in Regalen oder direkt an den Wänden seine Trophäen und Verdienste zur Schau stellen kann: Glitzernde Edelsteine, liebevoll geschnitzte Tierfiguren, kunstvolle Handwerksarbeiten aus edlen Materialien, schillernden Metallen und formschönen Steinen, aber auch mancher Knochen oder Zahn eines erlegten Feindes oder Ungetüms findet dort seinen Platz. Diese Schaustücke zählen in der Trollgemeinschaft sehr viel. Der Ruf eines jeden Trolls hängt direkt von seinen Trophäen, Meisterstücken und Schätzen ab. So ist es auch kein Wunder, dass die Stadt vom angesehensten Troll, dem Trollkönig bzw. Zorrdra pasch, regiert wird. Die Verdientesten und Respektiertesten der Gesellschaft sind meist zugleich Arpakasch: Jene, die in der Stadt für Ordnung und Sicherheit sorgen. Sie sind Gadist, Kleinrichter und Soldat in einem. Im Kern ihres Aufgabengebietes steht die Verteidigung der Stadt und der näheren Umgebung gegen allerlei feindliche Kreaturen. Dazu stehen ihnen auf den Türmen selbstgebaute Ballisten für die Abwehr von Drachen zur Verfügung. Doch nicht nur die Trolle treiben sich im Inneren der Festungsstadt herum: Unzählige Sklaven sorgen für den reibungslosen Betrieb in der Stadt, räumen Müll und Essensreste in den Fluss und kämmen die Haare ihrer Besitzer. Jene Sklaven, die in einer der vielen Trollsied lungen oder in der Trollstadt Gamkaltor leben, haben noch das beste Los gezogen, ist hier doch die Anwendung von Gewalt gegen Sklaven verpönt. Sie werden ordentlich behandelt, da die Trolle die Erfahrung gemacht haben, dass sie auf diese Weise länger leben. Außer dem kann ein wohlgenährter Sklave gewisse … Dienste … angenehmer gestalten. Besondere Orte- 11 Die herausragende Arbeitsleistung hat aber auch etwas damit zu tun, dass sich die Sklaven in einer Stadt voller Trolle schlicht keine üblen Fehltritte erlauben können. Die aufgrund der guten Lebensbedingungen und der hervorragenden Nahrungsversorgung meist kerngesunden Stadtsklaven, welche zudem eine stark ausgeprägte Loyalität ihren Herren gegenüber aufweisen, gelten auf dem Sklavenmarkt von Gamkaltor nicht umsonst als beste Ware in ganz Rakshazar. Zur Unterscheidung, wem welche Sklaven gehören, hat jeder von ihnen stets einen braunen Überwurf mit einer auf gemalten persönlichen Rune zu tragen. 

Tal der Klagen S. 10 


So gut wie die Sklaven in Gamkaltorhaben es übrigens nur die wenigsten Tollskaven, die meisten landen in irgendwelchen Minen oder im Tagebau, wo sie nach Erzen und Edelsteinen schürfen. Wir im Rakshazar-Projekt haben für die wild zusammengewürfelten Gemeinschaften aus vornehmlich Orks, Menschen und Steinechsen die Kultur Legiten erschaffen, die solche Multikulti-Mix-Gesellschaften abbilden sollen. Die Bekannteste Legitenkultur ist die von Kurotan, aber für die Sklavenlager (und die befreiten Skalvenlager) haben wir auch eine entworfen. 

Zu guter Letzt hier noch ein NPC von S. 60 der Spielleiterhilfe zum Tal der Klagen: 


Zorrdrapasch Grampf Sohn von Troddsch, König der Trolle 

Dreifacher Basiliskentöter, Riesenbezwinger, Orkfresser, legendärer Söldnerführer. Grampf kann auf ein langes, kampf- und erfolgreiches Leben von annähernd fünfhundert Jahren zurückblicken. Während der Zeit der Tyrannen kämpfte er auf verschiedenen Schlachtfeldern und kehrte vor gut hundert Jahren mit einem Schatz aus Silberfigürchen, Goldreifen, Perlen ketten, Elfenbeinkästchen, antiken Glasflacons und magischen Artefakten aus dem fernen Westen zurück. Nachdem er dann auch noch drei Basilisken erschlug, wurde er von den übrigen Trollen zum König gekrönt. Grampf Sohn von Troddsch ist im Alter fett geworden, eine Glatze ziert seinen Schädel, die Eckzähne sind ihm ausgefallen und den vier Schritt großen Körper zieren zahlreiche Narben. Doch noch immer weiß der gealterte Troll seine Waffe mit tödlicher Wucht zu schwingen. Würden da nicht seine zwei Söhne an seinem Thron sägen (Rompf, der Ältere, macht sich gerade einen Namen als Drachenjäger, Forogsch als Söldner im fernen Kurotan), Grampf könnte die Früchte seines Lebens wohl noch Jahrhunderte genießen … Ab und an überkommt den gealterten Veteranen das alte Fieber, seinen Heldenmut unter Beweis stellen zu wollen, dann bricht er unter großem Getöse und mit noch größerem Gefolge ins Tal der Klagen auf, um dort zu jagen. Natürlich sind er und seine Gefolgschaft viel zu laut, als dass Wild sie nicht bereits auf mehrere Meilen Entfernung wahrnehmen und panisch die Flucht ergreifen würde, sodass an eine wirklich große Beute kaum zu denken ist. Die Untergebenen des Zorrdrapasch sind auf diese Situation jedoch stets gut vorbereitet und führen einige Käfige mit Zuchttieren mit sich, die im passenden Moment in Grampfs unmittelbarer Nähe freigelassen werden. Et was, das den König, wenn er denn davon wüsste, in ebenso großere Zornraserei versetzen würde wie eine erfolglose Jagd. Oberflächlich betrachtet ist Grampf ein unsteter, aufbrausender und berechenbar unberechenbarer Draufgänger, der längst in seinem letzten Lebensviertel angekommen ist. Setzt man sich näher mit ihm auseinander, müssen allerdings selbst Kritiker zugeben, dass er ein besserer König ist, als man unter diesen Umständen annehmen sollte. Er hasst es, wenn etwas unerledigt bleibt, und er interessiert sich für die Belange seiner Untertanen. Er hat im Laufe seines Lebens die Vertreter vieler Völker kennengelernt und ist deshalb für Kontakte mit ihnen offener als die meisten anderen Trolle. So kommt es, dass die Tore Gamkaltors Riesen, Agrim, Grolmen, ja selbst einigen Menschen zum Handel offenstehen, etwas, wovon auch die Trolle profitieren, die viele der eingehandelten Waren nicht selbst herstellen können. Händler der Agrim, die Gamkaltor ansteuern, durchqueren oft das Tal der Klagen und belie fern in diesem Rahmen auch andere im Tal ansässige Faulzwerge. Weißpelzorks indes hasst der Zorrdrapasch, nicht ahnend, dass er und die Kameshii den gleichen Gott verehren: Der Namenlose hat sich auch dem Trollkönig in einer seiner zahlreichen Identitäten offenbart. 


