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Lese-Ansicht

Brett spielt Rolle

Brettspiel-Elemente im Rollenspiel

Statt Sumpf-Content wie üblich geht es in diesem Artikel um eine Idee, die mir schon länger im Kopf rumspukt: Wie ihr Brettspielelemente in eure Rollenspielrunden integrieren könnt.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin nicht nur begeisterter Rollenspieler sondern auch Brettspiel-Fan. Das erzeugt oft einen inneren Widerstreit: Ist der nächste Spielabend ein Rollenspielabend, bleiben all die schönen Brettspiele im Regal. Umgekehrt fehlt beim Brettspielabend das Charakterspiel und das kontinuierliche Gruppenerlebnis, das nur beim Rollenspiel aufkommt. Deswegen habe ich schon öfter mal überlegt, wie beide Hobbys zu kombinieren sind und drei Tipps für alle, denen es ähnlich geht.

1. Eine Queste für Heroen

Diese Kombi ist schon fast zu naheliegend: Als Spielleitung die Gruppe in einen Hero-Quest-Dungeon schicken. Einfach ein altes oder neues Hero Quest auf den Tisch stellen und das Slayen und Looten kann beginnen. Vielleicht reisen die Abenteurer*innen in die Welt von Zargon/Morcar, vielleicht gibt es solche Gewölbe eh in der bespielten Welt. Passende Gegnerwerte für Orks, Goblins und Skelette gibt es in so gut wie jedem Fantasy-System und Äquivalente zu Fimiren oder Chaoskriegern ebenso. Um so mehr Spaß macht es, wenn Dungeon-Abenteuer normalerweise nicht der Standard der Gruppe sind und so Abwechslung kombiniert mit Nostalgie einen eigenen Reiz erzeugt. Zur Dungeongestaltung gibt es Online-Tools wie zum Beispiel den https://www.hquestbuilder.com/ – oder man nutzt einfach eines der fertigen Abenteuer. Wer Bock auf eine reine Dungeoncrawl-Kampagne hat kann einfach die klassischen Hero Quest-Herausforderungen nacheinander durchspielen und hat sogar eine recht stimmige Geschichte.

2. Der verrückte Dungeon

Ein ganz anderer Spieleklassiker ist Das verrückte Labyrinth von 1986. Statt Kämpfen und Plündern stehen Rätseln und Nachdenken im Fokus. Auch hier kann die Spielleitung einfach mal das Spielbrett auf den Rollenspieltisch legen. Als klassischer „Mad Mage Dungeon“ mit sich verschiebenden Räumen könnte das Labyrinth die Gruppe vor unterschiedliche Herausforderungen stellen. Auch hier ist der Einsatz von Miniaturen empfohlen, die Abenteurer*innen müssen sich vielleicht aufteilen, um gleichzeitig an unterschiedlichen Ecken des Labyrinths Aufgaben zu erfüllen. Die können Kämpfe sein (Welche Werte hat wohl der grüne Drache?), Rätsel (Die Eule sieht so aus, als ob sie ein schuhuiges Rätsel für Abenteurer*innen parat hat.) oder simple Sammelquesten (Erst die Schlüssel, dann das Buch … ). Auch hier kann mit etwas Kreativität und viel Nostalgie ein unvergesslicher Rollenspielabend entstehen.

Einen Labyrinth-Dungeon findet ihr übrigens auch im Bruxensumpf.

Ein Spielbrett mit verschiedenen Fantasy-Figuren, darunter ein Minotaurus, ein Frosch, eine Kriegerin und ein Krieger mit Helm, sowie aufgedruckte Figuren wie ein Drache und ein Geist.
Junior Labyrinth mal anders.

3. Die Catan-Kampagne

Dieser Tipp ist nicht für die Spiele-Session zwischendurch sondern für die Session Zero. Die Spielrunde kann die Kampagnenwelt einfach mit einer Partie Catan generieren. Einfach regulär eine Runde zocken – am besten mit Erweiterung Städte und Ritter – und die Spielleitung legt im Anschluss – oder im Vorhinein – fest, dass die unterschiedlichen Farben für Völker, Nationen oder andere Fraktionen der Kampagne stehen. So kann Rot beispielsweise für das Elfenvolk, das Herzogtum Ulufan oder für die Amazonen von Arak stehen. Siedlungen und Städte brauchen dann noch passende Namen, die Siegpunkte und Ausbreitung sind Hinweise darauf, wie mächtig die Fraktion ist. Dank Städte und Ritter wissen die Spieler*innen dann auch, welche Fraktion Klöster hat, wo das Handelszentrum steht und wo sich die Ritter*innen rumtreiben. Die Spielrunde ist dann schon vertraut mit dem Kampagnenschauplatz und weiß ungefähr, wie sich die Historie der Insel abgespielt hat.

Zusatzidee: Um den Kampagnenbösewicht zu erstellen eignet sich eine Partie Res Arcana. Der Charakter, mit dem das Spiel gewonnen wurde, ist dann der Erzwidersacher der Gruppe – mit allen ausgespielten Kreaturen und Orten. Das könnte dann zum Beispiel eine Druidin sein, die über einen Erddrachen und einen Feuerdämon gebietet, einen Rabenvertrauten hat und ein Bestiarium auf der Blutinsel errichtet hat, in dem der Baum des Lebens steht. Gerade wenn dabei kleine Widersprüchlichkeiten entstehen gibt das der Spielleitung die Möglichkeit, den NSC interessanter zu gestalten.

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Für diesen Blog habe ich nicht extra Patreon oder Buy me a Coffee eingerichtet, aber falls euch meine Tipps gefallen hat, könnt ihr gerne in der DMs Guild vorbeischauen und meinen D&D-Content wie die Sensenmann-Erweiterung und/oder meine Abenteuer Der Wald der verlorenen Kinder und Der Fluch der lebenden Steine erwerben – oder bei itch.io mein One-Page-Rollenspiel Time Spies kaufen.

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