Fazit 

Egal welche Mythologie oder welches Rollenspiel: Trolle sind böse… weil sie in Opposition zu den Menschen (Elfen, Zwergen, Orks) stehen. In Vielen Rollenspielen repräsentieren sie die Natur, in die die Zivilisation einzudringen versucht, in Rakshazar sind sie böse, weil sie ihre physische Stärke ausnutzen und andere Wesen versklaven. Und den namenlosen anbeten, aber das ist in Rakshazar in vielen Kulturen der Fall. Ich hab vor Jahren mal das Abenteuer Findet das Schwert der Trollkönigin als Mehrteiler angelegt. Im zweiten Teil sollten die Spielenden Trolle spielen und das, von den Spielenden im ersten Teil geborgene Schwert, in Kurotan wiederfinden. Das wäre doch was für ein Soloabenteuer, da juckt es mir in den Fingen, da weiterzuarbeiten… 

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Riesen, Greifen, verruchte Straßen – Eine Anthologie für Beutelschneider

12. Mai 2026 um 05:00

Vor ein paar Jahren hatte blut_und_glas die Idee zu einem Rollenspielsystem, von dem ich wirklich begeistert bin und das eines der wenigen Systeme abseits von DSA ist, zu dem ich bisher auf meinem Blog Content erstellt habe: Beutelschneider!

Zu Beutelschneider habe ich diese Anthologie hier zusammengestellt:

Was ist Beutelschneider?

Beutelschneider ist ein, auf rollenspielblog wird das NSR genannt, Rollenspiel im Geiste der OSR, dass nicht auf Würfel als primäre Spielmechanik setzt, sondern auf das Ziehen von Murmeln aus einem Beutel, was zwar erschreckend an den Stochastik-Unterricht während meiner BOS-Zeit erinnert, Im Spiel aber ungeahnte Dramatik und Charakterentwicklung mit sich bringt.

Zentrales Element ist der Beutel. Alles in Beutelschneider hat einen Beutel. Die Charaktere, die Monster, die Gegner, die Questen (kurze Sinnabschnitte innerhalb eines Abenteuers, Szenarien…). In den Beuteln sind Murmeln in verschiedenen Farben in unterschiedlicher Anzahl. Weiße Murmeln für zukünftiges Entwicklungspotential, schwarze Murmeln für Krankheiten, Gifte oder Wunden, rote für Stärke, Kraft, Nahkampf und Ausdauer, grüne für Geschicklichkeit und Fernkampf und blaue für Intelligenz und Magie.

Um festzustellen, ob eine Aktion erfolgreich war (ein Charakter will z.B. ein Fass hochstemmen), werden 3 Murmeln aus dem Beutel gezogen. Ist mindestens 1 rote Murmel dabei, hat man die Herausforderung geschafft, andernfalls wars ein Misserfolg und man tauscht eine der gezogenen Murmeln gegen eine schwarze. Auch Kämpfe werden mit Murmeln gelöst, wie genau, schaut dazu in die Anthologie, die wichtigsten Regeln habe ich da auf den ersten 6 Seiten zusammengestellt. Mehr als diese 6 Seiten Regeln (und ein paar Zusatzregeln in den jeweiligen Abenteuern) braucht man nicht, um die Anthologie zu nutzen und, was in unserem Hobby auch sehr wichtig ist, eigene Sachen zu erstellen. Das ist mit ein Grund dafür, warum ich Beutelschneider so mag.

Die Anthologie

Was mich aber von Anfang an gestört hat war, dass es für die Regeln kein Anwendungsbeispiel gab. Normalerweise hat jedes Rollenspielsystem, egal wie generisch es auch ist, irgendwo ein Einsteigerszenario dabei. Irgendetwas, was zeigt, wie die Regeln angewandt werden können, dass einen narrativen Rahmen setzt, Worldbuilding betreibt, neue Spielleitungen bei der Hand nimmt und neuen Spielen Wege aufzeigt. Das hatte Beutelschneider nicht. In der Kur an der Ostsee schrieb ich vor 8 Jahren meinen Ersten Content für Beutelschneider, um diese Lücke zu schließen: Yimrheim. Für die Anthologie, die eine Sammlung verschiedener Abenteuer zu Beutelschneider sein will, ein Proof of Concept, dass man mit dem Regelsystem wirklich interessante Welten erschaffen und coole Abenteuer spielen kann, habe ich die Welt auf dem Rücken eines toten Riesen (ja, ich geb es zu, seeeehr starkvon der nordischen Mythologie inspiriert) überarbeitet und hier reingenommen.

Kleiner Einschub an dieser Stelle dazu, wie ich AI nutze: Ich finde AI zum Generieren von Rollenspieltexten blöd. Stand Anfang 2026 ist sie nicht in der Lage, einen größeren, in sich konsistenten, innovativen Dungeon durchgehend basierend auf Regeln, die nicht D&D sind, zu erstellen. Selbst wenn sie es könnte, ich würde es ablehnen, da genau der kreative Prozess des Schreibens für mich ein wichtiger Teil meiner Entspannung und geistigen Gesundheit ist. Was für mich aber voll in Ordnung ist, ist der Einsatz als Analysetool. Ich lasse über alle Texte, die ich so erstelle, AI drüberlaufen und eine Sprachanalyse erstellen. Ich will Muster herausarbeiten, Lücken in meiner Argumentation erkennen, sehen, ob ich mit meinem Text auch das Ziel erreicht habe, eine Idee rüberzubringen. Den nächsten Schritt jedoch, den Text durch die AI verbessern bzw. streamlinen zu lassen, den gehe ich dann nicht.

Auch die neue Version von Yimrheim habe ich durch die AI gejagt und mir mal den Inhalt zusammenfassen lassen:

Yimrheim – Die Welt auf dem Rücken eines toten Riesen

Prämisse:
Eine Stadt existiert auf dem Körper eines gefallenen frostigen Ur-Riesen. Sein Körper liefert Klima, Ressourcen, Konflikte.

Zentrale Themen:

  • Konflikte zwischen Waldvolk & Stadtbewohnern
  • geheimnisvolle Erdfälle → der Riese „erkaltet“
  • Maden-Zwerge im Inneren des Körpers
  • politische Intrigen der Rigjoms (zwei rivalisierende Witwen)
  • Seeabenteuer & Walfang

Beispielquests:

  • Lebt denn der alte Holzmika[1] noch? – Holzschlag im verbotenen Wald, Konflikt mit Hexe
  • Ein neuer Geselle? – ein geheimnisvoll perfektes Schwert führt in Zwergenstollen
  • Männer (und Frauen) mit Bärten – Walfangqueste mit Erscheinung eines weißen Wals

Genre: nordisch‑mythisch + body‑horror + Stadtintrige

Auch das 2. Abenteuer in der Sammlung ist schon alt, es es ist sogar 1 Jahr älter als Yimrheim und war ursprünglich systemagnostisch: Die Ruine von Yal Qadhifa. Hier habe ich die Geschichten von Tausendundeiner Nacht verarbeitet, Vogelmädchen und Greifen drin und einen Mystischen Fluch. Ich habe für die Sammlung dieses Abenteuer überarbeitet und mit Kreaturenwerten alla Beutelschneider versehen.

Die nächsten zwei Sachen sind zur Abwechslung brandneu. Hier habe ich versucht, Konzepte aus den Regelerweiterungen umzusetzen. In Eine wilde Nacht auf Treva ist es der Tavernen Crawl, der in den Erweiterungen auf S. 8 unter dem Thema Carousing beschrieben wird. Über den Namen Treva bin ich bei meiner Recherche für Die Hexen von Phourgisatis gestoßen. Da gab es um 100 bis um 160 rum einen griechisch-stämmigen Ägypter mit Namen (wie solls auch anders sein) Ptolemäus, ein Mathematiker, Optiker, Geograph, Astronom, Musiktheoretiker, Philosoph… Jedenfalls hat der wohl um 150 rum einen Atlas. Darin sind Treva und Phourgisatis zu finden. Ersteres ist der Name, unter dem das spätere Hamburg seit der Bronzezeit und während der Römerzeit bekannt war, letztes ist eine Siedlung in Germania magna, die in etwa dem heutigen České Budějovice entspricht. Daraf ein echtes Budweiser!

Ursprünglich wollte ich Eine wilde Nacht IN Treva in der früheisenzeitlichen Handelsstadt spielen, habe aber dann bemerkt, dass ich mit den Hexen ja schon ein antikes Setting habe und insgesamt ziemlich viel klassisches mit Schwertern und Magiern usw. zusammengestellt habe. Darum ist Treva nun der Name einer Raumstation über Keppler-186f, einem Planeten in der habitablen Zone um einen roten Zwerg. Meine Liebligs-Spelunke (Spelunke… auch so ein tolles Wort für eine abgeranzte Kneipe) ist Kittys Palast der Träume, eine Drogenhölle, die in einem alten Frachter untergebracht ist und außerhalb der Raumstation den Planeten umrundet. Zu ihr kommt man nur per Shuttle, darf nicht zulange darauf bleiben, sonst verpasst man den Rückflug zur Erde, welcher als Timer für das Abenteuer dient.

Die Die Hexen von Phourgisatis testen einen weiteren Aspekt aus den Regelerweiterungen: Hex Crawls. Das Abenteuer spielt in meiner Ecke, in der Region Straubing, Bayrischer Wald, Böhmerwald. Die Charaktere sind Exploratores, römische Kundschafter, Spione und Spezialisten, die den Auftrag haben, im Spätherbst 170 (nachdem Marcus Aurelius eine vernichtende Niederlage gegen die Markomannen einstecken musste) germanische Hexen, die dafür verantwortlich sein sollen, auszulöschen. Bei dem Abenteuer habe ich Charakterklassen entwickelt, die es so vorher nicht für Beutelschneider gab. Nein, ich rede nicht von Krieger, Mager, Schurke. Ich rede vom Boier, vom Syrer aus Canatha, vom Bataver. Jede Klasse hat ihre Vorteile, etwa sind wir Boiern bei Proben, die irgendetwas mit Stärke zu tun haben, bevorteilt, wir ziehen 4 statt 3 Murmeln. Jede Klasse hat auch ihre Nachteile, bei allen Proben, die etwas mit Kommunikation zu tun haben, ziehen wir Boiern nur 2 Murmeln, was unsere Erfolgschanen deutlich verringert. Liegt wohl an unserem, für andere germanen schwer verständlichem germanischen Dialekt ;).

Schlussgedanken

Die Anthologie war ja Teil meiner Vorsätze für 2026. Ich wollte einerseits meine alten Abenteuer überarbeiten und andererseits was für Beutelschneider schreiben, das ich persönlich ja für ein geiles System halte. Im Grunde wäre das System auch was für Mathelehrer. Stichwort: Murmeln aus einer Urne ohne Zurücklegen ziehen.

Ich denke, ich habe mein Ziel erreicht und hoffe, dass da draußen ein paar Leute auf dieses System aufmerksam werden.


[1] Ja, für so was habe ich meine Seele an Annagrama, den Dämon der schlechten Wortspiele, verkauft.

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  • Einblicke in den Gebrauchtmarkt für Rollenspielbücher
    Auf der Jagd bei ebay Ich bin im Laufe der letzten Monate wieder ein wenig auf Shadowrun gestoßen. Das führte dazu, dass ich die alten Romane aus dem Keller holte, ein paar dazukaufte und mir überlegte, wie gut doch Shadowrun ist (von ein paar eigentlich auch eher lustigen Aspekten bezüglich der völlig aus der Zeit gefallenen Technologieerzählung vielleicht, aber nur vielleicht, abgesehen). Und weil man gute Systeme ja spielen soll, beschloss ich, für dieses Vorhaben zumindest vorzusorgen

Einblicke in den Gebrauchtmarkt für Rollenspielbücher

11. Mai 2026 um 10:32

Auf der Jagd bei ebay

Ich bin im Laufe der letzten Monate wieder ein wenig auf Shadowrun gestoßen. Das führte dazu, dass ich die alten Romane aus dem Keller holte, ein paar dazukaufte und mir überlegte, wie gut doch Shadowrun ist (von ein paar eigentlich auch eher lustigen Aspekten bezüglich der völlig aus der Zeit gefallenen Technologieerzählung vielleicht, aber nur vielleicht, abgesehen).

Und weil man gute Systeme ja spielen soll, beschloss ich, für dieses Vorhaben zumindest vorzusorgen – ergo, die Bücher zu beschaffen. Das reine Kaufen ist, wie ich weiß, durchaus hinterfrageswert ob der Sinnhaftigkeit – aber so war es nun mal. Da ich nun schon mehrfach belehrt worden war, dass man heutzutage die fünfte Edition spiele (die Sechste demnach auf keinen Fall, die Vierte nur vielleicht und die Dritte geht wohl auch noch), kaufte ich mir über ebay die Regelbücher der fünften Edition zusammen (und auch sonst noch ein paar Bände). Ich erwartete, dass das so einfach nicht wird, weil die Bücher vergriffen sind und angeblich stark nachgefragt. Hierbei erlangte ich ein paar interessante Einblick in den Rollenspielgebrauchtmarkt, die dieser Erwartung nur teilweise entsprechen.

Nachgefragt und kaum verkäuflich?

Was war geschehen? Ich hatte mir ein angeblich „sehr gut erhaltenes“ Exemplar des Regelwerkes „Strassengrimoire“ gekauft – nur um festzustellen, dass der Zustand mitnichten „sehr gut“ war (der Verkäufer sah das erstaunlicherweise auch unmittelbar ein und gewährte mir einen adäquaten Preisnachlass; eine Rücktritt schloss er aus). Ich kaufte das Regelwerk daher nochmal und plante, das weniger gut erhaltene Exemplar zu verkaufen. Bemerkenswerterweise war dies, trotz adäquatem Preis, ein Unterfangen, dass einige Wochen in Anspruch nahm. Gleiches erlebte ich, als ich die DIN A5-Ausgabe desselben Buches verkaufen wollte. Obgleich diese Regelwerke angeblich stark nachgefragt sind (einer der Verkäufer schilderte mir sogar, dass er das Hobby aufgebe, weil er nicht an die Bücher käme!), war es mir doch so einfach nicht, sie zu verkaufen.

In der Tat war es für mich nicht unproblematisch „Verbotene Künste“ (ein anderer Regelband der fünften Shadowrun-Edition) zu erwerben. Und auch die Bände „Renraku-Arkologie: Shutdown“, „Königin Euphoria“ und „Portfolio eines Drachen: Dunkelzahns Geheimnisse“ sowie „Rhein-Ruhr-Megaplex“ (Quellen- und Abenteuerbände der zweiten bis vierten Edition) waren mühevoll in der Beschaffung.

Marktenge und professionelle Händler

Wie ist das also einzuordnen? Ich kam während meiner Erwerbe mit einem professionellen Händler für gebrauchte Rollenspielartikel in Kontakt, der so freundlich war, für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen. Dieser Händler war auf DSA spezialisiert, hatte aber auch Shadowrun im Programm.

Ökonomisch kann man meine Erfahrungen mit „Marktenge“ erklären. Es gibt zwar nur wenige Anbieter. Daher ist es schwierig, die Bücher zu erwerben. Ergänzend dazu gibt es aber auch nur wenige potentielle Käufer! Angebot und Nachfrage finden daher ganz grundsätzlich nur selten zusammen. So manches Buch, obgleich mutmaßlich begehrt, wird daher lange nicht verkauft, weil es nur ein paar wenige gibt, die das Buch haben möchten. Gleichzeitig sind diese aber oft bereit, hohe Preise zu zahlen – den deren „Bedarf“ ist doch sehr ausgeprägt.

Hiermit ist auch erklärbar, warum per se selten vergriffene Rollenspiel-Bücher neu aufgelegt werden. Zwar weiß man, dass hohe Preise für zum Beispiel die DSA-7G-Bände gezahlt werden – dies aber nur selten, weil die Zahl der Interessenten so hoch nicht ist. Es lohnt daher oft nicht aus Verlagssicht, eine Neuauflage für nur wenige Käufer zu produzieren. Dass Ulisses dies gegenwärtig doch sehr regelmäßig macht, kann ich mir nur damit erklären, dass die DSA-Sammler zahlreicher und zahlungskräftiger sind. Dass ist auch so, wenn man sich nur die Preise ansieht, die für manche DSA-Produkte ansieht und mit den Preisen für Bände anderer Rollenspielsysteme vergleicht.

DSA als wichtigster (deutscher) Zweitmarkt

Diese Beobachtung fand auch Bestätigung: Genau deshalb war mein Interviewpartner auf DSA spezialisiert und schilderte, dass es noch einige Wettbewerber gebe, die ebenfalls mehrheitlich oder ausschließlich mit DSA handelten. Mein Interviewpartner und seine „Kollegen“ leben demnach (nur) vom Handel mit (gebrauchten) DSA-Rollenspielprodukten. Manchmal kaufen sie ganze Sammlungen auf – manchmal werden sie von (ehemaligen) Sammlern angesprochen, die ihre Sammlung auflösen möchten, denen dies jedoch in Eigenregie zu mühevoll ist. Auch bei ebay selbst werden Käufe getätigt. Die Ursache hierfür konnte ich selbst beobachten: Es landen immer wieder auch günstige Angebote bei ebay – auch von seltenen Bänden. Diese Schnäppchen machen aber offenbar oft nicht die Sammler, sondern die Händler. Wäre ich jedoch das ein oder andere mal geduldiger gewesen, hätte ich den ein oder anderen Euro bei meinen Shadowrun-Käufen sparen können.

Die erstandenen Werke werden schließlich durch die Händler über ebay unter die Leute gebracht. Viele Bände gebe es in Hülle und Fülle (zum Beispiel die DSA-Regelwerke der dritten Edition) und deren Preise seien auch sehr stabil. Andere Bände seien deutlich seltener. Es macht demnach aber oft keinen Sinn, beispielsweise die Goldschnittausgabe der 7G-Kampagne DSAs zu kaufen, weil diese zwar mit einer oft großartigen Marge einhergeht – aber nur nach so langer Zeit verkauft wird, dass man sich fragen muss, ob man nicht lieber gängigere Produkte kauft.

Neben der sog. grünen DSA-Reihe sind offenbar die mittleren Bände der Splitterdämmerungkampagne sehr gefragt – und zwar auch regelmäßig – und erzielen gute Preise, weil sie offenbar nur in geringer Stückzahl produziert worden seien.

Insgesamt, finde ich, doch recht interessante Einblicke. Und ein interessanter Beruf – auch wenn mein Interviewpartner schilderte, dass er jeden Tag zur Post müsse. Dass aber, müssen mitunter wohl auch die Sammler.

Der Rollenspiel-Gebrauchtmarkt ist insgesamt weniger ein klassischer Gebrauchtmarkt als vielmehr ein kleiner Sammlermarkt. Angebot und Nachfrage sind begrenzt, treffen nur selten direkt aufeinander und sorgen so für die eigentümliche Mischung aus schwer auffindbaren Büchern, langen Verkaufszeiten und gelegentlich erstaunlich hohen Preisen.

Der Beitrag Einblicke in den Gebrauchtmarkt für Rollenspielbücher erschien zuerst auf Zum lachenden Shruuf.

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  • Die aventurische Geschichtsstunde: 568 bis 504v.BF Der Sturz in dunkle Zeiten
    In dieser Episode der Aventurischen Geschichtsstunde besprechen Icke, David und Rafael die dunkle Ära Aventuriens von 568 bis 504 vor Bosporans Fall. Wir reflektieren über die erste Aventuria-Convention und vertiefen uns in die chaotischen Zustände, die durch den übermütigen Kaiser und dämonische Einflüsse verursacht werden. Wir analysieren das Machtvakuum, die aufblühenden dunklen Kulte sowie die Gründung neuer Dynastien wie Windhaag. Zudem beleuchten wir die mysteriösen Geschichten um das Schw

Die aventurische Geschichtsstunde: 568 bis 504v.BF Der Sturz in dunkle Zeiten

06. Mai 2026 um 22:05

In dieser Episode der Aventurischen Geschichtsstunde besprechen Icke, David und Rafael die dunkle Ära Aventuriens von 568 bis 504 vor Bosporans Fall. Wir reflektieren über die erste Aventuria-Convention und vertiefen uns in die chaotischen Zustände, die durch den übermütigen Kaiser und dämonische Einflüsse verursacht werden. Wir analysieren das Machtvakuum, die aufblühenden dunklen Kulte sowie die Gründung neuer Dynastien wie Windhaag. Zudem beleuchten wir die mysteriösen Geschichten um das Schwert Siebenstreich und den Kelch des Humus.

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  • Psichirurgie
    Dekahedrale Interventionen: Egoresektion Gedankentransplantation Gefühlsextraktion Idanastomisierung Ideenablation Kognitomie Mentaltamponade Motivationsimplantation Psiopsie Volitodese

Psichirurgie

06. Mai 2026 um 00:41

Psiblasen
Dekahedrale Interventionen:

  1. Egoresektion
  2. Gedankentransplantation
  3. Gefühlsextraktion
  4. Idanastomisierung
  5. Ideenablation
  6. Kognitomie
  7. Mentaltamponade
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  9. Psiopsie
  10. Volitodese
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    Ab heute findet Ihr ein paar vergriffene Printklassiker von Dungeonslayers im Sortiment von Burning Books – ob nun Thomas Römers Schrecken des Sternenmeeres oder Uli Lindners Pyramide des Todes. Und ein paar erste, letzte Softcover des Grundregelwerks sind auch noch da!

Dungeonslayers Classics

Von: admin
04. Mai 2026 um 18:56
Ab heute findet Ihr ein paar vergriffene Printklassiker von Dungeonslayers im Sortiment von Burning Books – ob nun Thomas Römers Schrecken des Sternenmeeres oder Uli Lindners Pyramide des Todes. Und ein paar erste, letzte Softcover des Grundregelwerks sind auch noch da!
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    Quizfrage: Welcher Heilige ist das? Christophorus als Hundsköpfiger, Ikone, 17. Jh., Kermira (Kappadokien), Byzantinisches und Christliches Museum, AthenSaint christopher cynocephalus – Christophorus – Wikipedia Das, meine sehr geehrten Lesenden, das ist niemand anderes als der heilige Christopherus, allerdings hier auf einer um die 400 Jahre alten, orthodoxen Ikone. Die Darstellung hier ist bemerkenswert, wird doch der Heilige nicht als Mensch dargestellt, sondern als Kynokephale, als

Des Trolls Monsterhandbuch: Kynokephale – Hundsköpfige Heilige und Gnolle

04. Mai 2026 um 05:14

Quizfrage: Welcher Heilige ist das?

Christophorus als Hundsköpfiger, Ikone, 17. Jh., Kermira (Kappadokien), Byzantinisches und Christliches Museum, Athen
Saint christopher cynocephalus – Christophorus – Wikipedia

Das, meine sehr geehrten Lesenden, das ist niemand anderes als der heilige Christopherus, allerdings hier auf einer um die 400 Jahre alten, orthodoxen Ikone. Die Darstellung hier ist bemerkenswert, wird doch der Heilige nicht als Mensch dargestellt, sondern als Kynokephale, als hundsköpfiger Humanoid. Ich bin ja selbst Katholik, in unserer Tradition wird Christopherus meist als Riese dargestellt.

Christopherus, so wie er auf der Ikone dargestellt wird, wirft ein paar interessante Fragen auf.  Theologisch z. B. die Frage, ob das Heil bei Gott nur Menschen vorbehalten ist oder auch anderen Wesen, ob die eine Seele haben und ob die ebenfalls von der Erbsünde betroffen waren und durch Christos erlöst werden mussten. Da die schiere Existenz eines hundsköpfigen Heiligen dies für die Orthodoxie positiv beantwortet und die dürften auch am besten theologisch vorbereitet sein, wenn eines Tages die Menschheit auf Aliens trifft.

Nebenbei… Christopherus hier ist nicht der einzige hundsköpfige Heilige. Angeblich hatte der Apostel Thomas (der ungläubige) 2 Diener, die ihm bei seiner Missionsreise nach Indien begleiteten und die waren Kynokephale

Wunderwesen, Hunnen und ein Übersetzungsfehler

Wesen, halb Mensch, halb Hund, gibt es in der Vorstellung der Menschen schon ziemlich lange. Im Europäischen Raum kann man das bis etwa 700 v.Ch zu Hesiod zurückverfolgen, im Mittelalter wurden die Steppenvölker (wie Hunnen, Mongolen und die Türk-Völker) als hundsköpfig beschrieben, Ibn Battuta schreibt über sie, und auch in der Tang-Dynastie weiß man über hundsköpfige Wesen Bescheid. Weil die in aller Welt auftauchen, geht man mittlerweile davon aus, dass sich dahinter ein uralter Weltmythos verbirgt. Eine Geschichte aus der Stein- oder Bronzezeit. Aus einer Zeit, wo die Menschen begannen, die Welt und ihre Nachbarn zu erforschen.

Egal welche Aufzeichnung man zu Rate zieht: Die Hundsköpfigen teilen sich gewisse Merkmale. Sie …

  • leben alle irgendwo am Rand der Welt. Bei Strabon in Äthiopien, bei Ibn Battusa auf Sumatra, bei den Chinesen wohl auf den Kurilen, die Mongolen glaubten, sie lebten in Sibirien,
  • sie können keine (menschliche) Sprache sprechen, sondern sich nur per Bellen und Knurren verständigen,
  • Sie können friedliebend sein und sogar Handel treiben oder als blutrünstige Krieger ganze Landstriche terrorisieren,
  • fressen Fleisch und Fisch, ab und zu auch Obst und Wurzeln.
  • Und natürlich ihr Aussehen. Haarig, mit Hundekopf aber grundsätzlich menschlichem Körper.

Warum ist nun unser Christopherus in orthodoxen Darstellungen ein Kynokephale? Stammt er vom Rande der Welt? War er ein Riese (wie wir Katholiken glauben) oder gab es Kynokephale wirklich und die Orthodoxen haben mit ihrer Darstellung recht.

Über den Heiligen Chris wissen wir wenig, so wenig, dass er 1969 aus dem Calendarium Romanum Generale, dem Festkalender der katholischen Kirche, gestrichen wurde. Er starb entweder um 250 in Lykien oder 308 in Antiochia ad Orontem den Märtyrertod. Das wars schon. Alles andere, die berühmte Geschichte, dass er das Jesuskind durch die Fluten eines Flusses getragen habe, sind Legende.

Im Westen wurde irgendwann im 6.Jhdt aus dem Kynokephalen ein Riese, und im 10 Jhdt. wurde das dann durch Walther von Speyer kanonisiert. In den alten Überlieferungen stand genus canineorum, also dass Reprobus, wie Christopherus vor der Bekehrung hieß, aus dem Geschlecht der Hundsköpfigen stamme. Walther hiet das damals für einen tradierten Kopier- bzw. Übersetzungsfehler, es müssen, so seine Meinung, genus cananeus, aus Kanaan stammend, heißen.

Ich persönlich denke, dass Walther hier recht hatte und aus der der römischen Provinz Syria Palaestina stammte. Warum man aber Kanaan statt Syria Palaestina in der Heiligenlegende genutzt hat, erschließt sich mir nicht ganz. Könnte es sein, dass Chris aus Gaza stammte?

Hundeköpfige in der Fantasy – Von Gnollen und Kynokephalen

Verlassen wir den historischen Hintergrund und schauen wir in die Fantasy. Wenn ich da an Hundsköpfige denke, fallen mir als erstes die Gnolle ein. Jaaa, Gnolle haben Hyänenköpfe und Hyäenen sind näher mit Katzen verwandt als mit Hunden, aber ich lass mal fünfe grade sein und zähle die jetzt auch zu den Hundeköpfigen. Lasst uns ins Monster Manual von AD&D 4e aus dem Jahr 1979 schauen:

Gnolle sind dort echt ungemütliche Gegner. Sie sind immer in Gruppen unterwegs, die mindestens einen Hauptmann, bei mindestens 100 Gnollen, also einem Kriegszug, sind Häuptlige und Wachen dabei, die nochmal deutlich besser als die Normalversion sind. Mit 15% Wahrscheinlichkeit sind die sogar mit Zweihändern bewaffnet (1W10), sonst mit Schwertern (2W4), dazu Rüstung von 5 und im Durchschnitt 9 Trefferpunkte, der Häuptling hat im Schnitt 22 mit einer Rüstung von 3.

Interessant ist der Favor-Text. Gnolle verbünden sich mit Trollen, Orks, Hobgoblins, Bugbears, Oger. Sie leben meist unterirdisch, halten Sklaven als Diener und Futter und Hyänen als Haustiere, und haben grüngraue Haut und ne gelbliche Mähne. Sie leben nur 35 Jahre und sind Chaotisch Böse.

Da ist schon meine erste Kritik. Ja, das Monster Manual ist bald ein halbes Jahrhundert alt und damals gab es das Ultimative Böse™, aber ich hätte heute ein Problem mit einer rein bösen Spezies, die alles angreift und frisst, was sich in ihren Weg stellt.

Das zweite, was mir so ein wenig aufstoßt ist, dass obwohl die Gnolle Hyänenköpfe haben, die wenig mit Hyänen gemein haben.  Hyänen sind eigentlich matriarchalisch organsiert, die Weibchen sind deutlich größer und stärker als Männchen, haben einen (Pseudo)Penis. Und Hyänen leben sicher nicht unterirdisch, sondern in Savannen und Steppen.

Die beiden Kritikpunkte möchte ich im nächsten Kapitel angehen.

Schauen wir auch schnell nach Myranor. Myranor, für alle, die es nicht wissen, ist der Schwesterkontinent von Aventurien in der Welt des schwarzen Auges. Lange von Uhrwerk betreut, dann Jahre lang vergessen, nun unter der ELF-Lizenz zurück bei Uhrwerk. Im DSA4-Basisregelwerk für Myranor, Wege nach Myranor von 2011, sind ab S. 35 die Kynokephalen aufgeführt. Vom Aussehen her sind sie nach dem Bildchen, dass da dabei ist, typische Gnolle. Die große Besonderheit ist, dass diese myranischen Gnolle das Ergebnis eines Chimären-Experiments sind.

Auch vom Verhalten unterscheiden sich die Gnolle aus Myranor von ihrem D&D-Konterpart.  Wo die D&D-Gnolle bösartige, gefährliche Killer sind, die nichts und niemanden fürchten, sind die Kynokephalen unterwürfige Diener mit starken Beschützerinstikt gegenüber Menschenkindern und allen Kindern befellter Spezies, was sie zu idealen Leibwächtern für die Familie macht. Auch sind sie nicht so aggressiv, sie schimpfen eher lautstark als ohne Rücksicht auf Verluste loszustürmen. Ihre größte Angst ist es, beim Ausführen der Befehle ihres Herren bzw. ihrer Herrin einen Fehler zu machen. Auf S. 36 findet man dann diesen Wertekasten, um daraus Charaktere zu generieren:

Kynokephalen

Generierungskosten: 9 GP

 Fellfarbe (1W20): schwarz (1–4), grauschwarz (5–8), graubraun (9–12), rotbraun (14–16), erdbraun (17–20)

Fellmuster (1W20): helle Flecken (1–7), dunkle Flecken (8–14), helle Streifen (15), dunkle Streifen (16), kein Muster (17–20)

Augenfarbe (1W20): schwarz (1–6), braun (7–11), bernstein (12–14), gelb (15–16), grau (17–19), rot (20)

Körpergröße: 150 + 5W6 cm (1,55–180 Schritt)

Gewicht: Männer: Größe – 70 kg / Frauen: Größe – 65 kg

Eigenschafts-Modifikationen: MU –1, IN +1, CH –1, FF +1, KK +2 LE-Mod.: +10 LeP AU-Mod.: +12 AuP MR-Mod.: –4

Automatische Vor- und Nachteile: Dämmerungssicht, Natürliche Waffen (Biss 1W6+4 TP), Soziale Anpassungsfähigkeit / Fürsorglich 7

Empfohlene Vor- und Nachteile: Eisern, Gefahreninstinkt, Kräfteschub (KK), Tierempathie (Huftiere) / Blutrausch, Sklavenmentalität

Übliche Kulturen: Barbarisch, Bäuerlich, Städtisch Talente:

Keine Modifikationen Sonderfertigkeiten: Waffenloses Manöver Biss

Das gefällt mir schon sehr gut. Keine Mördermaschinen mehr wie in D&D, sondern vielschichtig, sogar mit ein paar interessanten, positiven Eigenheiten (die Fürsorglichkeit). Die Idee werde ich mir für die Überarbeitung merken!

In Unter dem Sternenpfeiler stehen auf S. 302 die Werte, wenn wir die Hundeköpfigen als Gegner nutzen wollen. Wie immer bei DSA werden die Werte für unerfahrene, erfahrene und Kynokephalveteranen angegeben. Schauen wir uns die Werte mal für einen erfahrenen Hundsköpfigen an:

Mu 13, KL 10, IN 16, CH 9, FF 12, GE 14, KO 14, KK 17

=> Mut im OK-Bereich, dafür sehr intuitiv und stark

AT 15, PA 13, DK S, TP 1W6+5 FK 18, RS 2, GS 8

=> Ja, erfahrene Hundsköpfige sind formidable Gegner. Hinzu kommen 36 LE und eine MR von 5.

Was mir beim Durchlesen der ganzen Hundsköpfigen aufgefallen ist… es gibt nur Hyänenköpfige! Und… Hyänen sind ja nicht mal in der Familie der Hundeartigen. Das ist schon sehr auffällig, daran muss gearbeitet werden!

Hundeköpfige neu interpretiert – Wie können wir Kynokephale im Rollenspiel verwenden?

Menschen sind schon besonders. Wir sehen uns in anderen Spezies wieder und schreiben ihnen Eigenschaften entsprechend unserer Moralvorstellungen zu. Hunde sind gut, Wölfe böse. Hyänen gierig und grausam, Hunde Treu und etwas doof usw. Bei meiner Interpretation der Kynokephalen möchte ich nicht in die Falle treten, in die AD&D bei den Gnollen reingetreten ist. Ich denke nicht, dass Wesen mit dem Kopf einer Hyäne von Natur aus Böse sind. Ich denke auch nicht, dass Wölfe besonders blutrünstig sind und so etwas wie ein Alphamännchen (ein besonders starkes, wildes, dominantes Männchen, dass alle Weibchen beglückt und alle Betas unterdrückt) in freier Wildbahn existiert (die These wurde schon längst widerlegt). Ich werde also meinen Hundsköpfigen positive wie negative Eigenschaften anlegen. Als Köpfe möchte ich natürlich Wolf, Hyäne und Hund anbieten, dazu Fuchs / Kojote bzw. Schakal (die ja in den verschiedenen realweltlichen Mythen als Trickster gelten), Rothund (ein Wildhund aus Indien), Mähnenwolf (weil der Flexitarier ist), Polarfuchs (um ein speziellen Hundeköpfigen für kaltes Klima zu haben) und Basenji (eine alte Hunderasse, die nicht bellt und als Hund aus dem Sudan das Gegenstück zum Polarfuchs findet.

Wähle bei der Erstellung eines Charakters zwei positive und zwei negative Eigenschaften passend aus.

Tabelle: Hundsköpfige Köpfe & Charakterzüge

Kopf eines …Positive EigenschaftenNegative Eigenschaften
Wolffamilienorientiert, loyal, mutig, strategisch denkend, zäh, pflichtbewusstgrausam, bedrohlich, rücksichtslos, unerbittlich, blutrünstig
Fuchs / Kojote / Schakalschlau, anpassungsfähig, gewitzt, erfinderisch, antiautoritärverschlagen, hinterlistig, opportunistisch, betrügerisch, eigennützig
Hyäneclanorientiert, matriarchal, durchsetzungsfähig, rollenfluid, sozial intelligentrespektlos, frech, gierig, skrupellos, blutrünstig
Hundtreu, loyal, empathisch, verlässlich, friedliebendunterwürfig, naiv, konfliktscheu, bequem, autoritätsgläubig
Mähnenwolfkompromisslos kooperativ, solidarisch, taktisch, selbstlos, hoch effizientindividualitätsfeindlich, fanatisch, gnadenlos, außenfeindlich
Basenjiunabhängig, stolz, intelligent, reinlich, aufmerksamdickköpfig, eigensinnig, kälteempfindlich, fordernd, schwer kontrollierbar
Rothundverspielt, gemeinschaftlich, flexibel, mutig, freundlich im Verbandübermütig, konfliktfreudig, leichtsinnig, unterschätzt Gefahren
Polarfuchsausdauernd, genügsam, leise, loyal gegenüber wenigen, überlebensklugemotional kühl, opportunistisch, distanziert, misstrauisch

Ich würde einen nach den Werten für Halborks in ALRIK / OSRIK erstellen. Infrarotsicht würde ich durch einen ausgezeichneten Geruch von 100 Fuß (also etwa 30 Metern) ersetzen und +10 Geräusche höhen für alle Klassen geben und den Kleriker durch Druiden ersetzen.

Fazit

Kynokephale bieten eine Menge Potential abseits der bekannten Gnolle. Diese alte Fantasy-Mythos-Idee sollte man wiederbeleben, schon um ein Gegengewicht zu den ganzen Katzenwesen zu haben. Als NSCs sollten sie, ähnlich wie die Orks in modernen Rollenspiel-Darstellungen, nicht nur Monster sein. Sie haben es verdient, auch als führsorgliche Wesen (wie in Myranor schon angedacht) oder als queere Wesen (Hyänenköpfige, mit Weibchen, die einen Pseudopenis haben, schreien ja nach einer Idee für eine explizit queere Fantasyspezies, die mit Geschlechterrollen spielt) oder als loyale Wesen dargestellt zu werden.

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Hexenjagd. Teil 1: Der Wald Ep1 [DSA-Hörbuch]

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Abenteuer von OSR bis Cyberpunk – Interview zum Rollenspiel-Blog Kritischer Fehlschlag

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Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

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